Schubert schließt sich der Brüsseler Kartellrechtspraxis von Latham nach JUVE-Informationen voraussichtlich im Herbst an. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beratung multinationaler Unternehmen in komplexen Verfahren vor der EU-Kommission, darunter Fusionskontrollen und Digitalregulierung – insbesondere für Mandanten aus dem Technologie- und Telekommunikationssektor.
Schubert, der 2007 als Associate bei Freshfields eingestiegen und 2015 zum Partner ernannt worden war, bringt viel Erfahrung mit Phase-II-Fusionskontrollen mit. So war er Teil des Teams um Freshfields-Partner Dr. Frank Montag, das Siemens bei der gescheiterten Fusion mit dem konkurrierenden Zughersteller Alstom beraten hatte. Ein weiterer Schwerpunkt des 49-Jährigen sind Verfahren zur Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) wie die prominente Vertretung von Apple in einem DMA-Pionierverfahren, in dem die EU-Kommission im vergangenen Jahr erstmals Bußgelder auf Grundlage des neuen Digitalgesetzes verhängte.
Lücke nach Völcker-Abgang
Der Wechsel kommt für Latham zu einem günstigen Zeitpunkt. Die Kanzlei hatte zuletzt im DMA-Bereich personell Federn gelassen: Ihr Brüsseler Partner Prof. Dr. Sven Völcker, einer der renommiertesten Spezialisten für Digitalregulierung, hatte der Anwaltschaft Ende vergangenen Jahres den Rücken gekehrt. Zusätzlich verließ der auf DMA-Themen spezialisierte Counsel Dr. Niklas Brüggemann die Kanzlei erst kürzlich in Richtung Weil Gotshal & Manges, wo er gemeinsam mit dem früheren Gleiss Lutz- und White & Case-Partner Dr. Ingo Brinker von München aus eine neue Kartellrechtspraxis aufbaut.
Mit Schubert gewinnt Latham nun einen Partner, der genau auf diesem Feld ausgewiesene Erfahrung mitbringt. Er trifft in Brüssel auf ein Team aus rund 80 Anwältinnen und Anwälten um den ehemaligen stellvertretenden Generaldirektor der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission und derzeitigen Office Managing Partner Carles Esteva Mosso. Als einziger deutscher Partner vor Ort wird Schubert auch eng mit den deutschen Büros zusammenarbeiten – unter anderem mit Dr. Tilman Kuhn, der erst im Vorjahr von White & Case ins Düsseldorfer Latham-Büro gewechselt war. Kuhn und Schubert kennen sich bereits aus dem Studium. Zwischen den Brüsseler Büros beider Kanzleien gab es bereits in der Vergangenheit Berührungspunkte durch gemeinsame Mandate.
Schon wieder von Freshfields zu Latham
Das Büro von Freshfields gehört ebenso wie das von Latham zu den führenden im Brüsseler Markt. Nach dem Abgang von Schubert zählt das mehr als 80-köpfige Team um den Leiter der Brüsseler Kartellrechtspraxis, Dr. Andreas von Bonin, noch 13 Partnerinnen und Partner, darunter sechs deutschsprachige Anwälte. Damit gehört die Praxis zahlenmäßig zu den größten Einheiten und wird den Abgang dank ihrer breiten Riege an Jungpartnerinnen und -partnern verschmerzen können. Dennoch bedeutet der Wechsel von Schubert einen weiteren prominenten Abgang nach dem Austritt von Dr. Markus Paul und Dr. Wessel Heukamp, zwei Schwergewichten der deutschen Private-Equity-Praxis samt den jüngeren Partnern Dr. Verena Nosch und Dr. Carsten Haak im Dezember – ebenfalls zu Latham.