Erneuerbare Energien

White & Case und CMS schmieden Projekte in Spanien und Portugal

Die in Hamburg ansässige Aquila Clean Energy verwirklicht in Spanien und Portugal mehr als 50 Projekte für erneuerbare Energien. Dazu hat das Unternehmen nun eine Bauphasenfinanzierung im Umfang von einer Milliarde Euro abgeschlossen.

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Florian Degenhardt

Die auf drei Jahre ausgelegte Finanzierung speist sich zu 40 Prozent aus Mitteln der Europäischen Investitionsbank (EIB), 60 Prozent stellt ein Konsortium aus sieben Geschäftsbanken zur Verfügung. Der für das Gesamtprojektvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro verbleibende Betrag von rund einer Milliarde stammt aus Fonds, die von Aquila Capital verwaltet werden sowie aus eigenem Kapital des Unternehmens.

Zu den Projekten gehören vor allem Photovoltaik- und Onshore-Windanlagen. Die Gesamtkapazität der Anlagen soll rund 2,6 Gigawatt betragen. Dies entspricht laut Angaben der EIB dem Jahresverbrauch von rund 1,4 Millionen europäischen Haushalten. Die Projekte sollen eine geschätzte Leistung von 5,3 Terawattstunden pro Jahr erbringen. 

Gebaut wird mehrheitlich in Gebieten, die von der EU als ‚vorrangige Kohäsionsregionen‘ ausgewiesen sind, also Regionen mit einem unterdurchschnittlichen Bruttoeinkommen pro Einwohner. Mit dem Bau will die EU Spanien und Portugal bei ihren Verpflichtungen zur Reduzierung von Treibhausgasen unterstützen. Zudem will sie die wirtschaftliche Erholung der Regionen vorantreiben, die besonders hart von der Covid-19-Pandemie betroffenen waren. 

EIB finanziert erstmals kurzfristig

Aquila Clean Energy ist die europäische Entwicklungsplattform für Erneuerbare Energien des weltweit tätigen Investors Aquila Capital. Er steht insgesamt für Sachwertanlagen im Wert von mehr als 13 Milliarden Euro. Aquila Capital bezeichnet die Transaktion als größte Finanzierung ihrer Geschichte.

Die EIB fungiert als Institution der EU für langfristige Finanzierungen in den Bereichen Infrastruktur, Innovation, Klima und Umwelt. Mit der kurzfristigen Bauphasenfinanzierung für die Erneuerbaren-Projekte betritt die EIB somit Neuland. Das Geschäftsbanken-Konsortium bilden Santander, NatWest, BNP Paribas, ING, Intesa SanPaolo Luxembourg, Banco Sabadell sowie die deutsche KfW IPEX-Bank. 

Berater Kreditgeber
White & Case (Hamburg): Florian Degenhardt (Federführung), Fernando Navarro (Madrid), Matthias Grigoleit, Beate Treibmann; Associates: Martin Riederer, Dana Masberg, Robert Bente, Alfonso Garcia Freire, Diego Hernandez-Sampelayo Lara, Gracia Truan, Rafael Mínguez (alle vier Madrid; alle Finanzrecht).
CS Associados (Lissabon): Duarte Brito de Goes (Federführung; Finanzrecht)

Kerstin Block

Berater Aquila
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Paul-Vincent Hahn (Senior Legal Counsel/Agila Capital)
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Marc Riede, Dr. Kerstin Block (beide Federführung), Guillermo Muñoz-Alonso (Madrid), Francisco Xavier de Almeida (Lissabon), Vivian Walry (Luxemburg), Jason Harding, (London; alle Finanzrecht), Patrick Dewerbe (Steuerrecht; Lissabon), Carl Werner, Dr. Anja Hasselmann-Thiede, Moritz Gerstmayr (Frankfurt), Zornitsa Dimitrova (Luxemburg; alle Finanzrecht), Dr. Olaf Thießen (Steuerrecht); Associates: Nicolai Bischof, Víctor Sanjuán Mira (Madrid), Filipa Branco, Gonçalo Moncada (beide Lissabon), Suzanne Chibane (Luxemburg), Kirsty Templar, Anubha Shrivastava (beide London; alle Finanzrecht), Susana Goncalves (Steuerrecht; Lissabon)

Hintergrund: White & Case kam über einen Pitch in das Mandat. Partner Degenhardt, der hier ein deutsch-spanisches Team leitete, gilt als Experte für die Finanzierung von Energieinfrastruktur und ist auf dem Gebiet weltweit tätig. Er war bereits mehrfach in Projekte mit EIB-Beteiligung involviert, etwa 2009 beim Bau des Solarparks Turnow-Preilack in der Region Cottbus. Zudem war er 2014 beteiligt, als die EIB in Deutschland mit dem Ausbau der A7 zwischen Hamburg und Bordesholm erstmals ein Projekt mit einer Anleihe auf den Weg brachte. Ergänzend beriet auf Kreditgeberseite die Lissabonner Kanzlei CS Associados zum portugiesischen Recht.   

Die Kreditnehmer setzten auf ein CMS-Team unter Federführung des Partnergespanns Block und Riede. Die Mandatierung geht ebenfalls auf einen Pitch zurück. Die Kanzlei ist bereits seit vielen Jahren mit Aquila verbunden. 2020 beriet CMS den japanischen Investor Daiwa beim Erwerb von 40 Prozent der Anteile an der Aquila Holding. Partnerin Block ist regelmäßig in Infrastrukturprojekte eingebunden. Beispielsweise war sie im Juli Teil des multinationalen CMS-Teams, das die Finanzierungsvereinbarung für das deutsch-britische Unterwasser-Stromkabelprojekt NeuConnect auf den Weg gebracht hat.

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