MeToo-Vorwürfe

Freshfields-Ermittler finden kein Fehlverhalten bei Orrick

Die kanzleiinterne Untersuchung über mögliche sexuelle Belästigung in den deutschen Büros von Orrick Herrington & Sutcliffe ist eingestellt worden. Es seien keine Belege für die Vorwürfe gefunden worden, sagte eine Orrick-Sprecherin.

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Foto: Andreas Anhalt/Juve Verlag

Im Februar war bekannt geworden, dass Orrick wegen möglichen Fehlverhaltens gegen einen deutschen Partner eine Untersuchung eingeleitet hatte. „Die Ermittler sprachen mit mehr als 20 Mitgliedern unseres Teams auf allen Ebenen und fanden keine Beweise für die Behauptung“, sagte die Sprecherin. „Sie haben jedoch hilfreiches Feedback von unserem Team über Aspekte erhalten, in denen wir unsere Kultur verbessern und unsere Werte stärken können, und wir arbeiten mit unserem deutschen Team daran, diese Möglichkeiten anzugehen“, fuhr sie fort. Was damit genau gemeint ist, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Soweit bekannt waren die Vorwürfe von einer Associate aus dem Münchner Büro erhoben worden. Orrick wollte allerdings nicht kommentieren, ob die Vorwürfe auch Münchner Anwälte betrafen. Die Kanzlei unterhält in Deutschland neben München noch ein Büro in Düsseldorf. *

Als Teil der Bemühungen, die Verhältnisse in den deutschen Büros zu verbessern, werden weitere HR-Leute eingestellt und die Anwälte verpflichtet, „zusätzliche Schulungen zu absolvieren, die mit dem globalen Ansatz von Orrick übereinstimmen. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass wir ein gemeinsames Verständnis davon haben, was wir voneinander erwarten“, sagte die Sprecherin abschließend.

Nach JUVE-Informationen wurde die interne Ermittlung von den beiden Freshfields-Partnern Dr. Simone Kämpfer und Prof. Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt geleitet. Weder Freshfields noch Orrick wollten diese Information bestätigen.
Freshfields hat sich in jüngerer Zeit einen Namen bei der Untersuchung von Vorwürfen zu sexueller Belästigung und Fehlverhalten am Arbeitsplatz gemacht. Das bekannteste Mandat war zuletzt die Untersuchung bei Axel Springer im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt.

*Wir haben den Artikel an dieser Stelle konkretisiert.

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