Diversity-Förderung

BASF fordert von Kanzleien mehr Einsatz für Diversität

Als einer von wenigen deutschen Konzernen will BASF mit einem global angelegten Programm Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion bei ihren externen Rechtsberatern fördern. Der Chemiekonzern hat entsprechende Kriterien in den Rahmenverträgen mit seinen Stammkanzleien verankert.

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Im Zuge des ‚Global Outside Counsel DEI Programs‘ (Diversity, Equity & Inclusion) müssen Kanzleien jährlich an einer Befragung teilnehmen, die zum Beispiel den Frauenanteil in der Partnerschaft oder verbindliche Diversity-Richtlinien ermittelt. Sie müssen nachweisen, dass sie Anwältinnen und Anwälte mit diversen Hintergründen einstellen, fördern und ihre Gesamtzahl erhöhen. Kanzleien verpflichten sich außerdem, für diese Ziele bei Secondments oder Schulungen mit BASF zu kooperieren.

Matthew Lepore

In den ersten Monaten will BASF analysieren, wie ihre externen Berater in puncto Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion dastehen. Anhand der Ergebnisse will der Konzern dann festlegen, wie er künftig mit Kanzleien umgeht, die die Kriterien nicht erfüllen. Auch bei der Mandatierung neuer Kanzleien wird Diversität künftig ein wichtiger Faktor.

Zum festen, weltweiten BASF-Panel zählen Dentons, DLA Piper, Freshfields Bruckhaus Deringer, Hogan Lovells und Mayer Brown.

Daneben haben sich folgende weitere Kanzleien, mit denen BASF regelmäßig zusammenarbeitet, zur Einhaltung der Kriterien verpflichtet:

USA/Kanada
Baker Botts
Beveridge & Diamond
Bressler Amery and Ross
Dentons Kanada
Faegre Drinker
Fasken
Gowling WLG
Kirkland & Ellis
King & Spalding
Lowenstein Sandler
Reed Smith
Morgan Lewis
Weil Gotshal & Manges
Europa
Osborne Clarke (Deutschland, UK)
Rittershaus (Deutschland)
Schellenberg (Schweiz)
Südamerika
Pinheiro Neto Advogados (Brasilien)
Veirano Advogados (Brasilien)
Asien-Pazifik-Region
King & Wood Mallesons (China)
Lee & Li (Taiwan)

General Counsel treibt die Entwicklung voran

Angestoßen hatte das Projekt Matthew Lepore, seit Mai 2021 General Counsel und Chief Compliance Officer bei BASF. An der Umsetzung arbeitete ein internationales Team zusammen mit dem Forschungsunternehmen Parker Analytics. Auch deutsche Inhouse-Anwälte waren federführend beteiligt, darunter Andreas Voßkamp, Head of Global Legal Operations & Innovation, und Senior Legal Counsel Clemens Hartmann.

Schon 2016 hatte Lepore in seiner Funktion als General Counsel für Nordamerika ein vergleichbares Projekt angestoßen. Nach eigenen Angaben hat sich die Zahl der Relationship-Partner mit diversem Hintergrund seitdem mehr als verdoppelt. Allgemein sei der Anteil der von Associates of Colour geleisteten Arbeit in BASF-Mandaten um 46 Prozent gestiegen, der von weiblichen Associates um 28 Prozent.

Diversität entscheidet über Mandatierung

„Vielfalt ist nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch gut fürs Geschäft. Es ist unumstritten, dass diverse Teams deutlich besser abschneiden als nicht-diverse Teams“, schreibt BASF in einer Pressemitteilung über das neue Programm. Diese Einstellung teilen auch andere Unternehmen. Kanzleien berichten immer wieder, wie vor allem international tätige Konzerne zunehmend vielfältig zusammengestellte Teams fordern. So knüpfte 2020 der Schweizer Pharmakonzern Novartis eine Mandatsvergabe an konkrete Diversity-Auflagen. Auch von Google ist bekannt, dass es bei der Auswahl von externen Beratern auf Diversität achtet. Coca-Cola hatte 2020 unter dem damaligen General Counsel Bradley Gayton strenge Diversity-Richtlinien eingeführt. Soweit bekannt liegen diese jedoch auf Eis, seitdem dieser sein Amt nach weniger als einem Jahr niederlegte.  

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