Compliance-Management

Traton bekommt Verstärkung von MAN

Die VW-Lkw-Holding Traton hat eine neue Compliance-Verantwortliche: Maike Bauer, bislang Leiterin des Bereichs ‚Internal Investigations‘ bei MAN, wird Anfang Oktober in die Fußstapfen von Dr. Maria von der Groeben treten, die als Chief Compliance Officer zur Deutschen Telekom geht. Bauer wechselt damit in den Verantwortungsbereich Governance Risk & Compliance, der in den vergangenen Monaten nochmal grundlegend erweitert wurde.

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Die VW-Lkw-Holding Traton hat eine neue Compliance-Verantwortliche: Maike Bauer (37), bislang Leiterin des Bereichs ‚Internal Investigations‘ bei MAN, wird Anfang Oktober in die Fußstapfen von Dr. Maria von der Groeben treten, die als Chief Compliance Officer zur Deutschen Telekom geht. Bauer wechselt damit in den Verantwortungsbereich Governance Risk & Compliance (GRC), der in den vergangenen Monaten nochmal grundlegend erweitert wurde.

Maike Bauer
Maike Bauer

Bauer hatte ihre berufliche Laufbahn 2008 bei BDO in der Wirtschaftsprüfung begonnen. Zwei Jahre später wechselte sie zunächst in den Bereich Audit & Compliance der RWE Dea in Hamburg und 2013 in den Compliance-Bereich von MAN, wo sie verschiedene Compliance-Projekte leitete. Vom Sommer 2017 bis November 2018 wurde sie nach Schweden zur Konzernschwester Scania entsandt, um den dortigen Aufbau der Abteilung Governance, Risk & Compliance zu begleiten. Nach ihrer Rückkehr übernahm sie dann die Leitung der Abteilung ‚Internal Investigations‘ bei der Münchner VW-Tochter MAN. 

Bei Traton hält seit Anfang 2018 von der Groeben, die zur Deutschen Telekom wechseln wird, den Posten als Head of GRC-Compliance und leitet aktuell ein Team von neun Mitarbeitern. Zum Oktober übernimmt Bauer ihre Funktion und die Zuständigkeiten für das präventive Compliance-Management-System sowie das allgemeine Richtlinienmanagement. Als neue Compliance-Verantwortliche berichtet Bauer an Dr. Philip Matthey, Head of GRC und Chief Compliance Officer bei Traton.

Philip Matthey
Philip Matthey

Mattheys Zuständigkeiten hatten sich im vergangenen Jahr signifikant ausgeweitet: Neben dem Compliance-Management-System – Prävention und interne Untersuchungen – sowie dem allgemeinen Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem fallen nun auch die Themen Datenschutz und Menschenrechte in seinen Verantwortungsbereich.

Nach der milliardenschweren Übernahme des US-amerikanischen Nutzfahrzeugherstellers Navistar, die im Juli abgeschlossen wurde, umfasst das weltweite GRC-Team von Matthey etwas mehr als 100 Mitarbeiter, die bei Traton und den Marken MAN, Scania, Navistar und der lateinamerikanischen Lkw- und Busmarke VW Caminhoes e Omnibus angesiedelt sind. 

Umbau unter dem Traton-Dach

Um die Traton-Gesamtkonzernstruktur zu optimieren, wurde MAN zuletzt in einem umfangreichen gesellschaftsrechtlichen Prozess auf ihre Mehrheitsgesellschafterin Traton verschmolzen. 

Im Vorfeld der Verschmelzung hatte Flick Gocke Schaumburg gesellschaftsrechtlich für einen Carve-out und die Bündelung von 26 MAN-Töchterfirmen gesorgt, die in eine Luxemburger Holding eingebracht wurden. Die Federführung für die rund zweijährige Transaktion im MAN-Konzern, die sich über 14 Jurisdiktionen erstreckte, hatten die Partner Michael Winter, Philipp Rulf und Michael Grimm übernommen. Für die Auslandsgesellschaften banden sie Kooperationspartner aus dem Taxand-Netzwerk mit ein.

Klaus Schartel
Klaus Schartel

Die Verschmelzungstranskation mit Traton begleiteten dann Hengeler Mueller für MAN und Freshfields Bruckhaus Deringer aufseiten von Traton. Während Tratons General Counsel Dr. Klaus Schartel und Senior Legal Counsel Alexander Buschmann mit den Freshfields-Partnern Rick van Aerssen und Dr. Sabrina Kulenkamp den Squeeze-out einleiteten, waren bei Hengeler die Partner Prof. Dr. Jochen Vetter und Dr. Oliver Rieckers im Einsatz, um den Verschmelzungsvertrag auszuhandeln. Auf MAN-Seite hatten General Counsel Dr. Martin Gstaltmeyr, Senior Legal Counsel Dr. Etta Gottschalk und Legal Counsel Stefanie Alisch auch die Hauptversammlung vorbereitet, auf der der Squeeze-out Ende Juni beschlossen wurde.

Liquidität für die weitere Expansion

Mit Blick auf die Integration ihrer Marken und mögliche weitere Zukäufe hatte Traton im Frühjahr zudem ein umfangreiches Finanzierungsprogramm aufgelegt, das sich insgesamt auf 12 Milliarden Euro beläuft. 18 Banken schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und flankierten das drei Milliarden schwere Anleihedebüt des Münchner Unternehmens. Im vergangenen Sommer hatte es schon eine nachhaltigkeitsgebundene revolvierender Kreditlinie vereinbart.

Während Clifford Chance mit einem Team um Sebastian Maerker die Banken zur Anleihe beriet, war die Münchner Finanzierungspartnerin Barbara Mayer-Trautmann bankenseitig mit dem Kreditprogramm befasst, bevor sie von Clifford zu Milbank wechselte. Traton hingegen setzt auch in Finanzierungsfragen regelmäßig auf den Rechtsrat von Freshfields, wie zuletzt bei der erfolgreichen Emission einer weiteren Anleihe über 500 Millionen Euro.

Das Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz von Volkswagen befindet, erzielte im ersten Halbjahr 2021 rund 13,6 Milliarden Euro an Umsatz und liegt damit wieder auf dem Niveau der ersten sechs Monate des Vorkrisenjahres 2019. Rund 84.100 Mitarbeiter, verteilt auf 17 Länder, arbeiten mittlerweile in dem Konzern, der erst vor zwei Jahren an die Börse ging.

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