Juve Plus Milliardenfinanzierung

Bosch holt sich mit Hengeler und Simmons Kapital am Anleihemarkt

Bosch hat die größte Anleiheemission der Firmengeschichte über die Bühne gebracht. Das Gesamtvolumen der vier festverzinslichen Corporate Bonds beläuft sich auf 4,5 Milliarden Euro. Das Orderbuch des Bankenkonsortiums, das von der Deutschen Bank angeführt wurde, war mehrfach überzeichnet.

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Bei den Papieren handelt es sich um klassisch strukturierte, unbesicherte Unternehmensanleihen. Sie sind Teil eines langfristigen Finanzierungsprogramms an European Medium Term Notes (EMTN), die direkt von der Muttergesellschaft Robert Bosch GmbH emittiert werden. Die vier Tranchen haben Laufzeiten von vier, sieben, zwölf und zwanzig Jahren. Der Zinssatz der Wertpapiere, die  in einer Stückelung von 100.000 Euro ausgegeben wurden, liegt zwischen  3,6 und 4,3 Prozent. 

Eingebunden in die Emission waren neben der Deutschen Bank – die soweit bekannt die Dokumentation führte – die Finanzinstitute BNP Paribas, Citi, Mizuho und UniCredit. Zuletzt hatte Bosch 2014 langfristige Anleihen über 750 Millionen Euro und 250 Millionen Euro begeben. 

Transformative Neuaufstellung

Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 88,2 Milliarden Euro. Davon erzielte es allein 52,6 Milliarden mit dem Stammgeschäft ‚Mobility Solutions‘. Diese Sparte mit rund 230.000 Beschäftigten weltweit soll in der separaten Geschäftseinheit ‚Bosch Mobility‘ gebündelt und bis Anfang 2024 mit einem eigenen Führungsteam versehen werden, teilte das Unternehmen jüngst mit.

Der Erlös aus den Anleiheemissionen dient laut Prospekt allgemeinen Geschäftszwecken. Bosch investiert derzeit in die Chip-Fertigungen in Dresden und Reutlingen. Parallel baut es in Europa die Wärmepumpen-Kapazitäten aus und treibt die Elektrifizierung etwa von Landmaschinen und Baustellenfahrzeugen voran. Zudem möchte Bosch in den USA eine Fabrik des Halbleiterherstellers TSI Semiconductors übernehmen, um die Nachfrage nach Siliziumkarbid-Chips zeitnah zu bedienen. 

Dirk Bliesener

Berater Robert Bosch
Inhouse Recht (Stuttgart): Matthias Geiger (Senior Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener, Julia Weidner; Karsten Staupe  (alle Bank- und Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Felix Biedermann

Berater Banken
Simmons & Simmons (Frankfurt):  Dr. Felix Biedermann, Dr. Gabriele Röhl; Associate: Robin Pichler (alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Bei dem aktuell noch laufenden großen US-Zukauf wird Bosch von Latham & Watkins unterstützt. Das Stuttgarter Rechtsteam des Zulieferers setzt bei Transaktionen ansonsten auf Kanzleien wie Gibson Dunn & Crutcher, Gleiss Lutz und Hengeler Mueller.

Letztere ist nach JUVE-Recherchen auch in das Anleiheemissionsprogramm eingebunden. Zu dem Beraterteam aus der Frankfurter Kapitalmarktpraxis zählte unter anderem die Corporate-Finance-Anwältin Weidner, die Anfang des Jahres zur Counsel ernannt wurde.

Das Simmons & Simmons-Team um Partner Biedermann hatte sich bei der Auflage des EMTN-Programms in einem Pitch für die Bankenberatung durchgesetzt. In den vergangenen Jahren sah man das Team bankenseitig zudem bei einer nachhaltigen Anleihe von Talanx sowie beim Euro-Commercial-Paper-Programm des Dax-Konzerns Covestro.

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