Kartellrecht

Dechert-Partner wechselt zu Pinsent Masons

Pinsent Masons hat ihre Kartellrechtspraxis mit einem prominenten Quereinsteiger verstärkt: Zum Januar wechselte Dechert-Partner Prof. Dr. Jürgen Meyer-Lindemann ins Düsseldorfer Büro der Kanzlei. Begleitet wurde er von einer Associate, die vom jungen Frankfurter Pinsent-Büro aus tätig sein wird.

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Meyer-Lindemann_Hans_Jürgen
Meyer-Lindemann_Hans_Jürgen

Meyer-Lindemann zählt zu den bekanntesten deutschen Kartellrechtlern. Bevor er 1992 Partner bei Shearman & Sterling wurde, war er Associate bei der Freshfields-Vorgängerin Westrick & Eckoldt und bei Hengeler Mueller. Als Shearman ihre deutsche Praxis radikal verkleinerte, wechselte Meyer-Lindemann 2013 zur US-Wettbewerberin Dechert.

Schwerpunkte von Meyer-Lindemann sind Fusionskontrollen und Bußgeldverfahren. Zu seinen Mandanten gehört etwa der Fleischkonzern Tönnies, den er kartellrechtlich bei M&A-Projekten berät. Zudem half Meyer-Lindemann Tönnies im Wurstkartell, sich durch Umstrukturierungen einem Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe zu entziehen – das Manöver ging als ‚Wurstlücke‘ in die Annalen der deutschen Kartellrechtsgeschichte ein. Weitere Stammmandanten vor allem bei Fusionskontrollen sind der Autozulieferer Continental und der Private-Equity-Investor Equistone.

Doppelte Schlagkraft für die deutsche Praxis

Die deutsche Kartellrechtspraxis von Dechert besteht nach dem Wechsel von Meyer-Lindemann und der Associate Dr. Laura Stammwitz (36) aus dem Partner Clemens Graf York von Wartenburg und zwei Associates. Für Pinsent Masons bedeuten die Zugänge nahezu eine Verdopplung der Praxis. Diese bestand bisher aus dem Münchner Partner Dr. Michael Reich und zwei Associates. Ein bekanntes Mandat der Praxis ist die Vertretung von Katjes gegen Schadensersatzklagen im Süßwarenkartell.

Sowohl Reich als auch Meyer-Lindemann haben Schwerpunkte in der Beratung der Lebensmittelbranche und kennen sich aus Transaktionen, bei denen sie auf unterschiedlichen Seiten standen. Pinsent Masons verspricht sich von den Zugängen auch deshalb eine höhere Schlagkraft der Kartellrechtspraxis, weil diese nun nicht mehr allein in München, sondern auch in Düsseldorf und Frankfurt vertreten ist – und damit an allen deutschen Standorten.

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