Corona-Impfstoff

CureVac baut weiter ihr Produktionsnetzwerk aus

CureVac will mit seinem Corona-Impfstoff bis Juni auf dem Markt sein. Dafür hat das Tübinger Unternehmen ein europäisches Netzwerk für die Produktion des Impfstoffes auf die Beine gestellt. Die Vertragsvereinbarungen schultert vor allem die wachsende Inhouse-Abteilung.

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Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac ist zuversichtlich, seinen Corona-Impfstoff von Juni an einsetzen zu können. Sowohl die Beantragung der Zulassung als auch die Zulassung selbst erwartet das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres. Um für die benötigten Impfstoffmengen gerüstet zu sein, hat CureVac Verträge mit mehreren Partnern abgeschlossen, unter anderem mit Wacker Biotech.

Marco Rau
Marco Rau

Wacker will noch in diesem Frühjahr mit den Vorbereitungen zur Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs für CureVac beginnen. Bis Juli 2021 soll die Produktion dann auf die volle Kapazität von 100 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht werden. Das Münchner MDax-Unternehmen stellt den Impfstoff in Amsterdam her. Möglich wäre auch eine deutliche Steigerung der Produktion, heißt es.

Viele Marktteilnehmer stehen derzeit im Austausch, um die Engpässe in der Impfstoffproduktion zu beheben. Jüngst wurde von der Bundesregierung die ‚Taskforce Impfstoffproduktion‘ eingesetzt, die im Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt ist. Sie soll mit Hilfe der Industrie die Beschaffung von Rohstoffen, sowie sämtliche Prozesse bis hin zur Produktion und Abfüllung der Impfstoffe flankieren.

Der Covid-19-Impfstoffkandidat von CureVac ist in der finalen Phase der klinischen Entwicklung. Mitte April teilte CureVac mit, dass das Unternhmen zeitnah noch weitere Daten für den Genehmigungsprozess einer bedingten Marktzulassung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) einreichen wird.

Außer Wacker hat CureVac unter anderem mit Fareva, Novartis, Celonic und Rentschler Verträge zur Herstellung des Corona-Impfstoffs vereinbart. Ende 2022 soll das eigene Produktionswerk vollständig in Betrieb gehen. Mit Bayer ist das Unternehmen eine Kooperation eingegangen, die vor allem dem Vertrieb gilt.

Stephan Gruber
Stephan Gruber

CureVac
Inhouse (Tübingen): Dr. Marco Rau (General Counsel), Dr. Ulrich Kruse (Senior Director IP Licensing)
Voelker & Partner (Stuttgart): Dr. Christian Lindemann (Federführung), Dr. Christina Blanken (beide Handelsrecht)

Wacker
Inhouse Recht (München): Diana Massa (Federführung), Dr. Karl-Heinz Rimböck (Leiter IP)
CBH Rechtsanwälte (München): Dr. Stephan Gruber (IP)

Ulrich Kruse
Ulrich Kruse

Hintergrund: Für die Herstellung des Impfstoffes greift CureVac auf ein europäisches Produktionsnetzwerk mit erfahrenen, sogenannten Contract Development and Manufacturing Organizations zurück: „Wir haben damit weiterhin Kontrolle über den Prozess und sind enger in die Produktion eingebunden“, sagt General Counsel Rau. Er kam vor zwei Monaten von Merck aus Darmstadt nach Tübingen zu CureVac. Zu seinem Team gehören bisher vier weitere Rechtsanwälte. Weiteres Wachstum ist geplant.

Bei den Herstellerverträgen arbeitet das Team auch eng mit der Patentabteilung zusammen, insbesondere mit Kruse, ihrem Senior Director IP Licensing.

Externen Rat bei den Verhandlungen mit Wacker bekam CureVac von der multidiziplinären Einheit Voelker & Partner. Sonst mandatiert das Unternehmen bei Vertragsverhandlungen und in regulatorischen Fragen auch regelmäßig Rittershaus und Baker & McKenzie.

Wacker stemmte die Vertragsverhandlungen maßgeblich inhouse unter Federführung von Senior Counsel Massa. Zu IP-rechtlichen Aspekten beriet auch CBH-Partner Gruber, zu dem eine langjährige Mandatsbeziehung besteht. (Christina Schulze; mit Material von dpa)

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt.

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