Juve Plus Exit nach elf Jahren

White & Case-Mandantin Fluxys übernimmt Macquarie-Anteil an Open Grid

Der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys sichert sich einen Anteil an Open Grid Europe und somit Einfluss auf das größte deutsche Gasleitungsnetz. Verkäufer der Beteiligung ist der australische Infrastrukturinvestor Macquarie. Der genaue Wert des Investments ist nicht bekannt, er dürfte im niedrigen Milliardenbereich liegen.

Teilen Sie unseren Beitrag

Die Übernahme soll im März abgeschlossen werden. Fluxys betont, mit dem Investment einen strategischen Schritt in die Zukunft zu machen. Wie das Unternehmen selbst arbeite auch Open Grid daran, ihr 12.000 Kilometer langes Gasverteilnetz mithilfe einer Wasserstoffstrategie zu dekarbonisieren.

Das belgische Unternehmen, das in Deutschland bislang nur eine Leitung im Norden betreibt, hatte bereits 2021 versucht, Thyssengas zu übernehmen. Der deutlich kleinere Gasnetzbetreiber ging letztlich komplett an Macquarie.

Allein unter Finanzinvestoren

Hans-Georg Schulze

Bei Open Grid Europe muss Fluxys sich nun mit den drei verbleibenden Finanzinvestoren abstimmen. Marktbeobachter sehen hier eine deutliche Veränderung im Vergleich zur früheren Gesellschafterkonstellation. Sie war wegen ihrer relativ gleichgerichteten Erwartungen unter anderem an die Rendite relativ stabil.

Anders als Macquarie halten weiterhin British Columbia Investment Management 32 Prozent und der Staatsfonds von Abu Dhabi 25 Prozent der Anteile an dem Unternehmen mit Sitz in Essen. Weitere Gesellschafterin ist die Münchener Rück, die über ihre Investment-Sparte Meag 19 Prozent hält. Gemeinsam hatten sie Open Grid Europe bereits 2012 für 3,2 Milliarden Euro von E.on übernommen.  

Berater Fluxys
White & Case (Berlin): Dr. Hans-Georg Schulze, Dr. Jörg Kraffel (beide M&A/Regulierung), Thomas Burmeister (Regulierung; Düsseldorf; alle Federführung), Florian Degenhardt (Finanzierung), Dr. Martin Munz (IP), Hendrik Röger (Arbeitsrecht; alle Hamburg), Caroline Sherrell (M&A/Energie; Sydney), Axel Schulz (Kartellrecht; Brüssel), Thomas Glauden (Private Equity; Luxemburg), Thilo Wienke (Kartellrecht; Düsseldorf), Anna Dold (IP; Frankfurt), Kathrin Ahting, Christoph Arhold (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Andreas van den Eikel (Immobilienrecht); Associates: Dr. Petra Kistner, Lisa Reichstein (beide Regulierung), Lisa Bär (Kartellrecht; alle Düsseldorf), Fabian Mayer, Constantin Meimberg (beide M&A/Energie), Torben Harbeck (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Martin Riederer (Finanzierung; Hamburg), Sonja Sehr (Arbeitsrecht; Frankfurt/London), Heidi Blomqvist (Private Equity; London)

Ralph Drebes

Berater Macquarie European Infrastructure Fund 4
Linklaters (Frankfurt): Dr. Ralph Drebes (Federführung), Michal Hlásek, Przemyslaw Lipin (beide Bank- und Finanzrecht), Matthew Devey (Arbeitsrecht), Christoph Barth (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Oliver Rosenberg (Steuerrecht; beide Düsseldorf), Dr. Michael Leicht (Medien- und Telekommunikationsrecht), Christopher Bremme, Julia Sack (beide M&A; beide Berlin), Ann-Catherine Hoffmann (Corporate/M&A), Danièle Buchler (Steuerrecht; Luxemburg); Associates: Dr. Julia Rupp, Dr. Ruth Losch (Berlin), Irene Sanna (Luxemburg; alle Corporate/M&A), Lars Harzmeier (Konfliktlösung), Cyrielle Nis (Steuerrecht; Luxemburg), Hermann Rasche (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Michael Deane (Kapitalmarktrecht), Amalia Halvatsioti (Energierecht; Berlin), Julius Gerbaulet, Sascha Kiefer, Florence Forster (alle Corporate/M&A), Hinrich Kahrs (Immobilienrecht), Cordt-Magnus Erich van Geuns-Rosch (IP), Ann-Christin Käser (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht; München), Tim Ulmers (Medien- und Telekommunikationsrecht), Dr. Johannes Gottwald (Bank- und Finanzrecht), Jeremy Abel (Investmentrecht; Luxemburg)
Ernst Young (Eschborn): Michael Adolf (Transaction Tax) – aus dem Markt bekannt

Berater Münchner Rück/Meag
Dentons (Berlin): Dr. Tim Heitling (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Open Grid Europe
Inhouse Recht (Essen): Dr. Michael Kammann (Senior Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Noerr (Düsseldorf): Dr. Martin Neuhaus, Florian Döpking (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Das Infrastruktur-Deal-Team von White & Case um Kraffel, Burmeister und Schulze stand bereits beim versuchten Erwerb der Thyssengas auf der Seite von Fluxys. Neben Strategen ist das Trio auch regelmäßig für Finanzinvestoren tätig. Zuletzt begleiteten sie den unterlegenen Bieter Swisslife im Bieterverfahren um den Gasnetzbetreiber Ferngas.

Deutlich länger währt die Beziehung zwischen Linklaters-Partner Drebes und dem australischen Investor Macquarie. Drebes begleitete Macquarie bereits bei der Übernahme von Open Grid vor mehr als zehn Jahren. Damals beriet er das gesamte Investoren-Konsortium. Beim Verkauf des Macquarie-Anteils an Fluxys war Drebes allerdings ausschließlich für die Australier tätig.

Komplexe Vorstufe

Tim Heitling

Nach JUVE-Informationen musste das Linklaters-Team für Macquarie insbesondere im Verhältnis zur Investmenttochter Meag der Münchner Rück komplexe gesellschafts- und steuerrechtliche Fragen klären. Ursache dafür war, dass Macquarie ihre Anteile in einem Joint Venture mit Meag verwaltete, Fluxys sich jedoch nicht in das Joint Venture einkaufte.

Aufseiten von Meag, die wie alle Gesellschafter auch über ein Vorkaufsrecht verfügten, lag die Verhandlungsführung bei Dentons-Partner Heitling. Bei der Open Grid-Übernahme 2012 war er Teil des von Drebes geführten Linklaters-Teams. 2020 zog es ihn dann nach Stationen bei Taylor Wessing und Baker McKenzie zu Dentons. Die anderen Konsorten ließen sich nach JUVE-Informationen nicht extern beraten.

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de

Lesen sie mehr zum Thema