Juve Plus Umwandlung

Oppenhoff begleitet Familienkonzern KSB auf dem Weg zur SE

Mit dem heutigen Eintrag ins Handelsregister hat der Frankenthaler Pumpenhersteller KSB den Rechtsformwechsel von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien vollzogen. Zudem durchlief das milliardenschwere Familienunternehmen eine Umwandlung zur Societas Europaea. Mit dem Rechtsformwechsel sollen die stabile Eigentümerstruktur erhalten und neue strategische Optionen für die Unternehmensentwicklung eröffnet werden.

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Harald Gesell
Harald Gesell

Die neue SE agiert fortan als persönlich haftende Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft auf Aktien. Ihre Aktien gehören mehrheitlich der Eigentümergesellschaft Johannes und Jacob Klein, einer Tochter der gemeinnützigen KSB Stiftung und der Kühborth-Stiftung. Sie hält mehr als 80 Prozent der Stammaktien. 

Die Absicht zur Konzernumwandlung wurde Ende 2016 bekanntgegeben und auf der Hauptversammlung im Mai 2017 beschlossen. Die Großaktionäre erhoffen sich dadurch auch einen leichteren Zugang zum Eigenkapitalmarkt. Zudem könnte die KSB-Aktie nun leichter im Rahmen der strategischen Unternehmensentwicklung etwa zur Akquisitionsfinanzierung eingesetzt werden.

Das Familienunternehmen wird in Zukunft von einem Verwaltungsrat geführt, der gleichzeitg als Geschäftsleitung und als Überwachungsorgan agiert. Diese monistische Organisationsform ist in der Schweiz gut etabliert und hierzulande beispielsweise auch bei dem Schuhhändler Deichmann, dem Sportartikelhersteller Puma, dem Düsseldorfer Unternehmen Max Automation und der Schnigge Wertpapierhandelsbank zu finden.

KSB ist schon seit mehr als 100 Jahren an der Börse notiert und erzielte mit rund 16.000 Mitarbeitern 2016 einen Umsatz von mehr als 2,1 Milliarden Euro. Das pfälzische Unternehmen entwickelt und produziert Pumpen und Armaturen, die in Gebäuden, in der Abwasserwirtschaft sowie in der Energietechnik zum Einsatz kommen. 

Im Zuge der Neuaufstellung werden auch die Aktienpapiere der Gesellschaft getauscht. Stammaktionäre der KSB erhalten für jede Stammaktie eine Kommandit-Stammaktie, das gleiche Tauschverhältnis gilt auch für die Vorzugsaktionäre. Die neuen werden wie die alten Papiere an den Börsen in Frankfurt und Düsseldorf jeweils im regulierten Markt gehandelt.

Hans-Stefan Wiß
Hans-Stefan Wiß

Berater KSB
Inhouse Recht (Frankenthal): Dr. Stefan Wiß (General Counsel & Group Compliance Officer)
Oppenhoff (Köln): Dr. Harald Gesell, Dr. Nefail Berjasevic (beide Federführung), Dr. Günter Seulen, Dr. Axel Wenzel (alle Gesellschaftsrecht), Jérôme Friedrich, Dr. Andreas Kopp (beide Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt), Marc Krischer, Matthias Bassüner (beide Steuerrecht), Dr. Gilbert Wurth, Dr. Alexander Willemsen (beide Arbeitsrecht), Dr. Vanessa Pickenpack (Prozessführung); Associates: Dr. Luise Hauschild, Katharina Erb, Alexandra Dölves (alle Gesellschaftsrecht), Mirco Florczak (Steuerrecht), Dr. Anna-Gesine Zimmermann (Prozessführung)

Hintergrund:  Oppenhoff begleitete KSB umfassend. Nicht nur die Familiengesellschafter, auch die Managementorgane und Arbeitnehmer wurden in die Vorbereitungen einbezogen. Von den ersten Überlegungen bis hin zur Umsetzung dauerte der Vorgang dem Vernehmen nach drei Jahre.

Aufgehalten wurde der Prozess nicht zuletzt dadurch, dass sich vier Aktionäre gegen den Formwechselbeschluss gewandt hatten. Darunter war auch der klagemutige Kölner Investor und Jurist Karl-Walter Freitag. Nachdem KSB beim Oberlandesgericht Zweibrücken einen Freigabeantrag gestellt hatte und die Aktionäre bewegt werden konnten, ihre Klagen zurückzuziehen, war der Weg frei, die Registereintragung zur Umwandlung beim Amtsgericht Ludwigshafen zu verfolgen.

Eng in die Abstimmungsprozesse eingebezogen war Chefjurist Wiß, der seit 2002 die Abteilung Recht & Compliance, Steuern, Patente & Marken bei KSB leitet. Daneben sind auch Ute Lang-Reiner (Investor Relations), Heiko Boes (Leiter Finanz- und Rechnungswesen), sowie Martin Rolf (Leiter Steuern) maßgeblich mit dem Umsetzungsprozess befasst gewesen.

Nefail Berjasevic
Nefail Berjasevic

Bei Oppenhoff, die über einem Pitch ins Mandat gekommen war, lag die Federführung bei dem Gesellschaftsrechtler Gesell und Junior-Partner Berjasevic, der noch bei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton für den 1. FC Köln die Aufsetzung der KGaA begleitet hatte. Vor fünf Jahren wechselte Berjasevic dann zu Oppenhoff. Die Kanzleipartner bildeten in der wichtigen Hautpversammlung im letzten Mai das Backoffice. Als Notar amtierte dort wie auch bei der Handelsregistereintragung Dr. Christoph Schmidt aus Frankenthal.

Die aktienrechtlichen Klageverfahren wehrte Partner Seulen ab, den Aktientausch und die damit verbundenen Abstimmungen koordinierte hingegen der Kapitalmarktrechtler Friedrich. Da der ausführliche Umwandlungsbericht auch die emissionsrechtlichen Aspekte abdeckte, konnte die Mandantin die Kosten für einen entsprechenden Börsenprospekt einsparen. Nach JUVE-Informationen war Maren Pfeiffer als Head of Unit Listing Services der Börse Frankfurt mit der Gleichwertigkeitsprüfung befasst, bei der Börse Düsseldorf ist Thomas Dierkes, der auch als Vorstand Recht amtiert, für solche Themen zuständig.

Die Privatbank Warburg flankiert den Aktientausch. Dort waren Till Wrede (Direktor/Leiter Equity Capital Markets), Dr. Christel Turpeinen (Abteilungsdirektorin), sowie Sven Hasenberg (ebenfalls Equity Capital Markets) eingebunden. Das Mannheimer Büro von PricewaterhouseCoopers (PwC) wurde – wie vom Vorstand vorgeschlagen – zum Gründungsprüfer bestellt.

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