Prozessfinanzierung

Ehemaliger Inhouse-Jurist zieht in den Foris-Vorstand ein

Der Bonner Prozessfinanzierer Foris besetzt zum Januar einen von zwei Vorstandsposten neu. Dr. Volker Knoop scheidet, wie schon bei der Hauptversammlung im Frühjahr angekündigt, aus dem Gremium aus. Sein Nachfolger wird Frederick Iwans.

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Frederick Iwans
Frederick Iwans

Iwans ist Amerikaner und seit 1995 in Deutschland als Rechtsanwalt zugelassen. Seine Karriere begann in den 90er-Jahren bei Motorola. Über Stationen unter anderem bei MCI Worldcom und dem italienischen Telekom-Konzern Tiscali kam er 2009 als Vice President und General Manager zu 1&1. Für das rheinland-pfälzische Unternehmen mit Stammsitz in Montabaur leitete er zunächst das US-Geschäft. Zuletzt war Iwans dort als Group General Counsel konzernweit auch für das Risikomanagement zuständig. In dieser Position beriet er die Vorstände der gesamten Unternehmensgruppe zu strategischen Projekten, beispielsweise bei Transaktionen und zu Compliance- und Corporate-Governance-Fragen.

Auch nach seinem Wechsel zu dem global tätigen Marktforschungskonzern GfK mit Sitz in Nürnberg 2017 stand er für ein breites Aufgabenspektrum. In seine Zuständigkeit als General Counsel fielen auch Compliance, Risikomanagement, Internal Audit und Corporate Governance. Allerdings blieb Iwans nur ein Jahr bei GfK – seit Oktober 2018 ist er als selbstständiger Berater tätig.

Iwans‘ Vorgänger Knoop will künftig einen Schwerpunkt in der Konfliktlösung und Prozessfinanzierung behalten, wird auf Anfrage vorerst aber nicht konkreter. Knoops und künftig Iwans‘ Vorstandskollege ist Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller. Er zog Anfang 2017 in das Gremium ein.

Foris-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christian Rollmann betont: „Frederick Iwans wird insbesondere die Prozessfinanzierung auf ihrem weiteren Wachstumskurs unterstützen.“ Bereits im Mai hatte Foris mitgeteilt, dass die im Jahr 2020 neu hinzugewonnenen Finanzierungsfälle die Erlösbeteiligungen im Vergleich zum Stand des Gesamtportfolios Ende 2019 um etwa 40 Prozent anheben. ‚Erlösbeteiligungen‘ meint die vertraglich vereinbarten, bei vollständigem Prozesserfolg erreichbaren Beteiligungswerte – nicht hingegen bereits erzielte oder sicher entstehende Erlöse.

Die Entwicklung bei Foris spiegelt damit einen größeren Trend wider: Der Markt für Prozessfinanzierungen in Deutschland wächst rasant. Unternehmen wie Burford, Vannin oder Nivalion beteiligen sich in zunehmendem Maße an Streitigkeiten vor deutschen Gerichten. So stehen etwa hinter vielen großen Klagen im Lkw-Kartell oder im Dieselskandal Prozessfinanzierer.

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