Flugzeuge

Airbus greift mit Freshfields und Stikeman bei Bombardier-Sparte zu

Mit dem Einstieg von Airbus beim kanadischen Flugzeugbauer Bombardier entsteht eine neue Größe im Markt. Airbus übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an der C-Series-Sparte von Bombardier, die Mittelstreckenflugzeuge herstellt. Für Branchenkenner ist der Schritt nicht nur aus finanzieller Hinsicht interessant für Bombardier.

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Torsten Schreier
Torsten Schreier

Der Einstieg des deutsch-französischen Riesen kommt für Bombardier zum richtigen Zeitpunkt. Denn Medienberichten zufolge wäre ihnen bald das Geld für die Produktion der C-Series-Flugzeuge ausgegangen. Zudem könnte Bombardier nun um Strafzölle herumkommen, die die US-Regierung auf Druck des amerikanischen Konkurrenten Boeing angekündigt hat. Der Vorwurf: Gefördert durch staatliche Subventionen verkauft Bombardier Flugzeuge der Mittelstrecke unter dem Herstellungspreis.

Da künftig aber ein Teil der Fertigung der C-Series-Flugzeuge zu Produktionsstätten von Airbus in den USA verlegt wird, könnten die Strafzölle nichtig sein. Airbus wird knapp über 50 Prozent am deutsch-französisch-kanadischen Gemeinschaftsunternehmen halten, Bombardier 31 Prozent und die Investmentagentur der kanadischen Provinz Quebec 19 Prozent. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Quebec, genau wie Teile der Produktion. Zahlen wird Airbus für seine Beteiligung nichts, sondern zusätzliche Leistungen einbringen und das Geschäft weiter entwickeln.

Berater Airbus
Stikeman Elliott (Montréal): Marc Barbeau, Sophie Lamonde, Michel Gélinas, Olivier Godbout, Allison Jaskolka, David Tardif, Antoine Champagne, Michael Ball (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer:
Dr. Torsten Schreier (Gesellschaftsrecht/M&A; Frankfurt), Dr. Ralph Kogge (Gesellschaftsrecht/M&A; München), Dr. Konrad Schott (Finanzrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Michael Leicht, Dr. Simon Funk (beide Gesellschaftsrecht/M&A; Frankfurt), Dr. Philipp Dohnke, Eva-Maria Lohse (beide Gesellschaftsrecht/M&A; Hamburg), Dr. Hannes Jacobi, Sebastian Naujoks, Anke Schellhass (alle Finanzrecht; alle Frankfurt)
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton: Prof. Dr. Dirk Schroeder, Dr. Tilman Kuhn (beide Köln), Mark Leddy, Bryan Byrne, Daniel Culley (alle Washington), Frédéric de Bure (Paris); Associates: Tobias Pesch, Cristina Caroppo (beide Köln), Andrew Kline, Alexis Lazda, Guilherme Morgulis (alle Washington), Sarah Aït Benali (Paris), Laurence Bary (Brüssel; alle Kartellrecht)
Inhouse Recht (Paris): Edouard Eltvedt (Head of M&A Legal), Robert Geckle, Sophie‎ Stambouli – aus dem Markt bekannt

Berater Bombardier
Norton Rose Fulbright (Montreal): Paul Raymond, Nicolas Labrecque, David Millette (alle Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater Quebec-Investmentagentur 
Nicht bekannt

Hintergrund: Die Verträge unterliegen dem speziellen Zivilrecht der Provinz Québec. Entsprechend agierte Stikeman, eine der bekanntesten Wirtschaftskanzleien des Landes, als Lead Counsel und war insbesondere für den M&A-Part zuständig. Für operative Verträge und IT- und IP-Beratung zog die langjährige Freshfields-Mandantin Airbus ein deutsches Team der Kanzlei hinzu, deren Partner regelmäßig für den Flugzeugbauer arbeiten. Die Einbindung in den kanadisch geprägten Deal und die gleichzeitige Mandatierung bei der Abwehr von Betrugs- und Korruptionsvorwürfen, die den Konzern aktuell erschüttern, dokumentiert die enge Bindung zwischen Freshfields und dem deutsch-französischen Luftfahrtkonzern.

Norton Rose hält ebenfalls seit Längerem Beziehungen zu Bombardier und hat das Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach bei Transaktionen und Finanzierungen beraten.

Aktualisierung vom 08. Dezember 2017: Das Bundeskartellamt hat den Deal inzwischen genehmigt. Für Airbus hat ein Cleary-Team um die Kölner Partner Schroeder und Kuhn die kartellrechtlichen Aspekte beraten.

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