Latham Spin-off

Hamburger Immobilienteam startet als Reius

Die Hamburger Latham-Partner Dr. Holger Iversen und Dr. Christian Thiele gründen mit einem mehrköpfigen Team zum Jahresende eine immobilienrechtliche Boutique. Unter dem Namen Reius entsteht damit eine weitere Spezialkanzlei im Hamburger Markt. Latham richtet im gleichen Zug ihre Immobilienpraxis konsequent auf Transaktionen und Finanzierung aus.

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Die Hamburger Latham & Watkins-Partner Dr. Holger Iversen (55) und Dr. Christian Thiele (47) gründen mit einem mehrköpfigen Team zum Jahresende eine immobilienrechtliche Boutique. Unter dem Namen Reius entsteht damit eine weitere Spezialkanzlei im Hamburger Markt. Latham richtet im gleichen Zug ihre Immobilienpraxis konsequent auf Transaktionen und Finanzierung aus. 

Iversen_Holger
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Neben Iversen und Thiele werden auch Panu Siemer (44) und Dr. Jörn Kassow (47) zu den Gründungspartnern zählen. Beide waren zuvor als Counsel tätig. Das erfahrene Immobilienrechtsteam, zu dem noch mehrere Associates gehören, startet mit einem umfassenden immobilienrechtlichen Ansatz. Es hat viel Erfahrung mit Transaktionen und Private-Equity-Investitionen, so berät es beispielsweise einen Morgan Stanley-Fonds zur Entwicklung des Rhein-Ruhr-Zentrums. Gerade bei Projektentwicklungen sollen aber künftig auch das Öffentliche Recht, Umwelt- und Planungsrecht sowie Asset-Management-Themen wieder mehr Raum bekommen.

Thiele_Christian
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Reius tritt damit in einem Markt an, in dem auch schon andere immobilienrechtliche Spezialkanzleien als Abspaltungen von Großkanzleien operieren, etwa Jebens Mensching, Kruhl von Strenge oder Trûon. Die neue Kanzlei wird aber weiterhin mit Latham & Watkins zusammenarbeiten und bleibt auch vorerst zur Miete im gleichen Gebäude. Iversen spricht dementsprechend von einer „Ausgliederung von Teilen der Immobilienrechtsabteilung in eine eigenständige Gesellschaft“ als einem „richtigen Schritt, um auf den veränderten Wettbewerb zu reagieren.“ Das sei nicht das Ende der Zusammenarbeit mit Latham, sondern der Beginn einer neuen.

Latham stellt ihre immobilienrechtliche Praxis in Deutschland künftig strategisch anders auf. Schon seit einer Weile ist im Markt bei der Beratung von Immobilientransaktionen ein Preiswettbewerb zu beobachten. Marktgerüchte, dass Latham & Watkins sich aus dem Immobiliensektor verabschieden wolle, erhielten dadurch immer wieder Nahrung, zumal es gleichzeitig mehrere Weggänge auf Counsel-Ebene gegeben hat. Allerdings zeigen zwei Personalien der jüngeren Zeit, wohin für Latham die Reise gehen soll: Zum Thema Immobilienfinanzierung hat die Kanzlei 2018 sogar einen jungen Partner ernannt, und im Januar 2020 soll mit Otto von Gruben ein Spezialist für Immobilientransaktionen zum Partner ernannt werden. Dem internationalen Management gelten Immobilien als wichtige Assetklasse, in New York holte die Kanzlei 2018 einen namhaften Quereinsteiger. 

Das Hamburger Latham-Büro ist eine wichtige Keimzelle der US-Kanzlei in Deutschland und genießt vor Ort traditionell sehr hohes Ansehen. Iversen war bis Mitte 2016 fünf Jahre lang Managing Partner des norddeutschen Standorts sowie im Managementteam für die deutsche Praxis insgesamt. Ein Generationswechsel und Umbauprozess ist dabei schon seit etlichen Jahren im Gange, mit dem Latham eine immer stärkere fachliche Fokussierung im Sinne der Gesamtkanzlei und deren Profitablitätszielen verfolgt. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit ist auch das Arbeitsrecht, wo etwa der anerkannte Prof. Dr. Stefan Lunk in den Ruhestand ging und eine Neuausrichtung inzwischen über das Münchner Büro verfolgt wird. Unter den knapp 50 Anwälten in Hamburg dominieren künftig die Bereiche Corporate, Restrukturierung und Litigation.

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