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Carlyle kauft mit Milbank Siemens-Tochter Flender

Der Technologiekonzern Siemens verkauft seine Antriebstochter Flender an den US-Investor Carlyle. Der Preis liege bei 2,025 Milliarden Euro, teilte Siemens am vergangenen Donnerstag in München mit. Industriekreisen zufolge rechnet der Konzern mit einem Buchgewinn im dreistelligen Millionenbereich.

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Norbert Rieger
Norbert Rieger

Siemens hatte Flender 2005 für 1,2 Milliarden Euro von dem Finanzinvestor CVC gekauft. Die aktuelle Transaktion soll im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden und steht unter anderem unter Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Im Rahmen des Verkaufs seien durch Carlyle langfristige und verlässliche Zusagen für Flender und seine Mitarbeiter gemacht worden, so Siemens. 

Eine mögliche Abspaltung von Flender und eine Börsennotierung hatte Siemens erstmals im Frühjahr öffentlich gemacht. Anfang August hatte Siemens-CEO Joe Kaeser erklärt, das Management verschließe sich aber auch anderen Möglichkeiten nicht. Medienberichten zufolge waren auch die Finanzinvestoren Triton und Brookfield an Flender interessiert, ein weiteres Gebot kam dem Vernehmen nach wiederum von CVC.

Flender beschäftigt weltweit rund 8.600 Mitarbeiter und erreichte im Geschäftsjahr 2020 einen Pro-forma-Umsatz von etwa 2,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Stammsitz in Bocholt bietet Antriebstechnik für eine ganze Reihe von Industrien, wie etwa die Windbranche. 

Für Siemens ist der Verkauf ein weiterer von vielen Schritten in der zunehmenden Konzentration auf Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Automatisierung und Infrastruktur. Zuletzt hatte der Konzern Ende September die Energiesparte abgespalten und an die Börse gebracht.

Berater Carlyle
Milbank (München): Dr. Norbert Rieger, Dr. Andrea Eggenstein (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Rolf Füger (Steuerrecht), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht); Associates: Dr. Patrick Droese, Dr. Fritz Schuchmann, Johannes Wohlmuth, Dr. Daniel Roggenkemper (alle Corporate/M&A), Dr. Moritz Philipp, Dr. Arne Hammerich (beide Steuerrecht)
Kliemt (Frankfurt): Dr. Barbara Reinhardt, Dr. Till Hoffmann-Remy, Ferdinand Groß; Associate: Tim Bulian (alle Arbeitsrecht)
Reius (Hamburg): Dr. Holger Iversen (Immobilienrecht) – aus dem Markt bekannt
Osborne Clarke (Köln): Konstantin Ewald (IT-Recht), Dr. Andrea Schmoll, Dr. Johannes Graf Ballestrem (beide IP); Associates: Arne Ruhwinkel (IT-Recht)
Linklaters (London): Oliver Sceales (Bankrecht; Federführung), Dr. Ulrich Johann (Steuerrecht; Frankfurt); Associates: Pathik Gandhi (London), Przemyslaw Lipin, Kalin Ivanov (alle Bankrecht), Maximilian Meyer (Steuerrecht; alle Frankfurt)
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Max Hauser, Luca Crocco (Brüssel; beide Kartellrecht), Joachim Grittmann (Regulierung); Associates: Jan Vollkammer, Daniel Baker (Brüssel), Stephanie Adams (London; alle Kartellrecht)

Berater Siemens
Hengeler Mueller (München): Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, Dr. Daniel Möritz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Scheifele, Dr. Gunther Wagner (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Jakub Lorys, Dr. Thomas Weierer, Christian Linke (alle Corporate/M&A) – für PE-Track
Hengeler Mueller (München): Dr. Simon Link, Prof. Dr. Jochen Vetter (beide Corporate), Alexander Rang (Kapitalmarktrecht; Frankfurt); Associate: Dr. Daniel Illhardt (Corporate), Pascal Brandt (Kapitalmarktrecht; Frankfurt) – für IPO-Track
Inhouse Steuern (München): Rainer Hackbarth (Head of M&A Tax), Maxi Reick (beide für PE- und IPO-Track), Dr. Rudolf Graf von Ballestrem (für IPO-Track)
Inhouse Recht (München): Keine Nennungen

Berater Brookfield
Latham & Watkins (Düsseldorf): Dr. Nikolaos Paschos (Corporate/M&A), Dr. Sebastian Pauls (beide Federführung), Burc Hesse (beide München), Christina Mann (Frankfurt; alle Private Equity); Associates: Jörg Ruff, Dr. Steffen Augschill (beide Corporate/M&A)

Berater Triton
Latham & Watkins (München): Dr. Rainer Traugott (M&A/Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Berater CVC
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Georg Linde; Associate: Dr. Matthias Schudlo (beide M&A/Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Milbank zählt in Deutschland zu den Beratern, die bei großvolumigen Deals am häufigsten für Carlyle aktiv sind. So beriet die Kanzlei das Private-Equity-Haus zuletzt unter anderem bei dessen Gebot (gemeinsam mit Blackstone und CPPIB) für die Thyssenkrupp-Aufzugsparte im vergangenen Winter und begleitete H.C. Starck, eine Portfoliogesellschaft von Advent und Carlyle, bei verschiedenen Transaktionen. Daneben setzt Carlyle wegen besonders enger Beziehungen in den USA auch regelmäßig auf Latham, so etwa zuletzt beim Gebot für das Langenfelder Pharmaunternehmen Neuraxpharm. 

Bei Transaktionen arbeitet Milbank schon seit Jahren regelmäßig mit der Arbeitsrechtsboutique Kliemt und den IT/IP-Spezialisten von Osborne Clarke zusammen. Noch recht neu ist dagegen die Kooperation mit der Immobilienboutique Reius, die ihrerseits erst Ende 2019 als Spin-off des Hamburger Büros von Latham entstand.

Latham war in Sachen Flender indes für zwei andere Bieter aktiv: Brookfield arbeitete mit einem Team um den Düsseldorfer Partner Paschos, der neben seinem Schwerpunkt in der Konzernberatung in letzter Zeit zunehmend auch für Finanzinvestoren aktiv ist. Triton zählt zu den Stammmandanten von Latham-Partner Traugott, der allerdings auch zu den engsten Beratern des Siemens-Konzerns gehört und im Sommer Siemens Healthineers bei deren milliardenschwerem Übernahmeangebot für den US-Wettbewerber Varian begleitete.

CVC setzte bei seinem Gebot, wie in den Vorjahren schon häufiger, auf Willkie. Unter umgekehrten Vorzeichen hatten sich der Finanzinvestor und der Siemens-Konzern in Sachen Flender bereits 2005 gegenüber gestanden. Damals ließ sich CVC von Dechert und Hengeler beraten, wie schon beim Kauf des Getriebeherstellers von Babcock Borsig im Jahr 2000. Siemens setzte beim Flender-Kauf auf Freshfields Bruckhaus Deringer.

Die Zusammenarbeit der Siemens-Rechtsabteilung mit Hengeler reicht allerdings ebenfalls schon einige Jahre zurück. Teams um die Gesellschaftsrechtler Link und Vetter begleiteten bereits 2012/13 gemeinsam mit einem umfangreichen Inhouse-Team die Ausgliederung von Osram. Gut vier Jahre später folgte in ähnlicher Konstellation die Abspaltung der Gesundheitssparte, 2020 der Carve-out von Siemens Energy. Als nun aus dem ursprünglich geplanten IPO von Flender ein Deal wurde, übernahmen die Transaktionsspezialisten Ziegenhain und Möritz die Federführung. (Norbert Parzinger; mit Material von dpa)

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