Ruf aus der Schweiz

Chefjurist von Knorr-Bremse wechselt zu Tetra Pak

Der Chefjurist von Knorr-Bremse wird sich zum Jahreswechsel neuen Aufgaben zuwenden. Dr. Ilkin Karakaya wird zur Tetra Pak Group nach Lausanne wechseln und dort als General Counsel & Senior Vice President Legal Affairs auch dem Vorstand angehören.

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Ilkin Karakaya
Ilkin Karakaya

Karakaya, derzeit Group General Counsel und Senior Vice President Corporate Legal bei Knorr-Bremse, war 2014 von dem Paderborner Industrieunternehmen Benteler nach München gewechselt. Knorr-Bremse erwirtschaftete damals 4,3 Milliarden Euro. Nach dem Börsengang in 2018 und mehreren Zukäufen, die Karakaya maßgeblich mit aushandelte, schloss das Unternehmen das vergangene Jahr mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro ab. Zuletzt hatte Knorr-Bremse eine Geschäftssparte von Hitachi Automotive Systems und mit R.H. Sheppard einen US-Hersteller von Lenksystemen erworben. Karakaya hatte in den vergangenen Jahren zudem die Konzernrechtsabteilung neu aufgestellt.

Anfang Januar 2021 wird er bei Tetra Pak die Nachfolge von Pål Lunning antreten, der die dortigen Rechtsgeschäfte seit 2013 führt und das Schweizer Unternehmen zum Jahresende verlassen wird.

In seiner zukünftigen Funktion wird Karakaya an Adolfo Orive berichten, President und CEO der Tetra Pak Group, aber auch dem Vorstand angehören. Zudem wird er den gesamten Bereich Corporate Legal verantworten, dazu zählt unter anderem M&A und Compliance, Kartell- , IP- , Datenschutz- und Wettbewerbsrecht. Das entsprechende Team von Tetra Pak umfasst rund 60 Berufsträger weltweit.

Tetra Pak erzielte im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 11,5 Milliarden Euro und ist deutlich internationaler aufgestellt als Knorr-Bremse. Der Verpackungshersteller für Lebensmittel wurde 1951 gegründet und ist eines von drei Unternehmen der Tetra Laval-Gruppe – einer privaten Firmengruppe mit schwedischen Wurzeln, aber mit Hauptsitz in der Schweiz.

Wer Karakayas Position in München einnehmen wird, stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest, teilte Knorr-Bremse mit. Zu dem eingespielten Rechtsteam des MDax-Konzerns gehören unter anderem Christian Vornehm als Leiter der Service Line Legal M&A, Dr. Moritz Schuler als Head of Corporate Office sowie Christian Hamann als Head of IP – Patents & Trademarks.

Mitten im Generationswechsel

Primär aber dürfte das Unternehmen einen neuen CEO suchen: Das Familienunternehmen, das mit dem Börsengang auch den Generationswechsel in der Eignerfamilie einläuten wollte, hatte Mitte August bekannt gegeben, dass der Vorstandsvorsitzende Bernd Eulitz – nach nur zehn Monaten –  bereits zu Ende August ausschied.

Der Aufsichtsrat, zu dem auch wieder der mittelbare Mehrheitsaktionär Heinz Hermann Thiele gehört, wurde bei diesem Schritt nach JUVE-Informationen von Dr. Christian Arnold von Gleiss Lutz begleitet, der das Gremium regelmäßig zur Ausgestaltung und Beendigung von Dienstverträgen berät. Prof. Dr. Dieter Leuering von Flick Gocke Schaumburg hatte sowohl den scheidenden CEO, als auch zuvor schon den ehemaligen Finanzvorstand Ralph Heuwing bei der Vertragsauflösung unterstützt.

Nachdem die Aktionäre auf der virtuellen Hauptversammlung Ende Juni das neue System zur Vorstandsvergütung gebilligt haben, sind Vorstandsmitglieder nun verpflichtet, Aktien der Knorr-Bremse AG zu erwerben und für die Dauer ihrer Bestellung zu halten, um sie enger an die Gesamtentwicklung des Unternehmens zu binden. Zudem unterliegen sie nun strategischen Zielverpflichtungen; dazu gehört auch eine vergütungsrelevante Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Mit diesen Eckpunkten zur Corporate Governance dürfte Knorr-Bremse, die im Gesellschaftsrecht von Hengeler Mueller beraten wird, zu den Vorreitern im MDax gehören.

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