Alternative Altersversorgung

Luther-Mandantin R+V bringt Sozialpartnermodell für Chemie-Branche an den Start

Die Chemie-Branche ergänzt ihr betriebliches Versorgungssystem. Die Tarifparteien, der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die IGBCE, haben sich gemeinsam mit dem Versicherer R+V darauf verständigt, das laut JUVE-Recherchen bundesweit erste auf einem Flächentarifvertrag basierende Sozialpartnermodell einzuführen.

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Grundlage der Einigung ist der Chemie-Pensionsfonds, den es bereits seit 2002 gibt. Seit 2007 befindet er sich unter dem Dach der R+V Versicherung. Die Einführung des Sozialpartnermodells in der Chemie-Branche steht noch unter dem Genehmigungsvorbehalt der Finanzaufsicht BaFin. Die Erlaubnis werde aber im Oktober erwartet, heißt es. 

Das neue Sozialpartnermodell ist zunächst nur für neue Tarifbeschäftigte in den Betrieben der chemischen Industrie angedacht. Für Anwärter der beruflichen Altersvorsorge, deren bestehende Verträge und Versorgungen auf dem Chemie-Pensionsfonds basieren, soll es laut JUVE-Informationen aber die Möglichkeit geben, in das Sozialpartnermodell zu wechseln. 

Vom Ladenhüter zur geschätzten Alternative

Marco Arteaga

Das Sozialpartnermodell sieht vor, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften in Tarifverträgen Betriebsrentenmodelle mit einer reinen Beitragszusage vereinbaren dürfen. Dabei verpflichtet sich der Arbeitgeber lediglich zur regelmäßigen Beitragszahlung, eine etwaige Rentenhöhe wird nicht garantiert. Dem Arbeitnehmer bietet das Modell im Umkehrschluss durch den Verzicht auf Garantien höhere Renditechancen bei gleichzeitig höheren Risiken. Grundlage eines Sozialpartnermodells ist immer ein Tarifvertrag.

Auf dem Papier gibt es das Sozialpartnermodell bereits seit 2018. Es wurde damals im Zuge der Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes als eine Form der alternativen Altersvorsorge in Niedrigzinszeiten konzipiert. Das Modell wurde nach seiner Einführung als großer Wurf in der betrieblichen Altersversorgung gefeiert, entpuppte sich dann aber eher als Ladenhüter. Von der Vereinbarung zwischen den Chemie-Tarifparteien versprechen sich viele daher eine Art Initialzündung. Auch die Metall- und Elektroindustrie denkt über eine solche Lösung bereits nach. 

Luther steht für Umsetzung

Die R+V Versicherung ließ sich bei den Verhandlungen zum Sozialpartnermodell von einem Team von Luther beraten. Federführend war hier Dr. Marco Arteaga tätig, der zu den Schwergewichten in der Beratung zur betrieblichen Altersversorgung zählt. Unterstützt wurde er dabei von den Associates Sebastian Walthierer und Jan Hansen.

Arteaga beriet das Bundesarbeitsministerium, damals noch unter Führung der SPD-Politikerin Andrea Nahles, bereits im Rahmen der Vorbereitung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes, insbesondere bei der Einführung der sogenannten reinen Beitragszusage. Arteaga ist seit gut einem Jahr bei Luther. Er wechselte vergangenen Sommer von DLA Piper, wo er seit 2014 Partner war.  

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