Nach JUVE-Informationen aus dem Markt steht der Frankfurter Standort der Kanzlei zur Disposition. Düsseldorf soll substanziell verkleinert werden und auch in München, dem größten Büro der Kanzlei, stehen personelle Kürzungen an.
Aktuell sind bei Pinsent Masons Deutschland noch 28 Equity-Partner im Register eingetragen. Sollten 14 Partner die Kanzlei verlassen, dann wäre die Equity-Partnerschaft nur noch halb so groß. Nicht betroffen sind Teams, die zum globalen Geschäft der Kanzlei passen und bereits grenzüberschreitendes Geschäft machen.
Eine Londoner Sprecherin der Kanzlei bestätigte die Kündigungen mit den Worten: „Wir reduzieren unseren Headcount in Deutschland als Ergebnis einer strategischen Überprüfung unseres Geschäfts.“ Weiter betont die Kanzlei in ihrem Statement, für ihre deutschen und internationalen Mandanten weiterhin ein Full-Service-Angebot in Deutschland vorzuhalten.
Bereits seit einiger Zeit gibt es immer wieder Spekulationen über die Profitabilität der deutschen Büros von Pinsent Masons. Anfang 2024 hieß es, die Londoner Kanzleiführung habe die Kontrolle über das deutsche Management übernommen. Auch war die Rede davon, dass die Londoner Kanzleizentrale von den deutschen Partnerinnen und Partnern einen stärkeren Fokus auf grenzüberschreitendes Geschäft forderte.
Klar ist, dass Pinsent Masons in Deutschland sehr unterschiedlichen Partnern eine Plattform bietet. Vor allem das Geschäft mit Dieselklagen hatte der Kanzlei in Deutschland lange Zeit gute Zahlen beschert. Seitdem die Sonderkonjunktur allerdings dem Ende entgegengeht, kann Pinsent den Profitabilitätsansprüche der Londoner Partner nicht mehr entsprechen.
2012 hatte Pinsent in München ihr erstes deutsches Büro eröffnet, 2016 folgte Düsseldorf, Frankfurt 2019. Vor ihrem offiziellen Deutschlandstart gab es unter anderem Kooperationen mit Luther, Menold Bezler, Hoffmann Liebs und Salans.