Die Trennung von Nießen sei „im gegenseitigen Einvernehmen“ erfolgt, teilte Generali in einer Pressemitteilung mit. Der Konzern war 2015 im Rahmen eines groß angelegten Umbaus von Köln nach München umgezogen, die Holding wurde in diesem Zusammenhang mit der Führung der Generali Versicherung und der Generali Lebensversicherung verschmolzen. Einen der damals entstandenen Vorstandsposten hatte Nießen erhalten. Seither war der Jurist im Gremium als Personalvorstand tätig. Vor seinem Einstieg bei Generali war Nießen von 2006 bis 2012 Vorstand Recht, Personal und Compliance bei Axa, wo er zuvor unter anderem bereits General Counsel gewesen war. Welchen beruflichen Weg Nießen als nächstes einschlagen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
Auf den neuen Personalvorstand Wehn warten derweil Herausforderungen: Der Versicherungskonzern sieht sich Hunderten Klagen von Betriebsrentnern gegenüber, die sich gegen die Kürzung ihrer Renten wehren. Die Generali hatte die Kürzungen mit der schwierigen Lage der Versicherer in der Niedrigzinsphase begründet, gleichzeitig jedoch Gewinne erwirtschaftet. Erste Urteile sind bislang zum überwiegenden Teil zugunsten der Kläger gefallen. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen. Generali ist nach eigenen Angaben mit rund 16,2 Milliarden Euro Beitragseinnahmen und über 13,5 Millionen Kunden der zweitgrößte Erstversicherungskonzern in Deutschland und beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeiter.