Inhouse-Konsortium

20 Großunternehmen setzten auf Legal-Tech-Plattform Reynen Court

Das Unternehmen Reynen Court, das einen ‚App-Store‘ für juristische Technologielösungen entwickelt hat, wird nun auch mit Rechtsabteilungen von zwanzig großen Banken und Unternehmen zusammenarbeiten. Internationale Kanzleien wie Latham & Watkins, Clifford Chance und Orrick Herrington & Sutcliffe gehören bereits zu seiner Investorenriege.

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Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete vergangenen Freitag, dass Reynen Court zwanzig große Rechtsabteilungen von seinem Konzept überzeugen konnte. So arbeite das Unternehmen jetzt mit Finanzinstituten wie Barclays, Morgan Stanley und UBS sowie den Computer- und Softwaregiganten Cisco und Intel zusammen. Andrew Klein, der Gründer und CEO des Unternehmens, bestätigte JUVE, dass die vollständige Liste der Unternehmen, die Teil des Inhouse-Konsortiums sein werden, im Moment noch im Freigabeprozess ist.

Über die von Reynen Court entwickelte Plattform können sich die Inhouse-Teams und Kanzleien unterschiedliche Rechtstechnologien zusammenstellen und die dazugehörigen Software-Abonnements verwalten. Ziel ist es, ihnen so einen schnellen Zugriff auf die jüngsten Entwicklungen im Bereich Legal Tech und künstliche Intelligenz zu ermöglichen.

„Die Reduzierung des Zeit- und Kostenaufwands für die Beschaffung, das Testen und den sicheren Einsatz neuer cloudbasierter Lösungen ist ein wichtiges Ziel für unsere internen Rechtsteams“, heißt es in einer Stellungnahme von Max Iori, Global Head of Technology and Data Law bei der Investmentbank Morgan Stanley, die auch an der Weiterentwicklung der Plattform beteiligt sein wird.

Die Aggregation von Legal Tech

Derzeit ist eine Auswahl an 142 Tech-Anbietern auf der Plattform vertreten. Wie Reynen Court-CEO Klein gegenüber JUVE berichtete, wecke zum Beispiel das Tool des Kölner Start-up Naix Technology derzeit Interesse, mit dessen Hilfe man Dokumente anonymisieren kann. Auch der Übersetzungsanbieter Language Weaver der britischen RWS Group und die Transaktionssoftware von Litera seien gefragt. Litera sorgte erst vor zwei Wochen für Schlagzeilen, als sie die Übernahme der AI-Software Kira bekanntgab.

Reynen Court ging im vergangenen Jahr zunächst mithilfe eines Konsortiums an den Start, das von Latham und Clifford angeführt wurde. Später beteiligten sich auch die US-Kanzlei Orrick Herrington & Sutcliffe, der Wagniskapitalgeber Ventech und die japanische Kanzlei Nishimura & Ashi, die auch ein Deutschlandbüro hat. Inzwischen sind beispielsweise auch Freshfields Bruckhaus Deringer, Linklaters und Weil Gotshal & Manges unter den neunzehn Kanzleien, die den branchenspezifischen ‚App-Store‘ regelmäßig nutzen.

Die Konsortien aus Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen werden sich zukünftig regelmäßig treffen, „um die Entwicklung von Standards voranzutreiben, die die Einführung von künstlicher Intelligenz, Smart Contracts und anderen neuen Technologien in der Rechtsbranche beschleunigen sollen“, hieß es gegenüber Reuters.

Da der Markt für Rechtsdienstleistungen in einem Dreiecksverhältnis bestehe – definiert durch Anwaltskanzleien, Rechtsabteilungen und Technologieanbieter –, sei es immer ein Ziel gewesen, die Rechtsabteilungen in die Zusammenarbeit einzubinden, erläutert Klein. Im Laufe des Jahres solle es auch neue Modelle mit flexibler Preisstruktur geben, die sich an kleinere Kanzleien und Inhouse-Teams richten.

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