Gehälter für Associates

Clifford Chance legt mehr Geld auf den Tisch

Die nächste Magic-Circle-Kanzlei erhöht die Gehälter ihrer Associates: Ab November legt Clifford Chance eine ordentliche Portion obendrauf und zahlt nun 140.000 Euro pro Jahr für Berufseinsteiger statt bisher 120.000 Euro. Auch für die erfahreneren Associates und Counsel gibt es mehr. 

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Foto: Adobe Stock

Sämtliche angestellten Anwälte erhalten nun 20.000 Euro mehr, das sind in Deutschland rund 160 Associates und 40 Counsel. Im zweiten Berufsjahr bekommen Associates statt 125.000 Euro nun 145.000 Euro. In den weiteren Jahren klettert das Gehalt in 5.000- und 10.000-Euro-Schritten, bis hin zum siebten Berufsjahr, in dem die Kanzlei 175.000 Euro statt der bisherigen 165.000 Euro zahlt. Unverändert kommt darüber hinaus ab dem vierten Berufsjahr ein Bonus hinzu. Der jedoch ist ab November flexibler, um besondere Leistungen zu honorieren. Dazu zählen mandatsbezogene Leistungen genauso wie Leistungen aus dem Bereich Legal Tech, Pro Bono oder etwa LGBT+. An den Details zur Bonusbemessung wird noch gefeilt. Auch Counsel stehen finanziell künftig besser da. Ihr Grundgehalt hat sich ebenfalls um 20.000 Euro auf nun 170.000 Euro gesteigert, wobei bei ihnen noch ein variabler Anteil hinzukommt. 

Peter Dieners
Peter Dieners

Die Kanzlei liegt damit auf gleichem Gehaltsniveau wie Allen & Overy, die im Sommer verkündet hatte, ebenfalls ab November 20.000 Euro draufzulegen. Das Investitionsvolumen, das Clifford mit dieser Entscheidung zusätzlich in ihre angestellten Anwälte investiert, dürfte zu den bisher größten zählen, da nirgendwo mehr Anwälte in den Genuss der Erhöhung kommen als hier. Bei Allen & Overy profitieren rund 140 Associates.

Die US-Wettbewerber Latham & Watkins und White & Case führen die Liste der spendablen Großkanzleien zurzeit an, beide zahlen ihren Berufsanfängern 145.000 Euro. Bei Latham kommen schon ab dem ersten Jahr Boni hinzu, es profitieren insgesamt rund 100 Associates. Ähnlich sieht es bei White & Case aus, wo sich rund 170 angestellte Anwälte über das Plus auf dem Konto freuen können. Ausgelöst wurde die aktuelle Rallye um die höchsten Gehälter wie schon vor fünf Jahren von Willkie Farr & Gallagher, die im Sommer als erste Kanzlei in Deutschland Berufsanfängern 155.000 Euro bot. Der First-Mover-Vorteil währte jedoch nur kurz, die Konkurrenz zog nach und legte noch eine Schippe drauf: 160.000 Euro zahlen nun gleich sechs US-Kanzleien: Kirkland & Ellis, Milbank, Paul Hastings, Sullivan & Cromwell, Skadden Arps Slate Meagher & Flom und zuletzt Goodwin Procter.

Die größte Signalwirkung dürfte aber nun die Erhöhung bei Clifford Chance und Allen & Overy entfalten. Gleich von mehreren (Managing-)Partnern größerer Einheiten in Deutschland war zuletzt zu hören: „Wenn die Magic-Circle-Kanzleien erhöhen, erhöhen wir auch.“ Das ist auch deshalb zu erwarten, weil eine ganze Reihe von ihnen zuletzt beste Umsatzzahlen verkünden konnte.* Den Anfang machte die US-Kanzlei Greenberg Traurig, die nun ebenfalls 20.000 Euro mehr für ihre rund 50 Associates im Jahr locker macht. Sie zahlte bisher Berufsanfängern zwischen 110.000 und 120.000 Euro und bietet ihnen ab sofort zwischen 130.000 und 140.000 Euro.

*Wir haben den Artikel an dieser Stelle ergänzt.

 

 

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