Prominenter Wechsel

Latham wagt Neustart im Immobilienrecht mit bekanntem Linklaters-Partner

Latham & Watkins landet einen Coup für ihre Immobilienpraxis: Dr. Carsten Loll (48) wechselt von Linklaters und zählt dann formal zum Corporate Department der Kanzlei. Er wird seine Arbeitszeit zwischen den Büros in Frankfurt und München aufteilen.

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Loll, der zu den bekanntesten deutschen Immobilienrechtlern zählt, war 2016 von DLA Piper zu Linklaters gewechselt. Zu seinen Mandanten gehören beispielsweise Aermont Capital, Union Investment und Swiss Life, für die er mehrfach, insbesondere in den vergangenen Monaten, Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich über die Bühne brachte. Neben klassischen und institutionellen Investoren hat er auch gute Kontakte zu Private-Equity-Mandanten wie Blackstone, die er schon zu DLA-Zeiten beriet und die gut in den Zuschnitt seiner neuen Kanzlei passen. Bei Latham trifft Loll auf Immobilienpartner Otto von Gruben und Finanzierer Torsten Volkholz. 

Carsten Loll

Die US-Kanzlei hatte sich 2019 zwangsläufig von der klassischen immobilienrechtlichen Beratung, die im Hamburger Büro angesiedelt war, weitgehend verabschiedet: Das damalige Team spaltete sich unter dem Namen Reius ab und agiert seitdem sehr erfolgreich im nationalen und internationalen Immobiliengeschäft. Schon mit dem heutigen Reius-Team hatte die Kanzlei den Versuch unternommen, sich stärker im Private-Equity-bezogenen Immobilienrecht zu positionieren. Der zweite Anlauf mit Loll könnte auch deshalb vielversprechender sein, weil der Markt aufgrund der krisenbedingt turbulenten Zeiten wieder attraktiver für Opportunisten werden könnte. 

Für Linklaters kommt der Wechsel zur Unzeit. Nicht nur, dass sich ihre Partnerriege im Immobilienrecht dadurch halbiert. Zuletzt war es vor allem Loll, der mit mehreren großvolumigen Deals auf sich aufmerksam machte, wenngleich es dem verbleibenden Frankfurter Partner Wolfram Krüger gelang, namhafte neue Mandanten von sich zu überzeugen.

Krügers Geschäft, zu dem unter anderem Mandantin CBRE zählt, bleibt von Lolls Abgang weitgehend unberührt, da die Teams in Frankfurt und München eher autonom agierten. Nichtsdestotrotz büßt die Magic-Circle-Kanzlei im Immobilienmarkt an Präsenz ein. 

Latham hat in den vergangenen Jahren regelmäßig wichtige Partner von Magic-Circle-Kanzleien abgeworben, aber auch amerikanische Wettbewerber nicht verschont. Im vergangenen Jahr waren es beispielsweise die beiden renommierten Corporate-Partner Dr. Ingo Strauss und Dr. Heiko Gotsche von Baker McKenzie.  

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