Dritter Quereinsteiger

Schiedsexperte von McDermott wechselt samt Team zu Ashurst

Ashurst verstärkt zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Disputes-Praxis mit einem Quereinsteiger: Von McDermott Will & Emery kommt zum Oktober Arne Fuchs als Partner, mit ihm wechseln zwei Associates in das Frankfurter Büro. Der 39-Jährige ist auf Investor-Staat-Schiedsverfahren spezialisiert – ein Feld, in dem die deutsche Ashurst-Praxis bisher nicht vertreten war.

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Ashurst hat erst seit 2018 eine Konfliktlösungspraxis in Deutschland, die sie seitdem mit großen Schritten ausbaut. Seit dem vergangenen Jahr kamen drei Quereinsteiger als Partner hinzu: Im Mai 2021 Dr. Judith Sawang von Wendelstein, im Mai dieses Jahres Dr. Martin Eimer von Pinsent Masons und nun Arne Fuchs.

Arne Fuchs

Fuchs begann seine Karriere 2013 bei McDermott. Dort gehörte er zum Team der renommierten Investitionsschutz-Expertin Dr. Sabine Konrad, das unter anderem die Bundesrepublik gegen eine Milliardenklage des schwedischen Vattenfall-Konzerns vertrat. 2018 wurde Fuchs mit 35 Jahren Salary-Partner.

Spezialist für Investor-Staat-Schiedsverfahren

Als Konrad im Jahr darauf zu Morgan Lewis wechselte, wurde Fuchs zum Co-Chair der internationalen Dispute-Resolution-Gruppe von McDermott ernannt. Zwar blieb das Vattenfall-Verfahren bei Konrad, allerdings gelang es Fuchs, weiterhin Mandate in der lukrativen und umkämpften Marktnische der Investor-Staat-Schiedsverfahren zu führen. So vertritt sein Team HeidelbergCement gegen Ägypten und verteidigt Nordmazedonien gegen eine Klage im Zusammenhang mit Bergbau-Investitionen.

Daneben führt Fuchs auch handelsrechtliche und Post-M&A-Schiedsverfahren und ist als Schiedsrichter tätig. Mit ihm wechseln die Associates Pauline Walde und Shengming Zhang zu Ashurst.

Ashurst betont die Priorität, die das Wachstum der internationalen Dispute-Resolution-Gruppe in der Kanzleistrategie einnimmt. Matthew Saunders, Global Head of International Arbitration, sagte über Fuchs‘ Zugang: „Die Synergien mit der Ashurst-Plattform sind enorm und erweitern unser Angebot in diesem Wachstumsbereich erheblich.“

Ashurst ist im Vergleich zu McDermott stärker mit Büros in Südostasien vertreten – einer Region, deren Bedeutung mit Blick auf internationale Schiedsverfahren in den Augen vieler Marktbeobachter noch zunehmen dürfte. Ausschlaggebend dafür sind beispielsweise gigantische Infrastrukturprojekte wie Chinas Neue Seidenstraße. Die deutsche Disputes-Praxis von Ashurst umfasst mit den Neuzugängen vier Partner, einen Counsel und etwa zehn Associates.

McDermott stärkt Schiedspraxis in London und Paris

McDermott hatte ihre deutsche Disputes-Praxis erst zu Beginn des Jahres mit drei Salary-Partner-Ernennungen ausgebaut. Einer von ihnen, Dr. Richard Gräbener, hat sich im Sommer allerdings selbstständig gemacht. Nominell umfasst die deutsche Praxis nach dem Abgang des Fuchs-Teams fünf Partner und sechs Associates. Die Kanzlei betonte, man sei auch weiterhin „sehr stark im Bereich Dispute Resolution aufgestellt“. Unter anderem hat McDermott ihre Büros in Paris und London kürzlich im Bereich internationale Schiedsverfahren mit Quereinsteigern verstärkt.

In Deutschland kann die Kanzlei für internationale Schiedsverfahren allerdings keine vergleichbar renommierten Spezialisten wie Fuchs mehr vorweisen. Zwar führen auch die Partner Dr. Thomas Hauss (Düsseldorf) und Dr. Boris Uphoff (München) Schiedsverfahren, stehen im Markt allerdings für andere Schwerpunkte.

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