Juve Plus Schuldscheindarlehen

Grünenthal sammelt mit Allen & Overy über 300 Millionen Euro ein

Grünenthal hat erstmals ein Schuldscheindarlehen emittiert. Aufgrund der hohen Nachfrage nahm das Aachener Pharmaunternehmen mehr als das Doppelte dessen ein, was angedacht war. Statt der anvisierten 150 Millionen Euro lag das Transaktionsvolumen bei 300 Millionen Euro. Als Mittler agierten die Commerzbank, die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale und UniCredit.

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Neil Weiand
Neil Weiand

Genaue Angaben zu den Kreditmargen bei den Schuldscheintranchen machte das Unternehmen nicht, sie seien  „jeweils am unteren Ende der Vermarktungsspanne festgelegt” worden. Die Laufzeiten liegen dem Vernehmen nach zwischen drei und sieben Jahren.

Mit der neuen Liquidität will Grünenthal seinen Wachstumskurs beschleunigen. Das Aachener Familienunternehmen, das für 2016 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro bekanntgab, will bis 2022 einen Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro erzielen. Dazu müsste es vier bis fünf neue Medizinprodukte anbieten. In diesem Jahr erwarb Grünenthal bereits das Start-up Adhesys Medical und sicherte sich die globalen Rechte (ohne Japan) an dem Migränemedikament Zomig.

Im Pharmasektor hatten sich in den vergangenen Monaten beispielsweise der Arzneimittelhersteller Stada und die Holding des Prothesenherstellers Otto Bock über Schuldscheindarlehen Liquidität besorgt.

Berater Grünenthal
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Neil Weiand; Associate: Elke Funken-Hötzel (beide Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Aachen): Marcus Heppner (Senior Vice President Global Legal), Sabine Kruth (Director Global Legal) 

Berater Banken
Inhouse Recht (Helaba; Frankfurt): Dr. Christopher Gadomski – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Chefsyndikus Heppner leitet seit Ende 2011 die Grünenthal-Konzernrechtsabteilung. Allen & Overy-Partner Weiand begleitete im Sommer 2012 erstmals eine Finanzierung für das Aachener Pharmaunternehmen, und gemeinsam mit Londoner Corporate-Partnern unterstützte er seine Mandantin in diesem Jahr auch zur Vereinbarung mit AstraZeneca, als es um den Rechteerwerb an dem Migränemedikament Zomig ging.

Die Schuldschein-Premiere war für Weiand nicht die einzige in diesem Sommer: Auch der börsennotierte, ungarische Mineralölkonzern MOL setzte jüngst beim Abschluss eines Debut-Schuldscheindarlehens auf den Finanzierungsrechtler.

Aufseiten der Banken koordinierte dem Vernehmen nach Syndikus Gadomski, Gruppenleiter für Allgemeine Unternehmensfinanzierungen und Insolvenzrecht der Helaba die jetzige Emission.

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