40 unter 40 Konfliktlösung

Ole Jensen: Schiedskoryphäe in spe

Sie haben ihren 40. Geburtstag noch nicht gefeiert, haben sich aber bereits einen Namen gemacht: die JUVE 40 unter 40 Dispute Resolution. Dr. Ole Jensen von ArbBoutique gehört dazu.

Teilen Sie unseren Beitrag

Das sagt JUVE

In Deutschland hatten Ole Jensen viele bis vor Kurzem gar nicht so auf dem Schirm. Er ist zwar deutscher Anwalt, war aber fast sechs Jahre Associate bei WilmerHale in London. Dort arbeitete er mit einigen Größen der internationalen Schiedsszene zusammen: Franz Schwarz, Gary Born und Prof. Dr. Maxi Scherer. Mit Schwarz und Born waren es eher Parteivertretungen, während Jensen für Scherer vor allem als Sekretär des Schiedsgerichts fungierte. In dieser Rolle arbeitet man dem Schiedstribunal zu – und Jensen spielt sie ziemlich gut: Er hat bei dem renommierten Schiedsrechtler Prof. Dr. Peter Berger an der Universität Köln promoviert und war auch Sekretär in dessen Verfahren. Ach ja, das Thema der Dissertation: die Rolle des Sekretärs des Schiedsgerichts.

Also: Jensen kennt sich aus, und die Dichte an Schiedskoryphäen, die seinen beruflichen Werdegang säumen, ist beachtlich. Nun will Jensen natürlich selbst eine werden. Zum Mai dieses Jahres wurde er bei ArbBoutique zum Partner ernannt, das geht schon mal in die richtige Richtung. Die Kanzlei wurde 2024 von renommierten Schiedsrichterinnen gegründet in Brüssel, Paris, London. Darunter Niuscha Bassiri, die kürzlich ins DIS-Präsidium gewählt wurde, und Maxi Scherer. Ihr schloss sich Jensen an. Er hat es bisher keinen Tag bereut, sagt er. Als Schiedsrichter hat er rasch an Präsenz gewonnen. So sehr, dass er den Job als Sekretär des Schiedsgerichts an den Nagel hängt. Er ist jetzt lieber selbst das Schiedsgericht.

Das sagen andere

„Er ist ein Ausnahmetalent in Effizienz, Schnelligkeit und klarem Denken.“ (Mitschiedsrichter)

„Er ist absolut up and coming. Hat als Schiedsrichter in kurzer Zeit eine große Präsenz entfaltet. Man sieht ihn auch viel auf Panels.“ (Wettbewerber)

Das sagt Ole Jensen selbst

Über welches Thema können Sie eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?

Rechtskraft von Schiedssprüchen – klingt vielleicht nach Fachidiotie, kommt bei mir in der Praxis aber dauernd auf den Tisch.

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?

Meine Mutter ist Professorin für Kulturwissenschaft und mein Vater war Psychologe. Eine konkrete Vorstellung hatten vermutlich beide nicht. Als ich mit der Idee eines Meeresbiologie-Studiums an der Hawaii Pacific University ankam, riet mir meine Mutter dann aber doch, einen Blick auf Jura zu werfen. Letztlich lag sie goldrichtig – und auch hier darf ich viel im Lifesciences-Bereich tätig sein.

Welchen Trend in der Branche halten Sie für überschätzt?

Third-Party Funding als Allheilmittel. Es wird so getan, als demokratisiere Prozessfinanzierung den Zugang zur Streitbeilegung. In Wahrheit verändert es die Anreizstrukturen im Verfahren grundlegend und die meisten Anwält:innen denken viel zu wenig darüber nach, was es bedeutet, wenn ein Funder am Tisch sitzt, der kein Interesse am Mandanten hat, sondern am Return of Investment.

Worüber können Sie sich verlässlich aufregen?

Datenschutz-Fanatismus und grundlose Bürokratie.

Greatest Hits

  • Hat in seinem ersten großen Mandat auf Parteivertreterseite erreicht, dass seine Mandantin für einen potenziell mehrere hundert Millionen Euro teuren Schaden nicht aufkommen muss. Das entscheidende Argument ging auf seine Idee zurück.

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de