Das Geschäftsmodell des 2008 gegründeten Unternehmens Ubitricity ist es, Ladesteckdosen für Elektrofahrzeuge in bereits existierende Straßenlaternen und Poller einzubauen. Mit Hilfe eines Ladekabels, in das ein eigener Stromzähler verbaut ist, können Fahrer ihre Elektrofahrzeuge an den öffentlichen Stationen aufladen. Den Strom rechnen sie über den Zähler direkt mit dem Stromanbieter ab.
Allein in Deutschland und Frankreich gibt es aktuell rund 1.500 dieser Ladestationen. Hinzu kommen 2.700 in Großbritannien. Hier gilt das Unternehmen mit einem Marktanteil von 12,5 Prozent als Marktführer. Auch E-Fahrzeuge aus diversen Firmenflotten stattet das Berliner Unternehmen aus.
Zur Gesellschafterriege des Start-ups, das Unternehmenssitze in Berlin und London hat, gehören neben den Gründern weitere Investoren. Neben Siemens‘ Investmentarm Next47 und Frühphasen-Investor Earlybird zählen dazu unter anderem die Heinz Dürr Invest, der japanische Automobilkonzern Honda, der französische Stromerzeuger EDF und der VC-Fonds Technologie Berlin, hinter dem die Investitionsbank Berlin (IBB) mit ihrer Tochter IBB Ventures steht.
Mit dem Zukauf baut Shell sein eigenes Ladenetz für Elektrofahrzeuge weiter aus. Das britisch-niederländische Unternehmen, das rund 350 Milliarden Dollar Umsatz macht, betreibt weltweit schon 185.000 Ladestationen.
Berater Shell
Eversheds Sutherland (Düsseldorf): Dr. Maximilian Findeisen (Federführung), Jubilee Easo (London; beide Corporate/M&A), Dr. Martin Weitenberg (Energierecht), Martin Bechtold, Fabrice Witzke (beide Außenwirtschaftsrecht), Carsten Eichler (Vergaberecht; alle München); Associate: Philip Kühn (IT/IP; Hamburg)
Inhouse Recht (Den Haag): Scott Hyndman (Associated General Counsel), Jean-Baptiste Berat (Legal Counsel Global Commercial and Retail) − aus dem Markt bekannt
Berater Gesellschafter Ubitricity
Gleiss Lutz (Berlin): Dr. Martin Viciano Gofferje (Federführung), Johannes Schrägle (Stuttgart; beide Corporate/M&A), Dr. Stefan Mayer (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Jacob von Andreae (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Dr. Alexander Fritzsche (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Andreas Spahlinger (Restrukturierung; Stuttgart), Dr. Alexander Molle (IP/IT); Associates: Lesley Milde (Hamburg), Dr. Christoph Meissner, Daniel Ahnert, Dr. Torsten Spiegel, Dr. Viktor Gorlow (alle Corporate/M&A), Dr. Leonhard Kornwachs (Steuerrecht; Frankfurt), Aylin Hoffs (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Florian Kienast (Restrukturierung; Stuttgart), Caroline Saalwächter-Hirsch (Compliance; Frankfurt), Simon Wegmann (Datenschutz), Louisa Wagner (Konfliktlösung; Hamburg)
Berater Next47
Schnittker Möllmann Partners (Berlin): Dr. Benjamin Ullrich − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (München): Frank Oschütz (Director Legal and Compliance) − aus dem Markt bekannt
Berater Gründer
Morrison & Foerster (Berlin): Dr. Jörg Meißner, Partner (Federführung); Associate: Dr. Monika Obal (beide Corporate/M&A)
Notar
Notare am Ballindamm (Hamburg): Dr. Ralf Katschinski
Hintergrund: Aufseiten von Shell kam erneut ein deutsch-britisches Team von Eversheds in das Mandat. Eversheds ist eine der Panel-Kanzleien des Konzerns und konnte hier einen Pitch innerhalb des Panels für sich entscheiden. Die Kanzlei beriet Shell auch bereits 2018 beim Kauf des Hamburger Energieversorgers First Utility. Im aktuellen Mandat übernahm der Düsseldorfer Corporate-Partner Findeisen die Federführung, der im Herbst 2018 von Mütze Korsch zu Eversheds gewechselt hatte.
Auf Verkäuferseite entschied man sich für ein Gleiss-Team um den Berliner Partner Viciano Gofferje. Die Kanzlei ist häufiger an der Seite von Investoren und Start-ups zu sehen, zudem beriet Viciano Gofferje den größten Ubitricity-Gesellschafter Heinz Dürr Investments bereits bei anderen Finanzierungsrunden.
Nach Marktinformationen holten sich die beiden Ubitricity-Gründer sowie Next47 noch jeweils einen weiteren Rechtsberater − zusätzlich zu Gleiss − mit an Bord. Diese agierten allerdings ausschließlich im Hintergrund.
Next47 setzte soweit bekannt auf Schnittker Möllmann-Partner Ullrich. Dieser dürfte Oschütz, den Inhousejuristen von Next47, bereits bei anderen Start-up-Finanzierungen kennengelernt haben, denn sie begegneten sich beispielsweise beim Würzburger Start-up Scoutbee im vergangenen Jahr. Beraten hat Ullrich den Investment-Arm von Siemens allerdings hier erstmals selbst.
Die Gründer von Ubitricity hatten den Berliner Corporate-Partner Meißner von Morrison & Foerster hinzugezogen, um beispielsweise Fragen zur Haftung und der Gesellschaftervereinbarung zu klären, die sich bei dem Exit stellten. Morrison & Foerster berät das Start-up bereits seit seiner Gründung regelmäßig und stand ihm auch während des Roll-outs nach Großbritannien zur Seite. (Michael Forst; mit Material von dpa)