Restrukturierung

Zulieferer WKW mit Freshfields und Latham restrukturiert

Der Automobilzulieferer WKW-Gruppe hat erfolgreich eine finanzielle Restrukturierung abgeschlossen. Die gefundene Lösung beinhaltet auch komplexe gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen.

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WKW ist ein weltweit tätiger Automobilzulieferer aus Nordrhein-Westfalen, der als Hersteller von Zier- und Funktionsbauteilen viele Autobauer in Europa bedient. Von zwei Standorten aus beliefert das Unternehmen auch den US-Markt. Die Gruppe setzte 2020 mit etwa 4.500 Beschäftigten 473 Millionen Euro um. Dennoch war sie zuletzt in finanzielle Nöte geraten.

Lars Westpfahl

Bei einer nun erfolgten Restrukturierung wurden bestehende Kredite sowie neue Kreditfazilitäten mit einem Gesamtvolumen von über 200 Millionen Euro in einem Konsortialkreditvertrag gebündelt. Gesellschaftsrechtliche Maßnahmen zur Änderung der Gruppenstruktur und Anpassungen der Corporate Governance einschließlich der Übertragung von Anteilen der Gesellschafter auf einen Treuhänder für die Zeit der Sanierung waren weitere Schritte.

Das frische Geld liefern Banken. Das Konsortium besteht aus der Commerzbank, der DZ Bank, der Deutschen Bank und der Stadtsparkasse Wuppertal. Gesellschafterin der WKW ist die Wuppertaler Gesellschaft Walter Klein, die Ende 2020 mit einem Anteil am Grundkapital von etwa 83 Prozent stand. Hinter der Gruppe steht die Gert und Susanna Mayer Stiftung.

Berater WKW
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Lars Westpfahl (Federführung; Restrukturierung), Dr. Peter Versteegen, Dr. Philipp Dohnke (beide M&A), Dr. Mario Hüther (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Jan-Philip Wilde (Restrukturierung); Associates: Leon Luserke, Christian Paterlini (beide Restrukturierung), Dr. Aljosha Barath (M&A), Dr. Andreas Thümmler, Alexander Bräuer (beide Bank- und Finanzrecht; beide Frankfurt), Dr. Claus-Peter Knöller, Sebastian Jung, Julia Langner (alle Steuerrecht; alle Frankfurt)

Berater Anteilseigner
Oppenhoff & Partner (Köln): Dr. Stephan König, Dr. Nefail Berjasevic (beide Gesellschaftsrecht)

Berater Banken
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Jörn Kowalewski (Federführung; Restrukturierung), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dirk Kocher (M&A), Dr. Hendrik Hauke (Federführung; Restrukturierung); Associates: Jan-Mark Steiner, Anja Hornbostel, Dr. Jan Heuer (alle Restrukturierung)

Sanierungsgutachten
PricewaterhouseCoopers (München): Thomas Steinberger, Daniel Steiner (beide Federführung)

Berater Treuhand
Wellensiek (Frankfurt): Alfred Hagebusch (Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields begann mit ihrer Beratung im Herbst, der erfahrene Sanierer Westpfahl wurde offenbar vom Unternehmen angesprochen. Die Kanzlei setzte sich dafür ein, dass die bereits in früheren Restrukturierungen bewährte Zusammenarbeit mit Latham & Watkins auf Bankenseite zustande kam.

Beide Kanzleien waren schon in zahlreichen Restrukturierungen in der Autobranche tätig, gemeinsam etwa bei dem großen IFA-Restrukturierungsdeal im Jahr 2019 und bei Benteler 2021. Latham-Partner Kowalewski hatte auch bei der umfangreichen Reorganisation des Zulieferers Borgers die Konsortialbanken beraten.

Über Cornelius Treuhand, eine unabhängige Treuhandgesellschaft der Insolvenzspezialkanzlei Wellensiek, wurden Geschäftsanteile in einer temporären Verwaltungstreuhand gehalten. Der langjährige Wellensiek-Partner Hagebusch ist einer der Spezialisten für diese Form von Absicherung. Mit einer solchen Konstruktion hatte es zuvor schon bei Hülsta eine Zusammenarbeit mit Latham-Partner Kowalewski gegeben. 

In der Vergangenheit hatten die Kanzleien FPS Fritze Wicke Seelig und Breidenbach und Partner Unternehmen der WKW-Gruppe zu einem Joint Venture beraten. 

Das Sanierungsgutachten stammt von PricewaterhouseCoopers, federführend vom Partner Thomas Steinberger, der als einer der bekanntesten Branchenexperten für Autozulieferer-Restrukturierungen gilt. Das Team von PwC war seit Oktober bei WKW für das Sanierungsgutachten im Einsatz.

Der erfahrene Kölner Oppenhoff-Partner König kennt die Eigentümerfamilie Mayer und kam über eine persönliche Empfehlung in das Mandat.

Copyright Teaserbild: TobiasW / stock.adobe.com

 

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