Verchromt

DPE erwirbt mit Heuking und Ashurst deutsch-tschechischen Autozulieferer

Fonds der DPE Deutsche Private Equity haben den Autozulieferer Fischer Surface Technologies aus Rheinland-Pfalz erworben. Haupteigentümer war bislang die Gründerfamilie um Erwin und Peter Fischer.

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Peter Schmidt
Peter Schmidt

Mit der Übernahme wechselt auch die Leitung des Herstellers von verchromten Kunststoffteilen. Der bisherige Geschäftsführer und Teilgesellschafter der tschechischen Tochter, Peter Endlich, soll die Firma in Zukunft führen. Im Zuge des Einstiegs der DPE beteiligt er sich selbst mit einem kleinen Anteil am Unternehmen.

Fischer erwirtschaftet einen Umsatz von circa 70 Millionen Euro, vier Fünftel davon im Automobilsektor. Der Galvanik- und Spritzgussspezialist fertigt Zierleisten, Armaturentafeln oder Markenembleme. Die Firma beschäftigt an den vier Produktionsstandorten in Katzenelnbogen, Seelbach und im tschechischen Liberec 600 Mitarbeiter.

Das Münchner Private-Equity-Haus DPE investiert vornehmlich in kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Januar schloss das Münchner Finanzhaus seinen dritten Fonds, DPE Deutschland III, dessen Volumen 575 Millionen Euro umfasst. Das von DPE verwaltete Gesamtvermögen beläuft sich auf 1,1 Milliarden Euro. 

Berater DPE Deutsche Private Equity
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Hamburg): Dr. Peter Schmidt (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Stefan Jöster (Versicherungsrecht; Köln), Dr. Frederik Wiemer (Datenschutzrecht); Associates: Dr. Julius Wedemeyer, Philipp Kümper (beide Corporate/M&A), Melanie Prasse (Markenrecht)
Kocián Šolc Balaštík : Dagmar Dubecká; Associates: Sasha Štěpánová, Jaroslav Zahradníček, Richard Hamran (alle Corporate/M&A, Vertragsrecht, Due Diligence)
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Michael Best, Gerald Herrmann (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt
Ashurst (München): Dr. Bernd Egbers (Federführung; Finanzierung), Dr. Martin Bünning (Steuerrecht); Associates: Isabell Pöller (Finanzierung)
Wolf Theiss : Jan Myška (Corporate/M&A), Mills Kirin (Bank-/Finanzrecht); Associate: Radek Kraus (Finanzrecht)

Daniel Röder
Daniel Röder

Berater Verkäufer
Greenfort (Frankfurt): Dr. Daniel Röder (Corporate/M&A); Associates: Dr. Pascal Ludwig (Arbeitsrecht), Tobias Glienke (Corporate/M&A)
Glatzová & Co. : Dr. Vladimíra Glatzová; Associate: Matěj Auxt (beide Corporate/M&A)
Flick Gocke Schaumburg (Frankfurt): Dr. Torsten Engers; Associates: Dr. Susanne Hemme, Dr. Nicole Schwäbe (alle Steuern)
Kodap (Liberec): Ivana Vanousova (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Česká Spořitelna
Clifford Chance: Thomas Weitkamp (Federführung; Bank-/Kapitalmarktrecht; München), Miloš Felgr (Bank-/Finanzrecht; Prag), Thorsten Sauerhering (Steuern, Frankfurt); Associates: Adéla Hardmeyer (Frankfurt), Jennifer Seipelt, Alexander Lang (beide München; alle Bank-/Kapitalmarktrecht), Marian Husár (Bank-/Finanzrecht; Prag), Petr Šebesta (Steuern; Prag)

Hintergrund: Aufseiten von DPE folgt die Auswahl der Berater vertrauten Pfaden. Im Gesellschafts-, Finanz- und Steuerrecht griff die Private-Equity-Gesellschaft wieder auf Heuking-Partner Peter Schmidt zurück. Dieser hatte den Kapitalgeber bereits bei mehreren Transaktionen unterstützt, darunter beim Erwerb von Interschalt und beim Verkauf des Autoteileherstellers Westfalia an Horizon Global. Das Prager Büro von Kocián Šolc Balaštík kam über das Netzwerk World Services Group (WSG) in das Mandat, dem beide Sozietäten angehören. Die tschechische Kanzlei verfügt mit Prag, Karlsbad und Ostrau über insgesamt drei Standorte im Land.

Tomáš Rychlý
Tomáš Rychlý

Zusammen mit den Münchner Ashurst-Finanzrechtlern unter der gemeinsamen Leitung von Partner Bernd Egbers und Isabell Pöller bearbeitete ein Team des Prager Wolf Theiss-Partners Jan Myška Fragen zum örtlichen Finanzrecht. Ashurst und das Wolf Theiss-Büro in Budapest hatten DPE auch im Oktober 2014 bei der Finanzierung der Übernahme des Vliesstoffherstellers J.H. Ziegler beraten. Der zweite Partner im tschechischen Büro von Wolf Theiss, Tomáš Rychlý, wechselt zum Februar an das Oberste Verwaltungsgericht des Landes in Brünn. Damit sind für die österreichische Kanzlei 16 Juristen in der Moldaustadt tätig.

Schon beim Kauf des Vliesstoffproduzenten war auch Clifford Chance-Partner Thomas Weitkamp für die kreditgebenden Banken am Start. Bei der jetzigen Finanzierung kam er über DPE in das Mandat. Unabhängig davon sind die Clifford-Anwälte im Prager Büro regelmäßig für die tschechische Großbank Česká Spořitelna tätig.

Für Pöllath ist DPE ebenfalls ein regelmäßiger Mandant. Das gilt für Fondsstrukturierungen wie den DPE Deutschland III oder den im März 2013 geschlossenen Fonds DPE Deutschland II, in den Investoren 350 Millionen Euro steckten. In Transaktionen ist für steuerliche Themen immer wieder der Münchner Pöllath-Partner Michael Best eingebunden.

Die Frankfurter Kanzlei Greenfort war erstmals für die Verkäufer von Fischer Surface tätig und kam über persönliche Kontakte des Partners Daniel Röder in das Mandat. Tschechische Rechtsfragen bearbeitete die Kanzlei Glatzová, deren Namenspartnerin unter anderem Transaktionen betreut.

Für steuerliche Fragen zog Röder den Flick Gocke-Anwalt und Steuerberater Torsten Engers hinzu. Den tschechischen Teil bearbeitete die Steuerberatung Kodap, die in dem Land in 14 Städten vertreten ist. (Raphael Arnold)

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