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Neuer Streaminganbieter mit Klinkert auf Sportrechtekauf

S Nation Media mischt den Sportrechtemarkt auf. Das Gemeinschaftsunternehmen des langjährigen DFL-Chefs Christian Seifert mit Axel Springer hat sich jetzt auch die Rechte an der Handball-Bundesliga gesichert.

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Mit den Rechten an den nationalen Ligen im Basketball, Volleyball und Tischtennis ist der Einkaufskorb des neuen Streaming-Marktteilnehmers bereits prall gefüllt.        

S Nation Media wird seinen Streamingdienst im dritten Quartal 2023 starten, das abschließende Label des Anbieters steht noch nicht fest. Mit der Handball-Bundesliga (HBL) hat sich der neue Player auf einen Deal für vier Jahre geeinigt, also bis 2029. Die von den Beteiligten nicht kommentierte Höhe des Vertragsabschlusses soll sich Medienberichten zufolge auf rund 115 Millionen Euro belaufen, davon rund 60 Millionen als Lizenzentgelt. Bei rund 30 Millionen stehen die kolportierten Produktionskosten, zudem soll mit rund 20 Millionen Euro für Marketingmaßnahmen kalkuliert werden. Unterlegener Bieter war hier der aktuelle Rechteinhaber Sky, der gemeinsam mit der Telekom und deren Plattform Magenta Sport ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben soll. Das Plus der letztlich erfolgreichen S Nation war ihr Versprechen, die Reichweite auf mindestens 200.000 Abonnenten zu erhöhen.         

Christian Frodl

Auch im Fall der Basketball-Bundesliga hatte der neue Wettbewerber sich gegen die Telekom durchgesetzt. Hier beträgt die Laufzeit für Liga und Pokal ebenfalls sechs Spielzeiten, beginnend mit der Saison 2023/24 − und ebenfalls mit dem Versprechen verbunden, die Reichweite des Streamingdienstes zu steigern. Mit der Volleyball-Bundesliga hat S Nation Media für drei Jahre abgeschlossen, die Partnerschaft mit der Tischtennis-Bundesliga ist für sechs Spielzeiten veranschlagt. 

Ein blaues Auge holte sich S Nation Media lediglich im Wettbewerb um die Deutsche Eishockey-Liga. Die Puckjäger verlängerten vorzeitig für vier Jahre mit Magenta Sport. Die DEL kooperiert bereits seit 2016 mit der Telekom, der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2024.       

Berater S Nation Media
Klinkert (Frankfurt): Christian Frodl (Federführung; Sportwirtschaftsrecht), Piet Bubenzer (Urheber-, Medienrecht) 

Johannes Ranke

Berater Handball-Bundesliga, Tischtennis-Bundesliga, Volleyball-Bundesliga
Ranke von Eggelkraut-Gottanka (München): Dr. Johannes Ranke (Sport-, Sportmedienrecht)

Berater Basketball-Bundesliga
Lentze Stopper (München): Gregor Lentze (Sport-, Vertragsrecht) 

Berater Telekom/Magenta Sport 
Inhouse Recht (Bonn): Manuela Stahn (Content-, Sport-, Lizenzrecht)

Gregor Lentze

Berater Deutsche Eishockey-Liga
Inhouse (Neuss): Gernot Tripcke (Geschäftsführer, Vertragsrecht)

Berater Sky
Inhouse (München): Hans Gabbe (Leiter Sportrechte), Antonia Gstrein (Director Regulatory Affairs)

Herbert Smith Freehills (Düsseldorf): Dr. Marcel Nuys, Dr. Florian Huerkamp (beide Kartellrecht)

Hintergrund: Beraterin von S Nation war das Team von Klinkert unter der Federführung des Rechte-Spezialisten Christian Frodl. Frodl stieß 2021 als Counsel zu Klinkert, war vorher seit 2017 Director Sports Rights and Commercialization bei Sky und − an der Seite von Christian Seifert − von 2009 bis 2016 Senior Legal Counsel der DFL. Die Fußball-Liga ist wie der Deutsche Fußball-Bund weiterhin eine wichtige Klinkert-Mandantin, wie auch der Weltverband Fifa. Für Klinkert war zudem Partner Bubenzer als Leiter Urheber- und Medienrecht mit an Bord. 

Gernot Tripcke, Foto: Julia Rahn / picture alliance / Pressefoto Baumann

Handballer, Volleyballer und Tischtennis-Liga vertrauten auf die Dienste von Gründungspartner Ranke. Als ehemaliger Managing Director Sports Data & Licensing bei der Sportradar AG (dem wichtigsten Datenlieferanten für Sport- und Sportwettenindustrie) sowie Leiter Lizenzen und Mitglied des Strategischen Boards bei Sport 1/DSF ist er ein bekannter Name im Sport- und Sportrechte-Business.

Lentze Stopper berät die BBL GmbH schon viele Jahre. Zudem vertritt die Sportrechtsboutique den DFB in der Sportgerichtsbarkeit und vor staatlichen Gerichten. Bis 2016 war die Einheit zudem für die Ausschreibung der Medienrechte der Nationalmannschaft mandatiert. 

Die im Eishockey erfolgreiche Bieterin Telekom setzt in Sportrechte-Bieterverfahren fast immer auf ihre Inhouse-Juristinnen und -Juristen, neben Manuela Stahn, die diesmal federführend agierte, ist regelmäßig Dr. Andreas Hoppmann involviert.

Bei der DEL hatte Geschäftsführer Tripcke alle Fäden in der Hand. Das Mitglied des Legal Committee des Eishockey-Weltverbandes IIHF ist als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei in Velbert tätig.            

 

 

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