Zu Lubberger Lehment wechseln Dr. Ralf Hackbarth (64), einer der führenden Markenrechtler Deutschlands, sowie die Soft-IP-Spezialistin Dr. Carola Onken (46). Mit Dr. Tim Schwarz (45) schließt sich der Kanzlei zudem ein weiterer Partner aus der IT-Praxis von Taylor Wessing an. Ein weiteres Partner-Duo von Klaka startet ab Januar bei der gemischten IP-Kanzlei Meissner Bolte: Der Patentrechtler Dr. Wolfgang Götz (60) sowie der Marken- und Designrechtler Dr. Stefan Abel (57), beide bekannte Prozessrechtler.
Bereits Ende Juni war bekannt geworden, dass der Patentrechtler Dr. Stefan Eck zusammen mit einem Associate zur Münchner IP-Kanzlei Ampersand wechseln wird. Gleichzeitig teilte CMS Hasche Sigle mit, dass sie Dr. Constantin Kurtz für ihre Patentpraxis als Partner gewinnen konnte. Beide wurden auch für ihr Know-how im Wettbewerbsrecht empfohlen.
Damit verlassen von den derzeit sieben Equity-Partnern bei Klaka sechs die 1979 gegründete Kanzlei. Als Partner im Soft-IP verbleibt nur Oliver Rauscher. Über seine Pläne ist bislang nichts bekannt. Auch die ohnehin kleine Associate-Riege verkleinert sich weiter: Ein Associate aus Hackbarths Team geht Ende des Jahres nach Schanghai, eine weitere Associate war bereits früher im Jahr zu D Young gewechselt. Damit ist künftig nur noch eine auf formelles Markenrecht spezialisierte Associate bei Klaka tätig.
Die Kanzlei hat es in den vergangenen Jahren verpasst, ihren Generationswechsel voranzutreiben. Die Partnerernennung 2016 von Carola Onken war die einzige in den vergangenen zehn Jahren. Seither sind laut Handelsregister fünf Partner aus Altersgründen aus der Partnerschaft ausgeschieden, zum Teil aber weiterhin als of Counsel tätig.
Triple für Lubberger Lehment
Lubberger Lehment hatte im Frühjahr dieses Jahres bereits für viel Gesprächsstoff im Markt gesorgt, als ihr Gründer und Namenspartner Andreas Lubberger in Berlin überraschend zur Medien- und IP-Kanzlei Nordemann Czychowski & Partner wechselte. Nun setzt sie mit dem Zugang von gleich drei Partnern in München ein Ausrufezeichen.
Während Hackbarth und Onken bei Lubberger Lehment in München zum Januar starten, wechselt der IT- und Datenrechtsspezialist Schwarz bereits zum November von Taylor Wessing. Mit Hackbarth gewinnt die Kanzlei einen bekannten Marken- und Wettbewerbsrechtler hinzu. Er arbeitete seit fast 30 Jahren bei Klaka. Der Prozessspezialist ist seit vielen Jahren umfassend für BMW tätig. Daher kennt er auch Lubberger-Partner Dr. Benjamin Koch, der zwischen Juli 2005 und 2009 in der Markenabteilung des bayerischen Autobauers gearbeitet hatte. 2008 hatte Hackbarth BMW beispielsweise in einem Verfahren gegen einen Importeur chinesischer Autos vertreten, das Koch auf Inhouse-Seite begleitete. Der Kontakt zwischen den beiden Marken- und Wettbewerbsrechtlern blieb bestehen, auch als Koch später zunächst zu Baker McKenzie und 2017 dann zu Lubberger Lehment wechselte und für die Kanzlei das Münchner Büro eröffnete. Hackbarth, der auch Erfahrung im Recht der geografischen Herkunftsangaben mitbringt, steigt als Equity-Partner bei Lubberger Lehment ein.
Onken wurde 2016 bei Klaka zur Partnerin ernannt. Die 45-Jährige, die bei Lubberger Lehment als Associated Partnerin einsteigt, ist vorwiegend im formellen Markenrecht und auch in Amtsverfahren tätig. Im Markt ist sie insbesondere durch ihre Tätigkeit für den Nivea-Hersteller Beiersdorf bekannt.
IT- und Datenrecht für Transaktionen
Mit dem Wechsel des IT- und Datenschutzspezialisten Schwarz von Taylor Wessing fügt die Kanzlei, die auch transaktionsbegleitend arbeitet, ihrem Angebot eine weitere Facette hinzu. Darauf hatte sich Schwarz auch bei Taylor Wessing spezialisiert: auf die Beratung von Deals, bei denen die Nutzung, Lizenzierung und Verwertung digitaler Technologien sowie IP-Rechte zentral sind. So gehörte er zuletzt etwa zu dem Team der Kanzlei, das den Dubag-Fonds Lenbach Equity Opportunities III. beim Erwerb des 3D-Laser-Druck-Geschäfts von Trumpf beriet.
Schwarz hatte seine anwaltliche Laufbahn 2015 bei Baker McKenzie begonnen und kennt aus dieser Zeit auch den Münchner Lubberger-Partner Koch. 2017 wechselte er zu Taylor Wessing, wo er 2021 zum Salary-Partner in der IT-Praxis ernannt wurde. Bei Lubberger Lehment steigt er nun als Equity-Partner ein.
Neben den Partnerzugängen baut Lubberger Lehment auch ihre Associate-Riege in den nächsten Wochen aus: Insgesamt kommen drei dazu, einer wird in München starten, zwei im Berliner Büro.
Doppelte Prozessverstärkung für Meissner Bolte
Meissner Bolte gewinnt mit Götz und Abel zwei prozessstarke Partner hinzu. Gerade für Götz, der vor allem als Spezialist für Patentstreitsachen bekannt ist, dürfte die Zusammenarbeit mit den Meissner Bolte-Patentanwälten interessant sein. Der bekannteste Patentlitigator der gemischten Kanzlei, Dr. Tobias Wuttke, war 2023 zur Wettbewerberin Bardehle Pagenberg gewechselt. Zu den Mandanten von Götz zählen unter anderem die Fritz!Box-Herstellerin AVM, die er in Patentverletzungsverfahren vertritt, der Logistik-Anlagenbauer Witron sowie eine internationale Aktiengesellschaft in Arbeitnehmererfindersachen.
Mit Abel, der selbst 2013 von Bardehle zu Klaka gewechselt war, kommt ein erfahrener Marken- und Designrechtsspezialist. Im Markt ist er unter anderem durch seine Tätigkeit für die Luxusmarke Longchamp bekannt, die er seit vielen Jahren zu zahlreichen Nachahmungsfällen von Handtaschen vertritt. Außerdem zählen der französische Design-Outdoormöbel-Hersteller Lafuma Mobilier sowie namhafte französische Parfumlabels zu seinen Mandanten. „Die starke internationale Ausrichtung und die enge Zusammenarbeit von Patentanwälten und Rechtsanwälten bei Meissner Bolte bieten große Vorteile. Für meine Mandanten ist das ein ideales Umfeld“, sagte Abel.
Bei Meissner Bolte treffen sie zudem mit Dr. Michael Nieder auf einen ehemaligen Klaka-Partner, der nach seinem altersbedingten Ausscheiden als of Counsel zu der IP-Kanzlei gewechselt war.
Mit den beiden Neuzugängen steigt die Zahl der Partner bei Meissner Bolte auf 33. Insgesamt zählt die IP-Kanzlei über 350 Beschäftigte in zwölf Büros in Deutschland und Großbritannien.