Compliance

Landeskreditbank Baden-Württemberg gründet eigene Abteilung

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  • JUVE

Die Staatsbank Baden-Württembergs, die in Karlsruhe ansässige Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank), hat eine eigene Compliance-Abteilung geschaffen. Seit Anfang September verantwortet der Finanzrechtsexperte Dr. Michael Meissner (47) das neue Ressort auch offiziell, mit dessen Aufbau er bereits seit seinem Einstieg bei der Bank im April beschäftigt war. Zuvor war er fünf Jahre in München für die US-Kanzlei Dechert tätig, aus deren Partnerschaft er Ende 2013 ausgeschieden war.

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Zu Dechert war Meissner Anfang 2009 gewechselt. Er kam damals von Raupach & Wollert-Elmendorff, deren Frankfurter Büro er bis dahin vier Jahre lang geleitet hatte. Frühere Stationen von Meissner waren die drei US-Kanzleien Jones Day, Rogers & Wells sowie Simpson Thacher & Bartlett. Während seiner Zeit in den verschiedenen Kanzleien begleitete Meissner zahlreiche Finanzierungs- und Kapitalmarkttransaktionen, zu seinen Mandanten gehörten Investoren und Banken wie die Baader Bank. Originäre Compliance-Themen gehörten während Meissners Anwaltskarriere nicht zu seinen unmittelbaren Schwerpunkten, dennoch ergaben sich an der Schnittstelle zum Bankaufsichtsrecht verstärkt Berührungspunkte.

Der Kontakt zu seiner neuen Arbeitgeberin L-Bank kam über Dr. Ulrich Theileis zustande, den Meissner aus der gemeinsamen Zeit bei Raupach gut kennt. Für Raupach war Theileis mehr als 15 Jahre tätig, bevor er 2012 zur L-Bank wechselte. Im vergangenen Jahr stieg Theileis dann in den Vorstand der Bank auf. Raupach ist inzwischen als Rechtsberatungsarm unter dem Dach der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche tätig.

Compliance-Fragen deckte für die L-Bank bisher die rund 20 Mitarbeiter zählende Rechtsabteilung um deren Chef Hubert Mund mit ab. Im Vorstand sind die Compliance-Themen bei dessen Vize-Vorsitzenden Prof. Dr. Manfred Schmitz-Kaiser angesiedelt. Als neuer Compliance-Chef kümmert sich Meissner zusammen mit drei Mitarbeitern unter anderem darum, dass die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) erfüllt sind. Für weitere Arbeit dürfte der einheitliche europäische Aufsichtsmechanismus für Banken sorgen, der ab Herbst 2014 bedeutende Großbanken unter die direkte Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt. Aus Deutschland sollen sich 21 Institute mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro dem Mechanismus unterordnen, auf dieser Liste steht auch die L-Bank. (René Bender)

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