Berlin

Ehemaliger Linklaters-Manager gründet eigene Kanzlei

Autor/en
  • JUVE

Der ehemalige langjährige Managing Partner von Linklaters Markus Hartung macht sich mit einer eigenen Kanzlei und einer Strategieberatung selbstständig. Der 51-jährige Prozess- und Schiedsrechtler verlässt Ende dieser Woche die UK-Kanzlei.

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„Nach meiner Rückkehr in das operative Geschäft habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich meine Erfahrungen aus Management und Konfliktbewältigung in neue Produkte oder Dienstleistungen umsetzen könnte“, so Hartung. Er habe eine „tolle Zeit in einer tollen Kanzlei gehabt“, sah sich aber perspektivisch vor der Entscheidung, die Sozietät zu verlassen. „Dieses Beraterprofil fordert mehr unabhängiges und vielseitiges Handeln ein, als es mir als Partner bei Linklaters möglich ist. Daher habe ich mich nach über 16 Jahren Zugehörigkeit zu diesem Schritt entschlossen.“

Seinen Mittelpunkt wird Hartung, der zuletzt bei Linklaters zwischen den Standorten Frankfurt und Berlin pendelte, nun in der Bundeshauptstadt ansiedeln. Als Anwalt schließt sich Hartung in einer Bürogemeinschaft der Wirtschaftsstrafrechtsboutique Unger an, zu dessen Namenspartner Robert Unger er seit Jahren persönliche Kontakte pflegt. Hartungs Schwerpunkte als Anwalt bleiben unverändert Prozesse wegen Anwaltshaftung, Schieds- und Mediationsverfahren, zudem soll das Berufsrecht eine größere Rolle einnehmen.

Noch ohne Namen ist die Strategieberatung, mit der der ehemalige Managing Partner zukünftig als Dienstleister für die sogenannten Professional Service Firms auftreten wird. „Mit meinem Beratungsangebot will ich vor allem professionelle Beratungsunternehmen – Anwaltssozietäten, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – ansprechen, die vor unternehmensstrategischen Entscheidungen wie internen Um- und Restrukturierungen, Marktpositionierung oder möglichen Fusionen stehen“, sagte Hartung. Daneben setzt er seine Lehrtätigkeit zu Strategie- und Managementthemen an der Bucerius Law School fort.

Diese Themen kennt Hartung aus seiner langjährigen Managementtätigkeit, ab 1999 als erster Managing Partner von Oppenhoff & Rädler, dann bis Jahresende 2007 als Managing Partner von Linklaters Deutschland. Während seiner Amtsperiode  wurden Teile der Partnerschaft zugunsten einer Verjüngung der Kanzlei restrukturiert und Gremien wie das  German Management Committee verschlankt (mehr…). Als seine wesentliche Leistung gilt jedoch, aus der heterogenen Sozietät Oppenhoff & Rädler die Grundlagen der heutigen internationalen Einbindung von Linklaters Deutschland geformt und die Profitabilität vorangetrieben zu haben.

Mit der Reorganisation  der Dispute-Resolution-Praxis kehrte Hartung im Herbst 2007 in das operative Geschäft zurück und formte mit Bankenspezialist Klaus Saffenreuther und Litigation-Partner Dr. Rupert Bellinghausen in Frankfurt eine neue Dreierspitze (mehr…). Zudem übernahm Hartung direkt die Leitung des Linklaters-Team, welches für den Bund in dem milliardenschweren Schiedsverfahren um den Mautstreit auftritt (mehr…). Dennoch schien ihm nach acht Jahren als professioneller Kanzleimanager die Rückkehr ins operative Geschäft nicht leicht gefallen zu sein. Beobachter werten die Entscheidung deshalb als konsequenten Schritt.

„Seine Persönlichkeit hat uns in Mandaten wie dem Toll Collect-Schiedsverfahren sehr weitergeholfen“, sagte Bellinghausen, Praxisgruppenleiter für Dispute Resolution. „Ich wünsche Markus Hartung für seine berufliche Zukunft alles Gute.“ Damit besteht der Fachbereich bei Linklaters zukünftig aus 20 Berufsträgern, darunter 3 Partner in Frankfurt und 1 in München.  (Marcus Jung)


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