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CHG-Mandant Goldbet verkauft italienische Tochter an Gamenet

Autor/en
  • Raphael Arnold

Der Glücksspielanbieter Gamenet aus Rom kauft für 265 Millionen Euro die italienische Tochter von Goldbet Sportwetten aus Innsbruck. Damit wird die börsenotierte Käuferin zum führenden Anbieter von Sportwetten jenseits der Alpen. Aufsichtsrechtliche Genehmigungen stehen noch aus, das Closing steht im 3. Quartal 2018 an.

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Roberto Donnini
Roberto Donnini

Gamenet setzte sich in einem Bieterverfahren gegen einen zweiten Interessenten durch. Mit dem Zukauf verdoppelt der Anbieter die Zahl seiner Wettlokale in Italien und kommt auf einen Marktanteil von rund 18 Prozent.

Die verkaufte Goldbet-Tochter hält in Italien eine Lizenz als Wettanbieter und betreibt dort 985 Wettlokale. Außerdem hat das Unternehmen eine Lizenz für Online-Spiele und -Wetten, die sich auch auf mobile Plattformen erstreckt. 2017 lagen die Wett- und Spieleinsätze bei 1,7 Milliarden Euro. Der operative Gewinn betrug 40 Millionen Euro.

Das Unternehmen erwarb seine Lizenz für das italienische Sportwettengeschäft 2015 und verlegte im Folgejahr einen Großteil des Betriebs mit 170 Mitarbeitern dorthin. Nach dem Verkauf des Italiengeschäfts verbleiben in Innsbruck nun die Goldbet-Firmenleitung und eine Serviceeinheit.

Trilantic reduzierte Gamenet-Anteil über Börsegang

Die Käuferin Gamenet ging Ende 2017 in Mailand an die Börse. Damals gab ein Fonds von Trilantic Capital Partners einen Anteil von 34,8 Prozent an dem Unternehmen ab, hält jedoch weiterhin 45 Prozent an der Gesellschaft. Im Jahr zuvor hatte Gamenet unter anderem die italienischen Aktivitäten von Intralot gekauft, deren Umsatz 2016 knapp 69 Millionen Euro betrug.

2017 wies Gamenet einen Umsatz von 619 Millionen Euro aus, der Gewinn belief sich auf knapp 1,15 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter lag Ende Juni 2018 bei 617.

Berater Gamenet
Caiazzo Donnini Pappalardo e Associati (Rom): Roberto Donnini, Alessandro Pilarski; Associates: Edoardo De Carlo, Silvana De Lauretis, Federica Milazzo (alle Gesellschaftsrecht/M&A)
Foglia & Partners (Rom): Dr. Giuliano Foglia, Matteo Carfagnini; Associates: Marco Poziello, Francesco Capogrossi (alle Steuern/Finanzierung)

Dietmar Czernich
Dietmar Czernich

Berater Goldbet Sportwetten
Czernich Haidlen Guggenberger (Innsbruck): Prof. Dr. Dietmar Czernich (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Bernd Guggenberger (Wettbewerbs-/Kartellrecht); Associate: Michael Huetz (Gesellschaftsrecht/M&A; St. Johann in Tirol)
TPA Group (Innsbruck): Dr. Günther Stenico (Federführung; M&A/Konzernsteuerrecht), Gottfried Sulz, Christian Oberkleiner (beide Umgründungssteuerrecht) 
SLVB (Florenz): Prof. Dr. Augusto Dossena, Giulio Marinelli (M&A)
PwC TLS Avvocati e Commercialisti (Rom): Andrea Lensi Orlandi Cardini (Federführung; M&A), Giovanni Poggio, Bianca Varcasia (beide Due Dilligence), Angelo Conte (Steuern); Associates: Daniele Landi (M&A), Carlo Novello (Steuern)

Hintergrund: Gamenet hatte die römische Kanzlei Caiazzo Donnini Pappalardo vor zwei Jahren bei der Fusion mit den italienischen Aktivitäten von Intralot auf der Gegenseite. Das jetzige Mandat entstand aus diesen Kontakten heraus. Für steuer- und finanzrechtliche Themen griff das Unternehmen auf Foglia & Partners zurück, die sich vor drei Jahren von der renommierten Mailänder Kanzlei Tremonti Romagnoli Piccardi abspalteten.

Bei steuerlichen Fragen zur Ausgabe von variabel verzinsten Anleihen über 225 Millionen Euro hatte Gamenet im April ein Tremonti-Team beauftragt. Als Rechtsberater zu italienischem, UK- und US-Recht waren die White & Case-Büros in London und Mailand tätig.

White & Case und Tremonti hatten Gamenet auch beraten, als das Unternehmen Ende 2017 34,8 Prozent seiner Aktien an die Börse brachte. Ein Fonds von Trilantic Capital Partners fuhr so seinen Anteil zurück. Die beteiligten Banken begleitete bei dem IPO Latham & Watkins.

Verkäufer setzen auf langjährige Berater

Die österreichischen Berater von Goldbet setzten sich aus Einheiten zusammen, die seit Jahren enge Kontakte zu dem Unternehmen und der italienischen Eigentümerfamilie pflegen. Diese erwarb Goldbet 2009 mit Hilfe von CHG-Partner Dietmar Czernich, seit dieser Zeit besteht eine enge Mandatsbeziehung. Auch TPA-Partner Stenico ist seit Jahren immer wieder für die Gruppe tätig.

In Italien setzte Goldbet auf die Florenzer Anwälte von SLVB, deren Partner Augusto Dossena seit Langem die Beziehungen zu den Goldbet-Eigentümern pflegt. Zugehörige Gesellschaften wie GB Invest berät die Kanzlei immer wieder bei Investitionen, zuletzt verstärkt im Immobiliensektor, und vertritt sie auch vor Gericht. Das Vertragswerk entwickelte Partner Giulio Marinelli zusammen mit den Kollegen von PwC TLS um Andrea Lensi Orlandi Cardini. PwC war für die italienische Goldbet-Tochter bereits als Wirtschaftsprüfer tätig und deshalb mit der Zielgesellschaft vertraut.

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