JUVE spricht mit… Dr. Rainer Loges von Gleiss Lutz

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Die Partnerversammlung von Gleiss Lutz hat einige zukunftsweisende Entscheidungen getroffen: Die Eröffnung eines Büros in Düsseldorf, die Aufnahme eines Corporate-Quereinsteigers sowie den Verkauf der Osteuropa-Büros. Managing Partner Dr. Rainer Loges (45) sprach mit JUVE über die Pläne für 2009.

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JUVE : Herr Dr. Loges, mitten in der Finanzkrise eröffnet Gleiss in Düsseldorf. Wieso gerade jetzt?

Dr. Rainer Loges : Die Eröffnung in Düsseldorf ist eine sinnvolle und langfristige Investition. Wir sind überzeugt, dass wir in Düsseldorf dauerhaft Erfolg haben werden. Die gegenwärtige Finanzkrise ist kein Grund, eine solch langfristige Investition zu unterlassen.

Wäre eine frühere Eröffnung mit Quereinsteigern keine gute Variante gewesen?

Das wäre theoretisch möglich gewesen. Wir wollen aber kein Büro nur mit Quereinsteigern führen, sondern legen großen Wert auf eine gesunde Mischung von Gleiss-Partnern und Laterals. Zunächst starten wir mit dem Schwerpunkt Corporate, ergänzt durch Patent Litigation. Die anderen Rechtsgebiete werden wir sukzessive aufbauen, teils vielleicht schon mit der Eröffnung.

Bislang nahm die Kanzlei nur selten Vollpartner als Quereinsteiger auf. Warum dieser Paradigmenwechsel?

Es ist kein Paradigmenwechsel. Für uns gilt der Grundsatz: Wir wollen aus eigener Kraft und mit eigenen Leuten wachsen. Wenn es sinnvoll ist, holen wir auch exzellente Quereinsteiger dazu. Das haben wir schon immer so gemacht, verglichen mit anderen Kanzleien jedoch zugegebenermaßen nicht sehr häufig. Denn wir betrachten die Integration als eine große Aufgabe. Aber gerade erst haben wir den Lovells-Partner Dr. Patrick Kaffiné für unser Frankfurter Büro verpflichtet.

Warum haben Sie Herrn Kaffiné geholt? Gab es keinen adäquaten Corporate-Nachwuchs für die Partner-Ebene in eigenen Reihen?

Die Einstellung von Quereinsteigern bedeutet nicht, dass man keinen adäquaten Nachwuchs hat. Wir haben Patrick Kaffiné verpflichtet, weil er ein erstklassiger M&A-Anwalt ist. Mit ihm werden wir noch besser und erfolgreicher sein. Wir haben schon immer viele junge Corporate-Anwälte aus den eigenen Reihen in die Partnerschaft aufgenommen, und das werden wir auch weiterhin tun. Wir haben eine gut gefüllte Pipeline von erstklassigen Leuten.

Sie wollen Düsseldorfer Corporate-Größen wie Hengeler Mueller, Freshfields Bruckhaus Deringer oder Linklaters auch in internationalen Mandaten Konkurrenz machen. Warum haben Sie Ihre Osteuropa-Büros auf Schönherr übertragen?

Wir haben in den 90er Jahren punktuell Büros in Osteuropa eröffnet, um unsere Mandanten beim Markteintritt dort zu unterstützen. Es war aber nie unsere Strategie, in jedem Land eigene Büros zu betreiben, sondern wir setzen auf unsere Allianz mit Herbert Smith und Stibbe und auf Kooperationsbeziehungen. Indem wir die Osteuropa-Büros an Schönherr abgeben, aber weiter eng mit ihnen kooperieren, setzen wir unsere internationale Strategie konsequent um.

Das Gespräch führten Anja Hall und Tanja Podolski.

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