Zum Oktober 2025 schließen sich Anna Masser und Dr. Simon Manner zusammen und eröffnen unter dem Namen Manner Masser eine Disputes-Boutique. Die Kanzlei wird mit Büros in Frankfurt und Hamburg vertreten sein, die jeweils von den Namenspartnern geleitet werden.
Manner bringt seine bisherige Kanzlei Manner Disputes ein. Dazu gehören der Counsel Dr. Matthias von Kossak sowie die Associates Max Bettzüche und Dr. Yannick Chatard. Auch die Foreign Associate Kasvi Thakkar schließt sich der neuen Einheit an. Masser startet in Frankfurt zunächst allein, plant aber auch den Aufbau eines Teams.
Aufbau nach Busse-Abgang
Für die deutsche Schiedspraxis von A&O Shearman ist der Weggang von Masser ein Einschnitt. Sie kam Anfang 2020 von Jones Day, um die Praxis neu aufzubauen, nachdem sich der bekannte Schiedsrechtler Dr. Daniel Busse ein Jahr zuvor mit einem Team abgespalten und Busse Disputes gegründet hatte. Massers Schwerpunkte sind Streitigkeiten im Energiesektor und Post-M&A-Verfahren. Zu ihren Mandanten gehörten etwa RWE und Uniper, die sie unter anderem in Investitionsschutzstreitigkeiten vertreten hat.
Wolf Bussian, Managing-Partner von A&O Shearman in Deutschland, lobt in einem Statement Massers Leistung: „Sie hat in den vergangenen fünf Jahren unsere deutsche Arbitration-Praxis maßgeblich mitgeprägt und wesentlich zur erfolgreichen Entwicklung unserer Kanzlei beigetragen.“
Ihre Karriere begann Masser 2008 im Gesellschaftsrecht bei Freshfields Bruckhaus Deringer, bevor sie 2009 in die Schweiz wechselte und sich bei Walder Wyss und später bei der renommierten Boutique Lalive auf Schiedsverfahren spezialisierte. 2016 kehrte sie nach Deutschland zurück und schloss sich Jones Day in Frankfurt an, wo sie 2019 zur Partnerin ernannt wurde. Bei A&O Shearman leitete sie zuletzt die deutsche Praxis für internationale Schiedsverfahren.
Gebündelte Boutique- und Inhouse-Erfahrung
Ihr neuer Partner Simon Manner vereint langjährige Erfahrung als Unternehmensjurist und als Anwalt in spezialisierten Boutiquen. Bevor er Ende 2017 mit dem ehemaligen Latham & Watkins-Anwalt Dr. Jan Spangenberg die Kanzlei Manner Spangenberg gründete, war er in der Rechtsabteilung des Windanlagenherstellers Nordex tätig. Nach der Trennung von Spangenberg führte Manner seine Praxis unter dem Namen Manner Disputes fort, die er nun in die neue Sozietät einbringt.
Die neue Kanzlei bündelt die Schwerpunkte beider Namenspartner. Dazu gehören insbesondere Schieds- und Gerichtsverfahren im Energiesektor und im Anlagenbau sowie Post-M&A-Streitigkeiten. Beide Gründer sind regelmäßig als Schiedsrichter und Mediatoren tätig.
Lücke bei A&O Shearman
Nach Massers Abgang gehören zur Schiedspraxis von A&O Shearman der Partner Jan Windthorst, der seinen Schwerpunkt bei finanzrechtlichen Prozessen schon seit Längerem in Richtung Schiedsverfahren verlagert, sowie drei Counsel und acht Associates. Zuletzt war Dr. Tino Schneider als Counsel zu A&O Shearman gestoßen. Er kam von Lalive, wo auch Masser früher tätig war.