Juve Plus Lufthansa-Hilfen

AUA setzt auf Viehböck Breiter Schenk und Eisenberger & Herzog

Autor/en
  • Raphael Arnold

Die Finanzhilfen für die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines stehen weiter auf dem Rollfeld. Ein Treffen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit der Bundesregierung in Wien brachte die Staatsgelder nicht an den Start. Beantragt hatte die Fluglinie zuvor Mittel in Höhe von 767 Millionen Euro.

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Tamara Christ
Tamara Christ

Knackpunkt aus Sicht der Wiener Regierung sind Garantien für den Standort am Flughafen Schwechat und für dessen weiteren Ausbau. Darauf beharren Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine zuständigen Kabinettskollegen, um Wertschöpfung in Österreich zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Die AUA beschäftigt in Österreich rund 7.000 Mitarbeiter.

Die Deutsche Lufthansa steht als Mutterkonzen unter anderem vor der Herausforderung, ihren Finanzierungsbedarf in Deutschland und in den Herkunftsländern ihrer Töchter Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines unter einen Hut zu bekommen. Insgesamt geht es allein außerhalb Deutschlands um 2,49 Milliarden Euro: Die Schweiz ist bereit, für 1,5 Milliarden Franken zu bürgen (umgerechnet 1,4 Milliarden Euro), und Belgien plant Hilfen in Höhe von 290 Millionen Euro. Dazu kommen die 767 Millionen, die die AUA in Wien beantragte und die zum überwiegenden Teil aus Kreditgarantien bestehen sollen. Als weitere Elemente stehen eine Beteiligung der Republik am Mutterkonzern Lufthansa sowie ein Zuschuss für Fixkosten bei geschlossenen Unternehmen von maximal 90 Millionen Euro im Raum.

Andreas Zellhofer
Andreas Zellhofer

Ende April legte die AUA auch einen Plan für ihren Neustart vor. Dieser geht davon aus, dass die Nachfrage selbst 2021 maximal 75 Prozent des Niveaus vor der Corona-Krise erreicht; für 2020 rechnet die Fluglinie damit, dass die Nachfrage bei 25 bis 50 Prozent verharrt. Deshalb soll die Flotte 2022 nur mehr 60 Flugzeuge umfassen statt der aktuell 80 Maschinen. Um das zu erreichen, mustert die AUA unter anderem sieben Airbus A319 und die drei ältesten Boeing 767 aus.

Berater Austrian Airlines
Inhouse Recht (Wien): Dr. Tamara Christ (Senior Director Legal Affairs & Compliance) – aus dem Markt bekannt
Viehböck Breiter Schenk & Nau (Mödling): Dr. Günther Viehböck, Dr. Florian Linder (Wien) – aus dem Markt bekannt
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Andreas Zellhofer (Wettbewerbs-/Beihilferecht) – aus dem Markt bekannt

Stefan Weber
Stefan Weber

Berater Cofag
Weber Rechtsanwälte (Wien): Prof. Dr. Stefan Weber, Christoph Moser (beide Finanzierungsrecht); Associate: Yvonne Gutsohn (Restrukturierung/Due Diligence)

Hintergrund: Christ leitet die Rechtsabteilung der AUA seit Herbst 2016. Sie ist für die Fluglinie und ihre Muttergesellschaft Lufthansa bereits seit 2008 in mehreren Funktionen tätig gewesen. 

Die Mödlinger Kanzlei Viehböck Breiter Schenk & Nau zählt zu den langjährigen Beraterinnen der AUA. Die Mandatsbeziehung reicht schon auf den Einstieg der Lufthansa vor über einem Jahrzehnt zurück. Einige Jahre später beriet die Kanzlei auch zu der Übertragung von Betriebsteilen auf die damalige Tochter Tyrolean Airways, die sich die AUA inzwischen wieder einverleibte.

Auch Eisenberger & Herzog ist für die österreichische Fluglinie und den deutschen Mutterkonzern Lufthansa seit mehreren Jahren tätig. Dazu zählt etwa die Beratung beim Versuch der Kranichlinie, im Zuge der Insolvenz von Air Berlin Teile von Lauda Air zu erwerben.

Die erst im April aus der Taufe gehobene Covid-19-Finanzierungsagentur des Bundes (Cofag) setzt bei den Verhandlungen auf den Rechtsrat eines Teams um den angesehenen Transaktions- und Kapitalmaktspezialisten Weber. Zur Gründung der Cofag, einer Tochter der Abbaubeteiligungsgesellschaft des Bundes (Abbag), hatte Schönherr beraten.

Als wirtschaftlicher Berater ist für die Fluglinie PricewaterhouseCoopers mit einem Team um die Senior-Partnerin Dr. Christine Catasta tätig. Die Cofag setzt auf das Know-how von KPMG.

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