Juve Plus Grüner Wasserstoff

Watson Farley-Mandantin KGAL investiert in Projekt für synthetischen Flugkraftstoff

Der deutsche Vermögensverwalter KGAL steigt über einen Fonds bei Arcadia eFuels ein. Das Unternehmen baut zurzeit eine wasserstoffbasierte E-Kerosin-Produktion im dänischen Vordingborg auf. Die EU hatte dafür im Frühjahr 2023 den passenden Rechtsrahmen geschaffen.

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Der Vermögensverwalter KGAL kauft normalerweise Wind- und Solarparks. Auch in der Flugzeugfinanzierung ist er seit Langem aktiv. Zuletzt kamen Zukunftsfelder wie die Erschließung neuer Wasserstoffprojekte in der EU und im Vereinig­ten Königreich hinzu. Damit sollen institutionelle Investoren von dem erwarteten Marktwachstum bei grünem Wasserstoff in Europa profitieren, das beispielsweise das Marktforschungsinstitut Straits Research bis 2030 auf durch­schnittlich 55 Prozent jährlich schätzt.

Arcadia eFuels mit Hauptsitz in den USA entwickelt Anlagen zur Herstellung kohlenstofffreier Kraftstoffe für den Transportsektor mit dem Schwerpunkt auf Luft- und Schifffahrt. eFuels – also synthetische Kraftstoffe – sollen fossile Kraftstoffe ohne Än­derungen an existierenden Motoren oder Infrastruktur ersetzen. Das Projekt in Vordingborg gilt als Vorreiter und wird im Markt aufmerksam beobachtet. 

Ab Mitte 2026 will das Unternehmen rund 68.000 Jahrestonnen synthetischen, klimaneutralen Flugkraftstoff (eSAF) aus eigenproduziertem grünem Wasser­stoff gewinnen. Damit könnte ein Airbus A320 etwa 15.000 Mal die Strecke zwischen München und London zurücklegen.

Quoten für die Marktentstehung

Ab 2025 wird es in Europa verbindliche Quoten für alternative Kraftstoffe (SAF) im Luftverkehr geben. Zunächst soll ab 2025 eine Beimischung von zwei Prozent SAF zum herkömmlichen Kerosin vorgeschrieben sein. Diese Verpflichtung steigt danach stufenweise an, bis schließlich 2050 ein Anteil von 70 Prozent erreicht werden soll.

Ab 2030 wird zudem eine Unterquote für synthetische Kraftstoffe eingeführt, die von anfangs 1,2 Prozent bis 2050 auf 35 Prozent steigt. Die Quoten schaffen für Investoren vor allem Planungssicherheit und damit Anreize für nachhaltige Infrastrukturprojekte. 

Dirk Janssen

Berater KGAL
Watson Farley & Williams (München): Dr. Dirk Janssen (Federführung; M&A/Private Equity), Dr. Maximilian Boemke (Regulierung/Öffentliches Recht; Hamburg), Dr. Christian Bauer (Energie/Infrastruktur); Associate: Eva Reiter (Federführung; Corporate)
Accura (Aarhus): Jakob Østervang (Federführung; M&A/Erneuerbare Energien), Anne-Sophie Bundesen (Erneuerbare Energien), Ellen Skodborggaard (Energierecht), Andreas Aagaard Krarup (Erneuerbare Energien) – aus dem Markt bekannt

Berater Arcadia
DLA Piper (Kopenhagen): Stefan Westh Wiencken (Federführung; M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Watson Farley-Partner Janssen pflegt seit Jahren eine stabile Mandatsbeziehung zu KGAL. Erstmals hat Watson Farley den Investmentmanager KGAL im Jahr 2011 beraten. Die regulatorische Praxis um den Partner Boemke unterstützte die Einheit bei der Transaktion. Für die Due Diligence war die dänische Kanzlei Accura um Partner Østervang befasst.

An der Gestaltung und den Verhandlungen für das Vertragswerk waren laut Marktinformation keine Inhouse-Juristen beteiligt. Compliance-Themen im Hinblick auf interne Fonds-Statuten der KGAL wurden im Hintergrund von Inhouse-Spezialisten begleitet. Für die US-Mutter der Projektgesellschaft verhandelte Marktinformationen zufolge ein DLA-Team ebenfalls aus Kopenhagen.

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