40 unter 40 Konfliktlösung

Lukas Colberg: Lieblingsdisziplin Prozess-Marathon

Sie haben ihren 40. Geburtstag noch nicht gefeiert, haben sich aber bereits einen Namen gemacht: die JUVE 40 unter 40 Dispute Resolution. Dr. Lukas Colberg von SAP gehört dazu.

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Das sagt JUVE

Strukturiert, berechenbar und wohl auch berechnend – so geht ein Klischee über Juristen. Bei Lukas Colberg war aber alles ganz anders. Wie er überhaupt zur Juristerei gefunden hat – ein Zufall! Sein Vater hat ihm als Schüler im Urlaub seinen alten Hörsaal in Freiburg gezeigt. Sie gerieten zufällig in eine Erstsemester-Zivilrechtsvorlesung zum berühmten Haakjöringsköd-Fall. „Das hat mich so mitgerissen, dass ich mir direkt im Anschluss ein BGB gekauft habe – echt!“

Wie Colberg dann nach knapp sechs Jahren in der Disputes-Praxis von Latham & Watkins zu seinem jetzigen Arbeitgeber gefunden hat: Wieder ein Zufall! Colberg wusste, dass er nicht bis ans Berufslebensende in einer Großkanzlei bleiben wollte, wusste aber noch nicht, wo sonst. Bei SAP landete er Ende 2024 schließlich ganz profan durch eine Stellenanzeige, die ihn ansprach.

Colberg ist der erste Anwalt in Deutschland, der Teil des sechs Köpfe schlanken globalen Litigation-Teams ist. Für lokale Streitigkeiten gibt es weitere Teams. Sein Chef sitzt in der Nähe von Philadelphia, die großen Verfahren laufen oft in den USA. Seit seinem ersten Arbeitstag begleitet Colberg etwa den Streit zwischen SAP und Celonis in San Francisco. Auch mit den alten Latham-Kollegen hat Colberg noch zu tun: Die Kanzlei vertritt SAP in mehreren Verfahren gegen einen indisch-dubaiischen Softwareentwickler vor dem Landgericht München I.

Das sagen andere

„Er ist der beste Litigator seiner Altersklasse, mit dem ich bislang zusammengearbeitet habe. Inhaltlich überragend stark und mit einem exzellenten strategischen Auge.“ (Großkanzlei-Partner)

Das sagt Lukas Colberg selbst

Über welches Thema können Sie spontan 30 Minuten referieren?

Discovery in US-Verfahren – warum man immer im Kopf haben muss, dass jede berufliche E-Mail ein potenzielles Beweisstück ist. Oder gerne auch ein vollständiges Briefing zur aktuellen Triathlon-Rennsaison – Ergebnisse, Geschichten, Kontroversen inklusive.

Was würden Sie gerne lernen?

Ein erster guter Schritt wäre Geduld – ich bin sehr neugierig, kann mich für vieles begeistern, und die Liste ist entsprechend lang. Zuletzt habe ich endlich mein Katalanisch – die Muttersprache meiner Partnerin – auf ein alltagstaugliches Niveau gebracht. Daran arbeite ich weiter.

Was ist in einer Kanzlei besser, was im Unternehmen?

Kanzlei: klarere Strukturen, weniger langwierige interne Prozesse. Unternehmen: Nähe zum operativen Geschäft, echter Fokus auf einen Mandanten – und man versteht wirklich, was eine Litigation für ein Unternehmen bedeutet. Was gut für das Unternehmen ist, steht im Mittelpunkt. Keine Zeiteinträge schreiben zu müssen, schadet auch nicht.

Greatest Hits

  • War Teil des Latham-Teams, das den Air Berlin-Insolvenzverwalter gegen Etihad in einem Milliardenverfahren vertreten hat.
  • Massenverfahren für Mercedes-Benz im Dieselkomplex – zivilprozessuale Breite in konzentrierter Form und viel Gerichtserfahrung.
  • Der Streit mit Celonis begleitet Colberg seit seinem ersten Arbeitstag bei SAP und hat ihn in aller Tiefe mit US-Discovery-Verfahren vertraut gemacht.

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