Berlin

Fieldfisher gründet Einheit für Massenverfahren und Legal Operations

Das ging schnell: Nur wenige Wochen nach Freshfields Bruckhaus Deringer gründet auch Fieldfisher eine eigene Einheit für Massenverfahren. Die neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin soll unter dem Namen Fieldfisher_X Rechtsanwalts GmbH firmieren. Alleiniger Geschäftsführer wird Jan Wildhirth (37), der sich zum Jahresbeginn Fieldfisher als Equity-Partner angeschlossen hat. Er ist einer der Gründer des Legal Service Providers Eagle lsp.

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Mensch und Maschine sollen bei Fieldfisher näher zusammenrücken. Illustration: Andreas Anhalt/Juve Verlag

Derzeit besteht das Team aus etwa acht Mitarbeitern, darunter neben Wildhirth ein weiterer Anwalt sowie Softwareentwickler, Datenspezialisten und Projektmanager. Bis Ende des Jahres soll das Team auf rund 50 Mitarbeiter anwachsen.

Jan Wildhirth

Eng verzahnt mit der Konfliktlösungspraxis der Kanzlei soll das Team Unternehmen und öffentlichen Institutionen bei Massenklagen zur Seite stehen und dabei taktische Planung, juristische Analyse, digitales Daten-, Prozess- und Schnittstellenmanagement sowie strategische Kommunikation abdecken.

Rechtsrat und IT-Dienstleistungen

Im Vergleich zu Freshfields fasst Fieldfisher ihre neue Einheit weiter und bietet auch jenseits von gerichtlichen Auseinandersetzungen Geschäftsmodelle an, die sich skalieren lassen, so etwa Managed Legal Services und Software-gestützte Dienstleistungen. 

Wildhirth hatte die von ihm 2019 mitgegründete Eagle lsp im Juni 2021 verlassen. Zuvor durchlief der Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtler diverse berufliche Stationen, unter anderem als Chief Operating Officer bei der Axel Springer Consulting Group und als Anwalt bei Freshfields. Er bringt Erfahrung mit digitalen Geschäftsmodellen und der Beratung von Unternehmen bei der Verteidigung in Massenverfahren mit. Den Fieldfisher-Managing-Partner Dr. Philipp Plog kennt er über den Legal Tech Verband Deutschland, dem Plog vorsitzt. 

Kanzleiweiter Fokus auf digitale Themen

Fieldfisher hat einen ausgeprägten Technologiefokus und berät auffallend viele internationale Mandanten mit digitalen Geschäftsmodellen. Auf internationaler Ebene betreibt die Kanzlei bereits seit 2017 eine Plattform für alternative Rechtsdienstleistungen namens ‚Condor‘. Diese richtet sich allerdings vor allem an Banken und umfasst beispielsweise Vertragsverhandlungen, Dokumentation, Projektmanagement und Automatisierung. Die Aufträge werden, stark technisiert, teils aus Irland, Südafrika und Indien bearbeitet. Zudem wird unter der Marke auch ein Service angeboten, der Anwälte auf Zeit vermittelt.

In Deutschland hat die Kanzlei diverse Legal-Tech-Anwendungen selbst entwickelt, darunter etwa eine Kollaborationsplattform zu Datenschutzthemen und ein Evaluationstool für Compliance-Prüfungen. Seit Januar 2021 gibt es mit ‚Fieldfisher Tech‘ eine eigene Gesellschaft sowie einen Legal Tech Officer, der als Jurist und Informatiker qualifiziert ist. In der Beratungspraxis spielt das Thema Legal Tech etwa bei Start-ups eine große Rolle.

  

 

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