Corona-Hilfen

Österreich setzt mit Schönherr Finanzierungsagentur um

Rund 15 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung in Wien in einem Corona-Hilfsfonds bereit. Dort können Unternehmen seit Anfang April über ihre Hausbank einen Kredit beantragen, der durch die neu gegründete Covid-19-Finanzierungsagentur des Bundes (Cofag) garantiert werden kann.

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Sascha Hödl
Sascha Hödl

Der Fonds ist eine weitere Stufe an Maßnahmen, mit denen die Regierung Unternehmen über Wasser halten will. Zunächst hatte die Regierung in einem Sofortprogramm 38 Milliarden Euro locker gemacht, unter anderem für einen Härtefallfonds. Aus diesem konnten Betriebe bereits Mittel abrufen. Als Teil dieses Sofortprogramms geht nun auch für größere Unternehmen das 15 Milliarden schwere und über die Cofag strukturierte Garantieregime an den Start. 

Einzige Gesellschafterin der Cofag ist die Abbaumanagementgesellschaft des Bundes (Abbag), die 2014 im Zuge der Zerschlagung der Bank Hypo Alpe Adria entstand. Das Geldhaus war in der Finanzkrise 2009 in Schwierigkeiten geraten, in der Folge übernahm der Staat sämtliche Anteile an der Bank. Der Abbag-Geschäftsführer Bernhard Perner ist nun einer der beiden Geschäftsführer der Cofag. Der zweite Verantwortliche ist der Volkswirt Marc Schimpel, der zuvor unter anderem für PwC und die Kommunalkredit Austria arbeitete und Büroleiter des Parlamentsklubs der Grünen im Nationalrat war.

Wolfgang Höller
Wolfgang Höller

Schönherr nutzte für die Cofag-Gründung eine bestehende GmbH, die SASR Alpha Einundsiebzigste Beteiligungsverwaltung. Dieses Vorgehen hatte im Nationalrat Wellen geschlagen, doch bereits die Nummerierung deutet an: Das ist ein völlig normales Prozedere, das Zeit sparen kann. Denn Änderungen im Firmenbuch lassen sich teilweise über den elektronischen Rechtsverkehr erledigen.

Anders ist das in den meisten Fällen, wenn eine Gesellschaft neu zu gründen ist. Allerdings gingen Schönherr und das Notariat Huppmann Poindl Pfaffenberger Nierlich 2019 auch hier neue Wege, als sie die erste digitale GmbH-Gründung vornahmen. Damals handelte es sich um die SASR Alpha Siebenundfünfzigste Beteiligungsverwaltung.

Berater Abbag
Schönherr (Wien): Dr. Sascha Hödl (Corporate), Wolfgang Höller (beide Federführung), Miriam Simsa (beide Restrukturierung), Stefanie Aichhorn-Wöss (Corporate); Associates: Philipp Wetter (Restrukturierung), Benedikt Gröhs, Leon Scheicher (beide Corporate/M&A), Philipp Kalser, Clemens Stegner (beide Banking/Finance, letztere vier Rechtsanwaltsanwärter)

Hintergrund: Die Schönherr-Partner Hödl und Höller berieten die Abbag und die hinter ihr stehende Republik Österreich bereits bei der Abwicklung der früheren Bank Hypo Alpe Adria.

Bei der Emission von Staatsanleihen über 4,5 Milliarden Euro durch die Republik Österreich war die Kapitalmarktrechtlerin Dr. Ursula Rath im Sommer 2019 aufseiten der Banken tätig.

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