Howrey

Letzte deutsche Partner wechseln zu O’Melveny und Jones Day

Mit Dr. Marc Reysen (44) und Marc Groebl (44) haben die zwei letzten deutschen Howrey-Partner aus den Bereichen Kartellrecht und IP zum Mai jeweils neue Kanzleien angesteuert. Reysen wechselte als Kartellrechtspartner in das Brüsseler Büro von O'Melveny & Myers, die damit wieder einen deutschen Anwalt in ihren Reihen zählt. Der Markenrechtler Groebl arbeitet nun als Partner bei Jones Day in München.

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O’Melveny gewinnt mit Reysen einen vor allem bei Fusionskontrollen versierten Kartellrechtler. “O’Melveny hat eine der internationalsten Kartellrechtspraxen überhaupt“, so Reysen. „Gerade angesichts der Zunahme von kontinentübergreifenden Fällen freue ich mich darauf, zu diesem Angebot beizutragen.“ Der Washingtoner Leiter der Kartellrechtspraxis von O’Melveny, Richard Parker, ergänzte: “Eine ganze Reihe von Transaktionen muss in Deutschland angemeldet werden, so dass wir froh sind, unseren Mandanten zusätzlich zu unseren EU-Kapazitäten auch hochkarätigen deutschen Rat bieten können.“

O’Melveny hat weltweit insgesamt 14 Standorte. In Europa ist sie aber außer in Brüssel bislang nur in London präsent. Ihr Brüsseler Büro gründete sie 2004 mit dem Wechsel eines Teams von Norton Rose (mehr...). Viel Anerkennung ernteten die Kartellrechtler beispielsweise für die Betreuung des Chip-Anbieters AMD bei dessen heftiger Auseinandersetzung mit der Konkurrentin Intel. Das fünfköpfige Team setzt sich international zusammen. Im vergangenen Jahr war aber durch den Wechsel des deutschen Counsels Dr. Jochen Anweiler zu der österreichischen Kanzlei Wolf Theiss eine Lücke entstanden.

Zu Howrey war Reysen vor rund drei Jahren von Freshfields Bruckhaus Deringer gewechselt. Er war einer der deutschen Quereinsteiger, die die Bekanntheit und Präsenz der IP- und Kartellrechtskanzlei in Deutschland ausbauen sollten. Im Verlauf des Jahres 2006 hatte die Kanzlei sich mit gleich vier Partnern verstärkt (mehr…). Inzwischen haben die Anwälte jedoch alle Howrey wieder verlassen. Erst vor wenigen Wochen ging eine größere Gruppe zu Shearman & Sterling (mehr...). Kurze Zeit später hatten die Partner die Auflösung der Gesamtkanzlei beschlossen (mehr…).

Ende für Howrey auch in IP

Markenrechtler Groebl wechselte indes als Partner zu Jones Day nach München. Groebl, zu dessen Mandanten bei Howrey unter anderem Abercrombie & Fitch, Louis Vuitton, Dallmayr und G-Star gehörten, war 2007 von Preu Bohlig & Partner gekommen und hatte gemeinsam mit dem bekannten Patentrechtler Joachim Feldges das Münchner Büro aufgebaut (mehr…). Als Feldges mit dem gesamten Howrey-Team im März dieses Jahres zu Field Fisher Waterhouse wechselte (mehr…), blieb Groebl bei Howrey.

„Zu dem Zeitpunkt, als für die ehemaligen deutschen Standorte von Howrey eine Entscheidung für Field Fisher Waterhouse anstand, war die weltweite Entwicklung für Howrey so nicht absehbar“, so Groebl. „Nachdem ich den Münchner Standort mit aufgebaut hatte, war es für mich eine Herzensangelegenheit, in schwierigen Zeiten zu Howrey und meiner Partnerschaft zu stehen.“ Soweit bekannt, arbeitete Groebl vorübergehend im Brüsseler Howrey-Büro. Er ist nicht der einzige ehemalige Howrey-IP-Rechtler, der mittlerweile bei Jones Day arbeitet: So wechselte kürzlich der ehemalige Leiter der US-Markenpraxis, John Froemming, in das Washingtoner Büro.

Jones Day treibt mit dem Zugang von Groebl den Wiederaufbau ihrer IP-Praxis weiter voran, nachdem 2007 und 2008 mehrere wichtige Partner die Kanzlei verlassen hatten. In der jüngeren Vergangenheit hatte Jones Day daher bereits einige Partner und of Counsel verpflichtet (mehr…). Mittlerweile umfasst das deutsche IP-Team der US-Kanzlei 22 Anwälte.

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