Kampf um den Nachwuchs

Gleiss Lutz erhöht Associate-Gehälter um ein Viertel

Nach den US-Kanzleien und den deutschen Büros der Magic-Circle-Sozietäten erhöhen auch deutsche Großkanzleien die Gehälter für angestellte Anwältinnen und Anwälte. Bei Gleiss Lutz erhalten Berufsanfänger ab Januar 140.000 bis 150.000 Euro. Die Bestandsmannschaft kann sich über Lohnsteigerungen zwischen 15 und 27 Prozent freuen.

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Foto: Adobe Stock
Alexander Schwarz

Bisher zahlt die Kanzlei um die Co-Managing-Partner Prof. Dr. Michael Arnold und Dr. Alexander Schwarz 110.000 bis 120.000 Euro für Berufsanfänger. Um gleich ein Viertel höher liegt das neue Einstiegsgehalt – 140.000 Euro für Bewerber ohne Promotion und im englischsprachigen Ausland erworbenen LL.M., je 5.000 Euro mehr für beide Zusatzqualifikationen, maximal also 150.000 Euro. Damit setzt sich Gleiss Lutz vor allem von den Magic-Circle-Kanzleien ab. Allen & Overy, Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer und Linklaters bieten jeweils 140.000 Euro, wobei auch hier ein bedeutender Teil der Bewerber Doktortitel, LL.M. oder beides mitbringen dürften. 

Es bleibt beim Associate-Lockstep ohne Boni

Bis zum vierten Berufsjahr hält Gleiss an der qualifikationsbedingten Gehaltsspanne fest. Das Festgehalt steigt nicht im zweiten, sondern erst im dritten Jahr auf maximal 160.000 Euro an, im vierten Berufsjahr verdienen Associates bis zu 165.000 statt bisher 130.000 Euro. Einheitlich bezahlt werden dann Assoziierte Partner, die mindestens vier Jahre Berufserfahrung haben müssen. Die Lockstep-Leiter reicht von 170.000 bis 200.000 Euro nach wiederum vier Jahren als Assoziierter Partner. Bisher waren es 130.000 bis 165.000 Euro.

Anders als viele Wettbewerber bezahlt Gleiss auch weiterhin keine Boni. Internationale, besonders US-amerikanische Kanzleien schütten zum Teil hohe fünfstellige Zusatzbeträge im Jahr aus. 

140.000 Euro sind Standard im Spitzensegment

In den vergangenen Monaten hat ein beträchtlicher Teil der Wirtschaftskanzleien im deutschen Markt die Associate-Gehälter erhöht, teils so massiv wie nie zuvor. Vorreiter waren im Frühjahr einige stark fokussierte US-Kanzleien, im weiteren Jahresverlauf schlossen sich unter anderem die Magic-Circle-Kanzleien an. Als Standard im Spitzensegment gilt nun ein Anfangsgehalt von 140.000 statt wie bis vor Kurzem noch 120.000 Euro. Spitzenreiter sind aktuell Goodwin Procter, Kirkland & Ellis, Milbank, Paul Hastings, Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Sullivan & Cromwell mit jeweils 160.000 Euro.

Unverändert blieben bislang die Gehälter bei Hengeler Mueller und Noerr. Aus dem Hengeler-Umfeld ist allerdings zu hören, dass die Kanzlei sehr bald ein neues Associate-Vergütungskonzept vorstellen wird. Auch Noerr soll sich derzeit intensiv mit dem Thema Gehälter beschäftigen.

Die Bieterschlacht um die besten Associates ist Titelthema im aktuellen JUVE Rechtsmarkt.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, dass Gleiss als erste deutsche Großkanzlei in den aktuellen Gehälterwettbewerb eingestiegen ist. Richtig ist: Gleiss, Hengeler und CMS Hasche Sigle erhöhen die Gehälter gleichzeitig, nämlich zum kommenden Januar. Bekanntgegeben hatte die Änderungen zuerst CMS.

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