Juve Plus Verfahrensgremium

Inhouse-Juristen von Telekom und Uniper ziehen in den DIS-Rat ein

Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit hat ihr zentrales Verfahrensgremium neu zusammengesetzt. Die Besetzung setzt einen stillen Kontrapunkt zur Vorstandswahl vom Dezember 2025 – bei der viele internationale und Inhouse-Vertreter durchgefallen waren.

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Der DIS-Rat für Schiedsgerichtsbarkeit hat acht neue Mitglieder aufgenommen:

  • Alice Tanner (Uniper)
  • James Menz (Rothorn)
  • Dr. Gisela Knuts (unabhängige Schiedsrichterin, Finnland)
  • Cecilia Carrara (Legance, Rom)
  • Prof. Dr. Stefan Kröll (Bucerius Law School)
  • James Hosking (Chaffetz Lindsey, New York)
  • Dr. Markus Meier (Hengeler Mueller)
  • Glenn Baumgarten (Deutsche Telekom)

Ihr Amtsantritt folgt auf das planmäßige Ausscheiden von acht Gründungsmitgliedern, die nach zwei Amtszeiten – insgesamt acht Jahren – die in den DIS-Schiedsgerichtsregeln 2018 verankerte Amtszeitbegrenzung erreicht haben.

Unabhängiges Verfahrensgremium

Richard Happ

Als Präsident des Rates wurde Dr. Richard Happ (Luther) in seinem Amt bestätigt. Neue Vizepräsidentin ist Cecilia Carrara, Partnerin bei der italienischen Kanzlei Legance in Rom; neuer Vizepräsident ist Prof. Dr. Stefan Kröll, der den DIS-Vorstand bis Ende 2025 als Vorsitzender geführt hatte.

Der Rat für Schiedsgerichtsbarkeit wurde mit den überarbeiteten DIS-Schiedsgerichtsregeln 2018 eingeführt. Das Gremium ist für zentrale verfahrensrechtliche Entscheidungen in laufenden Schiedsverfahren zuständig und hat daher eine enorme Wirkung in der Praxis. Der Rat entscheidet etwa über Ablehnungsanträge und kann Schiedsrichterhonorare anpassen. Diese können herabgesetzt werden, wenn ein Verfahren vorzeitig beendet wird oder ein Schiedsrichter sich zu viel Zeit mit seinem Schiedsspruch lässt. Sie können in besonders aufwendigen Verfahren aber auch erhöht werden.

Elf Länder, drei Perspektiven

Zusammen mit den zehn amtierenden Mitgliedern – darunter James Boykin, Mino Han, Prof. Dr. Lars Markert, Ana Vermal und Steven Finizio – vereint der Rat nun Vertreter aus elf Staaten: Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Korea, den Niederlanden, der Schweiz und den USA. Die Zusammensetzung spiegelt dabei bewusst unterschiedliche Rollenperspektiven wider: Kanzleianwälte, Unternehmensjuristen und Wissenschaftler, erfahrene Schiedsrichter ebenso wie Parteivertreter.

Die Besetzung trifft auf eine Institution, die zuletzt intern über ihre strategische Ausrichtung diskutiert hat – und setzt dabei einen bemerkenswerten Kontrapunkt zu einem Ergebnis, das die DIS vor wenigen Monaten beschäftigt hatte. Bei der Vorstandswahl im Dezember, an der 301 der rund 1.600 DIS-Mitglieder teilnahmen, waren internationale Kandidatinnen – darunter Cecilia Carrara aus Rom und Dr. Alice Meissner aus Wien – ebenso wie mehrere Inhouse-Juristen von Unternehmen wie Telekom, Tennet und Foris nicht in das 13-köpfige Gremium gewählt worden. Ein Rechtsabteilungsleiter kommentierte das Ergebnis mit den Worten, die Botschaft sei gewesen: „Nutzer auf Distanz halten, Anwälte für Anwälte.“

Im neu besetzten Rat sind genau diese Perspektiven nun stärker vertreten. Ausgeschieden sind nach zwei vollen Amtszeiten: Prof. Dr. Anton Asoskov, Dr. Martin Bernet, Alexander Foerster, Prof. Luigi Fumagalli, Dr. Klaus Gerstenmaier (Haver & Mailänder), die bisherige Vizepräsidentin Dr. Anke Meier (Noerr), Prof. Dr. Klaus Sachs (CMS Hasche Sigle) sowie die bisherige Vizepräsidentin Erica Stein.

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