Ausstieg

Tengelmann-Supermärkte gehen an White & Case-Mandantin Edeka

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  • JUVE

Die Tengelmann-Gruppe zieht sich komplett aus dem Supermarktgeschäft zurück. Der Familienkonzern will seine traditionsreiche Tochter Kaiser's Tengelmann mit 451 Filialen und knapp 16.000 Mitarbeitern zum Juni kommenden Jahres an den Wettbewerber Edeka verkaufen. Die Sparte erwirtschaftete zuletzt rund 1,8 Milliarden Euro, war aber schon seit Längerem defizitär.

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Markus Hauptmann
Markus Hauptmann

Das Supermarktgeschäft, einst das Herzstück Tengelmanns, hatte für das Familienunternehmen schon länger massiv an Bedeutung verloren. Vor einigen Jahren hatte sich die Tengelmann-Gruppe, zu der auch die Baumarktkette Obi und der Textilhändler Kik gehören, schon von ihren ‚Plus‘-Supermärkten getrennt. Mehr als 2.300 Filialen gingen dabei unter Auflagen des Bundeskartellamts an Edeka. Sie wurden anschließen mit der Edekas Discount-Tochter Netto fusioniert.

Auch dem jetzigen Verkauf muss das Bundeskartellamt noch zustimmen, was angesichts der zunehmenden Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel keineswegs als sicher gilt. Eine Studie des Kartellamts hatte kürzlich ergeben, dass die vier größten Akteure – Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit ihren Lidl- und Kaufland-Märkten – inzwischen zusammen auf einen Marktanteil von rund 85 Prozent kommen.

Berater Edeka
White & Case (Frankfurt): Markus Hauptmann (Federführung; M&A), Dr. Axel Pajunk (Corporate/M&A), Dr. Börries Ahrens (Kartellrecht; Hamburg), Josef Große Honebrink (Steuern), Dr. Michael Müller, Dr. Matthias Kiesewetter (beide Corporate/M&A), Dr. Justus Herrlinger (Kartellrecht; Hamburg); Associate: Silke Jurczyga (Corporate/M&A)

Berater Tengelmann
Latham & Watkins: Rainer Wilke (Federführung), Dr. Martin Neuhaus, Dr. Harald Selzner (alle M&A; alle Düsseldorf), Dr. Thomas Fox (Steuern; Düsseldorf/München), Panu Siemer (Immobilienrecht), Dr. Jörn Kassow (Öffentliches Recht); Associates: Dr. Jan Feigen, Dr. Maximilian Menges (beide M&A), Dr. Eun-Kyung Lee (Immobilienrecht; alle Hamburg), Dr. Stefan Mayer (Steuern; München), Dr. Tim Odendahl, Dr. Benedikt Vogt (beide M&A; beide Düsseldorf)
Hermanns Wagner Brück (Düsseldorf): Johann Brück, Corinna Neunzig (beide Kartell-/Wettbewerbsrecht)
Inhouse Recht (Müllheim/Ruhr): Dr. Frank Hartmann – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Für die beteiligten Berater ist es ein Wiedersehen in nahezu identischer Konstellation. Vor fast sechs Jahren hatten die Teams beraten, als Tengelmann die ‚Plus‘-Filialen an Edeka veräußerte. Lediglich die Kanzlei, für die die Tengelmann-Berater tätig sind, ist nicht mehr dieselbe. Berieten Wilke und Team damals noch unter der Flagge von Shearman & Sterling, sind sie seit gut einem Jahr für Latham tätig.

Ursprünglich zustande gekommen war die Mandatsbeziehung bei Shearman durch Kontakte des damals federführenden Partners Georg Thoma, die bei dem Verkauf der ‚Plus‘-Filialen erstmals in einem größeren Deal mündeten. Anschließend begleiteten die heutigen Latham-Anwälte um Wilke die Tengelmann-Gruppe mehrfach, so auch beim Verkauf von Auslandsgeschäft. Die jetzige Transaktion ist aber die erste unter Latham-Flagge.

Aufseiten der damaligen wie heutigen Käuferin Edeka steht wiederum White & Case. Der Frankfurter Partner und Deutschland-Chef der Sozietät, Hauptmann, betreut den Einzelhandelskonzern schon seit den 1990er-Jahren. Ursprünglich geht die Mandatsbeziehung auf die Kontakte von Prof. Dr. Gerhard Laule zurück, dem Gründungspartner von Feddersen Laule Stroth & Partner, aus der nach einigen Fusionen das erste deutsche White & Case-Büro hervorging.

Auch die Düsseldorfer Kartellrechtsboutique Hermanns Wagner Brück war beim damaligen ‚Plus‘-Deal involviert, dürfte Beobachtern zufolge gemeinsam mit den Kartellrechtsexperten von White & Case nun vor größeren Herausforderungen stehen als 2007. (René Bender)

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