Refinanzierung und Verkauf

Luther und White &Case bei Flensburger Schiffbau an Bord

Die norwegische Industrieholding Siem hat über ihre luxemburgische Tochter Siem Europe 76 Prozent der Anteile an der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) verkauft. Käufer ist die Beteiligungsgesellschaft Sapinda, hinter der Finanzinvestor Lars Windhorst steht.

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Lars Frohne
Lars Frohne

Siem bleibt Minderheitseigner sowie Kunde der FSG-Werft und leistet wie der neue Eigentümer einen Beitrag zur Finanzierung. Die 1872 gegründete Werft ist vor allem durch den Bau und die Weiterentwicklung von sogenannten RoRo-Fähren für bewegliche Güter bekannt geworden. Inzwischen werden dort auch aufwendigere Passagierschiffe hergestellt. Rund 1.800 Arbeiter – Festangestellte, Leiharbeiter und Werkverträgler – arbeiten nach Berichten des NDR üblicherweise auf dem Gelände der FSG, die Anfang des Jahres in Zahlungsschwierigkeiten kam.

Berater Sapinda
White & Case (Frankfurt): Dr. Stefan Bressler (Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Siem
Luther (Hamburg): Lars Frohne, Dr. Benjamin Hub (beide Corporate/M&A, maritimes Wirtschaftsrecht), Anne Wegner (Düsseldorf; Kartellrecht), Dr. Marcus Backes (Restrukturierung)

Hintergrund: Für Luther ist Siem beziehungsweise die FSG ein langjähriger Mandant. Ulf Bertheau, of Counsel der Kanzlei und früherer Partner, fungierte sogar einige Zeit als Geschäftsführer der Flensburger Werft, um diese durch die branchentypische Absatzkrise zu steuern. Die beiden Schifffahrtsexperten Hub und Frohne waren auch parallel zu Freshfields Bruckhaus Deringer für die Marenave Schiffahrts AG 2017 im Einsatz, die seinerzeit eine finanzielle Restrukturierung durchlief und mittlerweile als Beteiligungsgesellschaft Marna firmiert. Frohne ist auch für Banken bei der Abwicklung von Schiffskrediten bzw. -beteiligungen aktiv.

Der White & Case-Transaktionsexperte Bressler war zuletzt auch Teil eines Teams, das bei einem voluminösen Private-Equity-Deal um das Cybersicherheitsunternehmen NSO die Banken beriet. Bevor Bressler vor gut einem Jahr von Freshfields Bruckhaus Deringer zu White & Case wechselte, hatte er noch Air Berlin und deren späteren Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther beraten zum Verkauf der österreichischen Fluggesellschaft Niki.

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