Liquiditätsreserve

Lufthansa erhält 2-Milliarden-Kredit von Latham-Mandanten

Ein Konsortium aus 28 Banken hat der Lufthansa einen Kreditrahmen von zwei Milliarden Euro zugesichert. Es ist die erste revolvierende Kreditlinie des Kölner MDax-Konzerns.

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In einem Zeitraum von drei Jahren kann die Fluggesellschaft über den Kreditrahmen verfügen und hat zusätzlich zwei Verlängerungsoptionen um je ein Jahr.

Bis auf die üblichen Garantien innerhalb der Gruppe ist die Kreditlinie nicht besichert, enthält keine Verpflichtungen zur Einhaltung von Finanzkennzahlen und dient als nicht in Anspruch genommene Liquiditätsreserve.

Die Lufthansa zahlte schon erste Hilfen zurück und verschafft sich nun mehr Spielraum. Foto: Oliver Roesler / Deutsche Lufthansa AG

Durch die neue Kreditlinie erhöht sich die verfügbare Liquidität der Lufthansa um weitere etwa 1,3 Milliarden Euro. Damit kann sie ihr angestrebtes Liquiditätsziel von sechs bis acht Milliarden Euro sicherstellen.

Das Konsortium wurde angeführt von der HSBC Continental Europe, der Landesbank Baden-Württemberg und der UniCredit. 

Zuletzt hatte der Unternehmer Klaus-Michael Kühne seinen Anteil an der Fluggesellschaft aufgestockt auf rund 10 Prozent. Der Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel ist damit zweitgrößter Aktionär nach dem Bund, der derzeit gut 14 Prozent hält.

Andreas Lischka

Berater Lufthansa
White & Case (Frankfurt): Andreas Lischka (Federführung), Dr. Sascha Schmidt; Associates: Markus Fischer, Dr. Alexander Hansen Díaz (alle Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Annabelle Sachs (Legal Counsel Corporate Finance und Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Bankenkonsortium
Latham & Watkins (Frankfurt): Alexandra Hagelüken (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht; München); Associates: Martina Eisgruber, Anna-Maria Kuckerz (Hamburg; beide Bank- und Finanzrecht)

Alexandra Hagelüken

Hintergrund: Die federführende Latham-Partnerin Hagelüken ist häufig für Bankenkonsortien tätig, so etwa im Rahmen des Tui-Stabilisierungsprojektes oder bei der Finanzierung für Tom Tailor.

White & Case war bereits für die Rettungsaktion des Lufthansa-Konzerns mandatiert. Als sich die Lufthansa vor einigen Monaten unter anderem über eine Anleihe Fremdkapital besorgte, um den KfW-Kredit zu tilgen oder etwa eine Kapitalerhöhung anstrengte, wurde sie ebenfalls von White & Case beraten.

Für Anleihe-Emissionen und Kapitalmaßnahmen ist Partner Karsten Wöckener gesetzt und für Corporate-Themen Partner Dr. Alexander Kiefner. Bei der revolvierenden Kreditlinie vertraute man auf den durch Empfehlung und Pitch als geeignet empfundenen White & Case-Partner Lischka, der damit erstmals für die Lufthansa tätig war.

Inhouse wurde das Kreditvorhaben von der Legal Counsel Annabelle Sachs koordiniert. Sie ist spezialisiert auf Kapitalmarktrecht und war schon bei den erwähnten Kapitalerhöhungen involviert. Diese werden auch regelmäßig von Hengeler Mueller in beihilfe- und gesellschaftsrechtlicher Hinsicht flankiert, der zweiten wichtigen Beraterin im Stabilisierungsprozess der Lufthansa. Geleitet wird der Bereich Kapitalmarktrecht von Stephan Parrandier.

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