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Commerzbank will mit Hengeler Mueller Direktbank-Tochter Comdirect übernehmen

Die Commerzbank will die Comdirect Bank, an der sie mittelbar gut 82 Prozent hält, ganz übernehmen. Dafür hat sie ein öffentliches Angebot für alle noch ausstehenden Aktien der Comdirect unterbreitet. Die Anteile befinden sich in Streubesitz. Die Commerzbank will nach der Komplettübernahme ihrer Direktbank-Tochter nicht mehr mit zwei Marken agieren, die Banken sollen verschmolzen werden.

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Hartwin Bungert
Hartwin Bungert

Den Aktionären der Comdirect bietet die Commerzbank 11,44 Euro je Anteilschein. Das Angebot hängt von einer Mindestannahmequote von 90 Prozent ab.

Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank versucht sich die Commerzbank mit einem tiefgreifenden Umbau gegen die Niedrigzinsen und die harte Konkurrenz zu stemmen. Der Aufsichtsrat der Commerzbank hatte letzte Woche der neuen Strategie des Vorstands zugestimmt, mit der die Bank unterm Strich 2.300 Stellen streichen und jede fünfte ihrer rund 1.000 Filialen schließen will. Zudem investiert die Commerzbank 750 Millionen Euro in eine stärkere Digitalisierung ihres Geschäfts, etwa den Ausbau des mobilen Bankings. Damit will das Geldhaus auch für mögliche Zusammenschlüsse mit anderen Banken gerüstet sein. 

Der Strategieentwurf sieht auch einen möglichen Verkauf der polnischen Commerzbank-Tochter mBank vor. Die mBank ist an der Warschauer Börse gelistet und wird dort derzeit mit rund 3,1 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut. Durch einen Verkauf der Anteile könnte die Commerzbank rechnerisch gut zwei Milliarden Euro einnehmen.

Berater Commerzbank
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Hartwin Bungert, Dr. Oliver Rieckers (beide Federführung; beide Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Dirk Bliesener (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Dr. Matthias Cloppenburg (Corporate/Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Eric Becker, Dr. Moritz Evertz (beide Corporate)
Inhouse Recht (Frankfurt): Christoph Trapp (Leiter Unternehmensrecht), Dr. Christian Wagner (Bereichsleiter Commercial Real Estate & Shipping), Günter Hugger (Bereichsvorstand Recht), Dr. Bernd Singhof (Syndikus)

Volker Land
Volker Land

Berater Comdirect
Noerr (Hamburg): Dr. Volker Land (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Stephan Schulz (Kapitalmarktrecht), Dr. Maurice Séché (Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Patrick Mückl (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Sebastian de Schmidt (Kapitalmarktrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Philip Schmoll (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Jan Hoffmann Linhard (Corporate/M&A), Dr. Wolfgang Wittek (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Quickborn): Dietmar Gabor (Bereichsleiter Recht)

Hintergrund: Hengeler Mueller pflegt langjährige Kontakte zur Commerzbank. Bereits zur Fusion mit der Dresdner Bank 2009 und seither immer wieder bei Kapitalmaßnahmen beriet die Kanzlei das Bankhaus. Anfang des Jahres stand Bungert im Team mit weiteren Hengeler-Partnern der Commerzbank auch bei ihren Verhandlungen zur geplanten Großfusion mit der Deutschen Bank zur Seite.

Auch Noerr ist bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit für Comdirect im Einsatz. Ein Team um Noerr-Partner Land war bereits beim Verkauf der European Bank for Financial Services (Ebase) an der Seite der Comdirekt. Der Corporate-Experte war 2017 zum Start des Hamburger Büros von White & Case zu Noerr gewechselt.

Inhouse begleitete das Übernahmeangebot auf der Seite der Commerzbank ein Team, zu dem unter anderem der Leiter Recht Trapp zählt. Trapp war auch 2018 dabei, als die Großbank Société Générale und die Commerzbank den Verkauf des Geschäftszweigs Equity Markets & Commodities (EMC) beschlossen.

Christoph Trapp
Christoph Trapp

Bei der Commerzbank stehen Inhouse sowie auf Vorstandsebene demnächst personelle Veränderungen an. Zum Januar 2020 soll das Stühlerücken beginnen: Sabine Schmittroth, aktuell Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft, wird die Aufgaben der Arbeitsdirektorin im Vorstand übernehmen und die Ressorts Personal und Group Customer Process & Data Management verantworten. Spätestens zum März 2020 übernimmt sie zusätzlich die Zuständigkeit für das Ressort Compliance. Sie folgt auf Dr. Bettina Orlopp, die derzeit die Ressorts Compliance, Personal, Recht und Group Customer Process & Data Management verantwortet.

Orlopp soll spätestens im März 2020 die Nachfolge von Stephan Engels als Chief Financial Officer bei der Commerzbank übernehmen. In der neuen Position verantwortet sie auch die Ressorts Investor Relations, Tax und Treasury. Engels wechselt zu Danske Bank und übernimmt dort künftig als neuer CFO die Geschicke der größten dänischen Bank. Das Ressort Recht soll dann bei Commerzbank-Chef Martin Zielke liegen. (Helena Hauser; mit Material von dpa)

 

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