Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Kanzlei um Managing-Partner Peter Dieners hat ihren Umsatz pro Berufsträger erneut erhöht, wenn auch nur leicht von 650.000 auf 658.000 Euro. Denn die Zahl der Vollzeit tätigen Anwälte, sogenannte Fulltime Equivalents (FTE), ging mit 6,2 Prozent auf 271 noch etwas stärker zurück als der Umsatz. Die Zahl der Partner sank sogar um gut 9 Prozent, darunter waren auch Verluste wie der Weggang des ehemaligen Corporate-Chefs und Leiters der globalen Private-Equity-Gruppe Oliver Felsenstein zu Latham & Watkins oder der Finanzrechtlerin Alexandra Hagelüken. Dass Clifford ihre Produktivität unterm Strich dennoch leicht erhöht, ist insofern bemerkenswert.
So behaupteten sich die Praxen für Corporate und Private Equity, die von dem Ende 2014 verkündeten und aus London verordneten Verschlankungskurs personell am stärksten betroffen waren, vergleichsweise gut. Zudem gelang der Kanzlei der Gewinn des angesehenen M&A-Anwalts Dr. Anselm Raddatz, der Ende November von Freshfields Bruckhaus Deringer kam. Ein starkes Geschäft verbuchten aber vor allem die Immobilien- und die Steuerrechtspraxis, daneben erwies sich auch die Litigation-Abteilung als stabiler Geschäftstreiber.
Deutschlands Anteil am weltweiten Gesamtumsatz sank von elf Prozent im Vorjahr leicht auf noch zehn Prozent. Global schaffte Clifford Chance mit knapp1,9 Milliarden Euro ein moderates Umsatzplus von drei Prozent und setzt damit den Vorjahrestrend fort, als sie ebenfalls drei Prozent mehr einnahm. London erwirtschaftete ein weiteres Mal 35 Prozent des Umsatzes, die asiatischen Büros legten zu und kamen auf 16 Prozent, die in den USA auf 13 Prozent. Im Vorjahr waren Asien und die USA jeweils für 15 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Kontinentaleuropa – dazu zählen die Büros in Osteuropa, Istanbul und Casablanca – trugen 33 Prozent zum Umsatz bei.
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