Hintergrund Interview

Eigene Nvidia-Infrastruktur statt Hyperscaler: Rödl geht bei KI einen Sonderweg

Rödl hat sich entschieden, eine eigene KI-Infrastruktur aufzubauen – inklusive Nvidia-Chips, Open-Source-Sprachmodellen auf eigenen Servern („on premise“) und einer Beteiligung an Neuland.ai. Im Gespräch erklärt Dr. Alexander Kutsch, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des Geschäftsbereichs Legal bei der MDP-Gesellschaft, warum die Kanzlei bei Mandantendaten auf maximale Datensouveränität setzt, welche Rolle europäische KI-Infrastrukturen spielen und weshalb sich die Investition nach eigener Rechnung bereits innerhalb von zwei Jahren rechnen soll.

von Johanna Heidrich, Martin Ströder, Norbert Parzinger

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JUVE: Rödl hat entschieden, acht Nvidia-Chips anzuschaffen und Sprachmodelle on premise zu hosten. Wie kam es zu diesem Schritt?
Alexander Kutsch: Unsere Automation Journey hat schon vor sechs Jahren begonnen, mit UiPath für Prozessautomatisierung und der Microsoft Power Platform für Low-Code-Anwendungen. Als KI hinzukam, haben wir das Programm in ‚Intelligent Automation‘ umbenannt und alle Geschäftsfelder zusammengebracht. Wir haben zuerst ein übergreifendes Center of Excellence gegründet und frühzeitig – auch vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen wie der KI-Verordnung – eine eigene Richtlinie definiert. Anschließend haben wir die Themen entlang der Verordnung systematisch aufgearbeitet und uns dann gefragt: Welche Tools benötigen wir eigentlich? Damals gab es am Markt ChatGPT und ein paar andere Modelle. Für uns war klar: Wir bauen etwas Eigenes, also eine eigene, unabhängige KI-Architektur.

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