Das sagt JUVE
Bevor Konstantin Tschöpe Jura studierte, lebte er ein Jahr in Argentinien und engagierte sich in einem Projekt für Straßenkinder im Süden von Buenos Aires. Wenn Leute von Kulturschock sprechen, denken sie meist an Kulinarik, Sprache oder Sitten. Der echte Schock aber, das hat Tschöpe gelernt, sind die sozialen Verhältnisse. Er lebte umgeben von Cartoneros – Männern, die Pappkartons sammeln, um sie zu Aufbereitungsanlagen zu bringen. Man kann sagen: It puts things into perspective.
Danach Jura in Heidelberg, das totale Kontrastprogramm. Studentenromantisch und kompetitiv. Vom Schiedsverfahren hörte Tschöpe erst im Referendariat – ausgerechnet er, der heute schon knapp 20 Verfahren als Schiedsrichter geführt hat, was in seinem Alter selten ist. In der Richterstation merkte er, dass ihm das Aufarbeiten von Fällen liegt, in der Anwaltsstation, dass er mehr Streit will. Schließlich landete er 2017 durch einen glücklichen Zufall bei der 2014 von Freshfields-Anwälten gegründeten Disputes-Boutique Borris Hennecke Kneisel in Köln. 2024 wurde er der erste Partner, der in der Kanzlei selbst ausgebildet wurde.
Das sagen andere
„Macht sich im Markt einen Namen, seit einigen Jahren bereits auch als souveräner Schiedsrichter“ (Wettbewerber)
„Er verfügt über analytische Schärfe und ein ausgeprägtes Gespür für das Wesentliche. In internationalen Schiedsverfahren ist er sowohl als Counsel wie als Schiedsrichter sehr überzeugend.“ (Wettbewerber)
Das sagt Konstantin Tschöpe selbst
Von wem haben Sie beruflich am meisten gelernt?
Prof. Dr. Christian Borris
Welchen Trend in der Branche halten Sie für überschätzt?
Ich meine, dass dem ewigen Streben – insbesondere der Schiedsinstitutionen – nach noch effizienteren, d.h. vor allem noch schnelleren und günstigeren Schiedsverfahren natürliche Grenzen gesetzt sind.
Worüber können Sie sich verlässlich aufregen?
Fehlender Wille von Dienstleistern (egal in welchem Lebensbereich), Probleme wirklich zu verstehen und langfristig zu lösen.
Greatest Hits
- Hat als Parteivertreter schiedsrechtliches Neuland erschlossen, als es um die Vollstreckbarkeit einer ausländischen Emergency Arbitrator Order ging. Außerdem wurde in der Gesellschafterstreitigkeit ein günstiger Vergleich durch die Pfändung ausländischer Fonds-Anteile abgesichert – und ein nachhaltiges Netzwerk aufgebaut.
- Einmal hat der Anwalt der Gegenseite (chinesische Großkanzlei) Tschöpe in seinem nächsten Verfahren mit Deutschlandbezug als lokalen Co-Counsel mandatiert.