Energiewende

Rechtsteam von RWE Renewables formiert sich neu

RWE hat seine Erneuerbare-Energien-Sparte klarer aufgestellt. Das hat auch Konsequenzen für die Inhouse-Rechtsberatung: In gleich drei Geschäftsbereichen entstehen neue Leitungsposten.

Teilen Sie unseren Beitrag
Zsuzsanna Sessel-Zsebik

Bislang existierte ein zentrales Rechtsteam bei RWE Renewables. Dieses wurde von Zsuzsanna Sessel-Zsebik geführt. Anstelle dieses Teams treten nun drei Rechtseinheiten, die den jüngst vom Konzern etablierten Geschäftsbereichen entsprechen: RWE Renewables Europe & Australia mit Fokus auf das Onshore-Geschäft, RWE Offshore Wind für die Windparks in Gewässern und die RWE Renewables Americas.

Die drei neu aufgesetzten Rechtseinheiten von RWE Renewables unterstehen künftig direkt RWE General Counsel Dr. Ulrich Rust.

Ulrich Rust

Bei RWE Renewables sind alle Geschäfte zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen gebündelt. Mit rund 3.500 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern ist sie personell gesehen die zweitgrößte RWE-Tochter nach der RWE Power, die im traditionsreicheren Braunkohle- und Kernenergie-Bereich arbeitet. Weitere Töchter sind die RWE Generation – sie bietet Strom aus Gas, Wasserkraft und Biomasse – und die RWE Supply & Trading, die sich um den Energiehandel kümmert.

Geteilte Verantwortung

Die bisherige Leiterin des Legal-Teams von RWE Renewables, Sessel-Zsebik, führt nun den Rechtsbereich des schnell wachsenden Offshore-Geschäfts RWE Offshore Wind. Als Director Legal wird die 45-Jährige für nationale und internationale Belange zuständig sein. Bevor sie 2019 zu RWE kam, war sie Rechtsabteilungsleiterin bei der Wettbewerberin E.on Climate & Renewables.

Den Rechtsbereich der Tochtergesellschaft RWE Renewables Americas steuert Alison Gardner, die schon seit einigen Jahren von Texas aus die deutschen Energieversorger unterstützt. Über den US-Arm soll auch ein beträchtliche Summe von den rund 1,6 Milliarden Dollar ausgegeben werden, die RWE jährlich in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren will.

Christian Kuhn

Für die funktionale Einheit Renewables Europe & Australia, die Onshore Wind- und Solarenergie-Projekte auf den beiden Kontinenten vereint, wird Christian Kuhn als Leiter des Rechtsteams agieren. Der 46-Jährige war bislang Head of Corporate, Capital Market & Civil Law im Mutterhaus RWE AG. Kuhn war im Zuge der 2018 begonnenen Innogy-Abspaltung zum Leiter Gesellschaftsrecht berufen worden und hatte die vergangenen Jahre die Hauptversammlungen des RWE-Konzerns vorbereitet und zahlreiche Umstrukturierungen begleitet. Auch die Verlagerung von Verbindlichkeiten 2017 sowie die Kapitalerhöhung 2020 über zwei Milliarden Euro wurden rechtlich von ihm koordiniert.

Zentrale Rolle im Mutterhaus

Kuhns Nachfolgerin bei der RWE AG wurde bereits im Mai Thurid Wagner-Henk. Sie koordiniert nun Gremienberatungen, Strukturfragen, HV-Vorbereitungen und Ad-hoc-Mitteilungen mit einem Team, das aus vier juristischen Mitarbeitenden und zwei Assistenzen besteht.

Thurid Wagner-Henk

Die frühere Luther-Anwältin hatte ihre Inhouse-Karriere 2008 bei RWE Power begonnen. Seit 2019 hatte sie als Head of Legal Germany & International Affairs bei der Konzernschwester RWE Generation gearbeitet und dort ein achtköpfiges Team geleitet. RWE Generation hatte in diesem Frühjahr noch ein großes Gaskraftwerk in den Niederlanden aus dem Portfolio von Vattenfall zugekauft. Das Beteiligungsmanagement des Energieversorgers wird rechtlich von der 44-Jährigen in ihrer neuen Rolle begleitet ebenso wie der RWE Pensionsfonds. Zudem steuert sie etwaige Zivilverfahren des Dax-Konzerns, der eine Marktkapitalisierung von rund 24 Milliarden Euro hat. 

General Counsel Rust dürfte unterdessen mit all den Herausforderungen befasst sein, die die politische Großwetterlage und drohende Energieknappheit mit sich bringen. Zudem hatte die kritische Investorin Enkraft Capital, die nach JUVE-Informationen von Ego Humrich Wyen beraten wird, auf der Hauptversammlung im Frühjahr eine Abtrennung des CO2-lastigen Braunkohlegeschäfts gefordert. Encraft war zwar mit dem Antrag gescheitert, aber eine Ausgliederung in eine Stiftung wäre eine mögliche Alternative für das wieder stark nachgefragte Braunkohlegeschäft, hieß es von Seiten des Vorstands. 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Deals Kapitalerhöhung

RWE besorgt sich mit Freshfields und Sullivan zwei Milliarden Euro

Deals Barabfindung abgesegnet

Innogy geht mit Linklaters, Hengeler und SZA in den Squeeze-out-Prozess

Deals Nach langer Wartezeit

Bundestag stimmt Ausstiegsvertrag mit Braunkohlebetreibern zu